Verkehrswende im Klimaschutz.

Die Art und Weise, wie sich Menschen und Güter bewegen, steht im Mittelpunkt unserer globalen Wirtschaftsstruktur und unseres Lebensstils. Das ist Mobilität. Doch unser Mobilitätssystem stellt eine der grössten Herausforderungen unserer Zeit dar. Dieser Verantwortung müssen wir dringend gerecht werden, indem wir zu einem kreislauforientierten, effizienten, integrativen und sauberen Modell übergehen. Wir bezeichnen dieses als das CLIC™-Modell (Circular, Lean, Inclusive, Clean). Um gemeinsam die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen, muss der gesamte CO2-Ausstoss bis 2030 um 7,6% pro Jahr gesenkt und die Verkehrsemissionen bis 20501 auf die Hälfte reduziert werden. Dafür muss das Emissionswachstum von der wachsenden Nachfrage nach Mobilität entkoppelt werden – eine unabdingbare Voraussetzung für zukünftiges Wirtschaftswachstum.
 

LOClimateTransition-CLIC-Quote.jpg


Die Transportrevolution ist im Gange. Diese Revolution eröffnet bedeutende Anlagechancen und die Möglichkeit, die Gesellschaft robuster und nachhaltiger zu gestalten. Mit dem Übergang zum CLIC™-Modell liessen sich potenzielle Einsparungen in Höhe von USD 2 Bio. pro Jahr erzielen. Gegenwärtig entfallen 14% der globalen Emissionen2 auf das Verkehrswesen. Bei vielen Schwerlast- und Langstreckentransporten erweist sich die Reduktion des Schadstoffausstosses als schwierig. Angesichts der steigenden Nachfrage nach Mobilität für Personen und Güter dürften die Emissionen in den nächsten Jahren massiv zunehmen. Für eine bessere Zukunft muss sich die Mobilität also grundlegend ändern. Diese Revolution wird durch starke Wechselwirkungen zwischen den Marktkräften – Politik und Regulierungen, Technologie, Konsumnachfrage und Anlegerverhalten – unterstützt. Das Transportwesen ist ein Thema, das sich auf zahlreiche Industrien und Sektoren auswirken wird. Wer die Mobilität der Zukunft nachhaltig gestalten will, muss zum jetzigen Zeitpunkt handeln.

Saubere Transportmittel versprechen eine optimistische Zukunft. Ein Beispiel dafür sind Elektrofahrzeuge. Deren Marktdurchdringung nähert sich bald schon einem Wendepunkt. Technologische Verbesserungen sorgen dafür, dass die Lebenszyklusemissionen batteriebetriebener Fahrzeuge heute unter jenen von Verbrennungsmotoren liegen. Obwohl in Bezug auf ein ökologischeres Batterierecycling und eine emissionsfreie Elektrizität noch einiges zu tun ist, ermöglicht die Technologie massive Fortschritte. Mikrofahrzeuge wechseln schon bald auf die Überholspur, genauso wie Mobility-as-a-Service in Form von Fahrgemeinschaften, Mitfahrgelegenheiten und verstärkter Förderung nahtlos integrierter öffentlicher und privater Transportsysteme. Sanfte Mobilität oder Mikromobilität wie Fahrrad- und E-Roller-Verleihsysteme ermöglichen den Menschen, sich in Städten effizient fortzubewegen, und verringern gleichzeitig die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Die Nutzung von Zug, Fahrgemeinschaften und Mikromobilität kann den CO2-Fussabdruck einer Reise um 90%3 verringern. Dass sich Städte auf diese neue Art der Fortbewegung einstellen, ist eine unabdingbare Voraussetzung.
 

LOClimateTransition-Mobility.jpg


In den Städten der Zukunft muss Autos weniger Platz eingeräumt werden. Die Neugestaltung des urbanen Raums – weg vom traditionellen autozentrierten Modell und hin zu innovativen, nachhaltigeren Formen geteilter Mobilität – vermag wertvollen Raum freizusetzen. Durch die Aufhebung von Parkplätzen und eine vereinfachte Strassenführung wäre es möglich, die erschliessbare Fläche in Stadtzentren um 15–20%4 zu steigern. Der Ausbau von Radwegen sowie die Förderung von autofreien Strassen und Pendelverkehr werden die Art und Weise, wie wir uns in Städten fortbewegen, grundlegend verändern.

Rund 60% des städtischen Raums, in dem die Menschen weltweit bis 2050 leben werden, muss erst noch erbaut werden

Rund 60% des städtischen Raums, in dem die Menschen weltweit bis 2050 leben werden, muss erst noch erbaut werden5. Intelligente Stadtkonzepte zu entwickeln wird zur Zukunftsaufgabe. Städte, die nicht nur eine solide Infrastruktur aufweisen, sondern auch plötzlichen Schocks wie Überschwemmungen und Extremwasser standhalten. Wir müssen städtische Zentren nach ökologischen Grundsätzen bauen. Dabei ist das Augenmerk unter anderem auf Energiesparmassnahmen wie Isolation, Solarenergie, effiziente Beleuchtung und Heizung und die Nutzung von Energiespeicherlösungen zu richten. Dies wird den Energiefussabdruck massiv verringern. Städteplaner sollten sich auf die Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel, die Energieeffizienz und die Förderung von Sharing-Geschäftsmodellen konzentrieren.

Die Elektrifizierung mag ausreichen, um die CO2-Emissionen im Kurzstreckenverkehr zu verringern. Für den Langstrecken- und Schwerlastverkehr jedoch, dessen Schadstoffausstosse schwieriger zu verringern sind, müssen wir neue Wege finden. Die Hälfte aller Verkehrsemissionen geht auf das Konto der Schwertransporte. Sie fallen zu 29% im Strassen-, zu 12% im Luft-, zu 11% im Schiffs- und zu 1% im Bahnverkehr an6. Im Bereich der Kurzstreckenflüge rückt die Dekarbonisierung dank innovativer Designs (wie dem Nurflügler) und Elektrifizierung der Flugzeuge in Reichweite. Doch um die Handelsströme und die internationalen Lieferketten aufrechtzuerhalten, ist Wachstum im Langstreckenverkehr unabdingbar und Voraussetzung für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum.

Für viele Langstrecken versprechen alternative Energiequellen wie Wasserstoff, synthetische Kraftstoffe und nachhaltige Biotreibstoffe vielfältige Lösungen. Um sie marktfähig zu machen, bedarf es eines Mix von Massnahmen wie erhebliche Infrastrukturausbauten und technologischer Fortschritt. Wasserstoff beispielsweise ist sowohl für den Schienen- als auch für den Schiffsverkehr eine vielversprechende Lösung. Bald dürften wasserstoffbetriebene Schwerlastwagen auf unseren Strassen fahren, während in Europa Wasserstoffzüge bereits im Einsatz sind. In der Flugbranche sind die Herausforderungen hingegen gross. Im Bereich der Langstreckenflüge braucht es technologische Entwicklungen, um den CO2-Ausstoss zu verringern. Dafür werden nachhaltige Treibstoffe benötigt, die in den nächsten Jahren wesentlich stärker zum Einsatz kommen sollten.

Die Hälfte aller Verkehrsemissionen geht auf das Konto der Schwertransporte. Sie fallen zu 29% im Strassen-, zu 12% im Luft-, zu 11% im Schiffs- und zu 1% im Bahnverkehr an

Eine wirkliche Mobilitätswende benötigt ein politisches Rahmenwerk. Entsprechend dürfte den Regulierungsbehörden bei der Förderung von Innovationen, die den Langstreckenverkehr klimafreundlicher gestalten, eine zentrale Rolle zukommen. Es gilt, den Fokus verstärkt auf die Lebenszyklusemissionen und eine kreislauforientierte Fahrzeugproduktion und Ressourcenverwendung zu richten, indem Materialien effizient eingesetzt, Batterien wiederverwendet und verwertet werden und mittels Hightech-Lösungen wie Vehicle-to-Grid das Energiemanagement von morgen gestaltet wird. Denn nur so kann im Transportbereich der Materialverbrauch reduziert, der Abfall verringert, die Ressourceneffizienz verbessert, der CO2-Ausstoss gesenkt und die Lebensqualität einer wachsenden Stadtbevölkerung unterstützt werden. Der Digitalisierung kommt im Zuge dieser Revolution eine wegbereitende Funktion zu. Sie wird nahtlos integrierte Transportökosysteme und neue Arbeitsformen wie die Telearbeit ermöglichen und eine Vielzahl von Anlagechancen in den Bereichen emissionsfreie Technologien und Mobility-as-a-Service eröffnen.

Mobilität ist die Grundlage für unsere zukünftige wirtschaftliche Entwicklung. Die Mobilität der Zukunft jedoch muss fair, robust, kosteneffizient und klimaneutral sein. Diese fundamentale Wende auf dem Mobilitätsmarkt erfordert aufeinander abgestimmte Anpassungen und Massnahmen auf internationaler wie nationaler Ebene, in der lokalen Umsetzung und im privaten Sektor.

Mit einem der grössten Wachstumsmärkte ist jetzt der Zeitpunkt, in die Mobilität der Zukunft zu investieren – um künftige Verluste zu vermeiden und von den Chancen eines ökologischen Wachstums zu profitieren.


1-6 Siehe PDF „CLIC™“ Mobility: A Climate Transition for Transport in a Post-COVID World

Kontaktieren Sie uns.

Bitte geben Sie Ihren Vornamen ein.

Bitte geben Sie Ihren Nachnamen ein.

Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Wählen Sie bitte eine Kategorie.

Bitte geben Sie eine Nachricht ein.

Etwas angehängt, Nachricht nicht gesendet.