Anlagen in Naturkapital.

Der potenzielle Umfang menschlichen Fortschritts, ja sogar das Überleben unserer Spezies, hängt von den Ressourcen der Natur ab. Dazu zählen die geologische Beschaffenheit der Erde, Boden, Luft und Wasser, ganz zu schweigen von allen Lebewesen und ihrer Funktion im Ökosystem, wie der Bestäubung1 durch die Bienen.

Für unsere Wirtschaft und Gesellschaft ist das Naturkapital wichtiger denn je.

Der potenzielle Umfang menschlichen Fortschritts, ja sogar das Überleben unserer Spezies, hängt von den Ressourcen der Natur ab

Miteinander verflochten: Naturkapital und Wirtschaft

Unsere Wirtschaft hängt vom Naturkapital der Erde ab, und diese Abhängigkeit können wir quantifizieren.

Zum Beispiel machen Naturprodukte und davon abgeleitete Produkte über ein Drittel aller neuartigen pharmazeutischen Wirkstoffe, der sogenannten New Molecular Entities (NMEs) aus, darunter mehr als zwei Drittel aller antibakteriellen NMEs2. Der World Wildlife Fund (WWF) bezifferte den Wert der Weltmeere auf mindestens USD 24 Billionen und den Anteil ihrer Wertschöpfung, der von der Gesundheit der Meere abhängt, auf über zwei Drittel3.

Nach Angaben des Weltwirtschaftsforums hängt eine Wertschöpfung von insgesamt USD 44 Billionen – über die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts der Welt – in moderatem oder hohem Masse von unserem Naturkapital ab4.

 

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In Gefahr: unsere Wirtschaft und unser Naturkapital

Heute wird unser Naturkapital strapaziert wie nie zuvor.

Derzeit entnimmt unsere Gesellschaft der Erde jährlich rund 100 Milliarden Tonnen an natürlichen Ressourcen5. Gleichzeitig produzieren wir jährlich etwa 70 Milliarden Tonnen Abfall, wovon über die Hälfte auf Emissionen und nicht rückverfolgte Formen von Abfall und Verschmutzung entfällt6. Ein grosser Teil dieses Ressourcenabbaus und Abfalls geht auf Produkte zurück, die uns kurzfristig nützen, aber während des grössten Teils ihrer Lebensdauer nicht benutzt werden.

Derzeit entnimmt unsere Gesellschaft der Erde jährlich rund 100 Milliarden Tonnen an natürlichen Ressourcen.

Anders ausgedrückt ist unser heutiges Wirtschaftsmodell WILD: Wasteful (unwirtschaftlich), Idle (ineffizient), Lopsided (ungleich) und Dirty (verschmutzt). Und es bringt unser Naturkapital in Gefahr.

Beispielsweise ist zurzeit nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen über ein Drittel der Bodenressourcen der Erde infolge von Erosion, Versalzung, Verdichtung, Versäuerung und chemischer Verschmutzung mittelschwer bis schwer degradiert7. Allgemeiner ausgedrückt haben wir von den neun planetaren Grenzen, innerhalb derer wir sicher operieren können, bereits vier überschritten: Klimawandel, Unversehrtheit der Biosphäre, biogeochemische Kreisläufe und Landnutzungsänderung8.

Paradoxerweise kommt die Gefahr für das Naturkapital von der Wirtschaft. Obwohl viele Sektoren in hohem Masse auf Naturkapital angewiesen sind, zerstören dieselben Branchen mit ihren nicht nachhaltigen Geschäftspraktiken genau die Ressourcen, von denen sie abhängen. Im Endeffekt zerstört sich unsere Wirtschaft selbst.

Obwohl viele Sektoren in hohem Masse auf Naturkapital angewiesen sind, zerstören dieselben Branchen mit ihren nicht nachhaltigen Geschäftspraktiken genau die Ressourcen, von denen sie abhängen.

Nutzung und Erhaltung von Naturkapital schliessen sich nicht gegenseitig aus

Wir sehen deutlich, dass die Ausweitung des menschlichen Wissens eine Fülle neuer Gelegenheiten eröffnet, unser Naturkapital effizient zu nutzen und gleichzeitig diese wertvollen Ressourcen zu erhalten und zu regenerieren. Viele dieser Gelegenheiten bieten sich schon heute, andere zeichnen sich am Horizont ab.

 

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Beispielsweise werden Naturmaterialien wie Bio-Polymere und -Verbundmaterialien bereits für Konsumgüter verwendet und dürften verschiedene Sektoren revolutionieren, von Bauwesen und Chemie bis hin zu Textilien und Verkehr. Und der bei der Herstellung dieser Materialien entstandene Abfall muss nicht weggeworfen werden, da er zur Erzeugung von Bioenergie verwendet werden kann, welche unser Naturkapital ebenfalls schützt.

... einige Investitionen in unser Naturkapital würden einen wertvollen Beitrag dazu leisten, die Emissionen unter dem Strich auf null zu senken

Derweil würden einige Investitionen in unser Naturkapital einen wertvollen Beitrag dazu leisten, die Emissionen unter dem Strich auf null zu senken. Wiederaufforstung, Landmanagement und Bodenbewirtschaftung, Wiederherstellung der Biodiversität und die richtigen Bioenergiesysteme würden alle dazu beitragen, die CO2-Emissionen zu verringern und CO2 aus der Atmosphäre zu binden. Tatsächlich hat unser Naturkapital das Potenzial, jährlich rund 16 Mrd. Tonnen CO2 zu binden – ungefähr so viel, wie Asien zurzeit freisetzt.

Unseres Erachtens ist dieses Potenzial keine blosse Hypothese. Denn eine der wertvollsten Eigenschaften unseres Naturkapitals ist die, dass es sich selbst regeneriert, wenn wir es achtsam nutzen und in seine Erhaltung investieren. Und diese Regeneration zu unterstützen, ist das Beste, was wir für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt tun können.

... eine der wertvollsten Eigenschaften unseres Naturkapitals ist die, dass es sich selbst regeneriert, wenn wir es achtsam nutzen und in seine Erhaltung investieren.

Investitionen in unser Naturkapital sind zweifellos das Richtige für unsere Wirtschaft. Wenn aber unsere nicht nachhaltige Wirtschaftsweise unser Naturkapital gefährdet, können wir seine Leistungen nur durch den Übergang zu einem völlig neuen Wirtschaftsmodell realisieren.

 

Investitionen in die CLIC™-Wirtschaft sind Investitionen in unser Naturkapital

Wir haben Belege dafür, dass ein Übergang zu einem kreislauforientierten (Circular), effizienten (Lean), integrativen (Inclusive) und sauberen (Clean) Wirtschaftsmodell, der CLIC™-Wirtschaft, bereits im Gange ist. Eine solche Wirtschaft schafft nützliches Wirtschaftswachstum, ohne unsere natürlichen Ressourcen auszubeuten.

Diesen Übergang können wir aber nicht erreichen, wenn wir so weitermachen wie bisher. Deshalb suchen und bevorzugen wir Unternehmen, welche die von uns benötigten Produkte und Dienstleistungen auf eine neue Weise bereitstellen, die – wie etwa die CO2-Abscheidung aus der Atmosphäre oder die Regeneration unserer Wälder und Meere – unser Naturkapital schützt und pflegt.

 

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Dieser Übergang erfordert weit mehr als eine kleine Prozessänderung oder das Installieren eines Windrads. Der Übergang von einer WILD- zu einer CLIC™-Wirtschaft ist ein fundamentaler Paradigmenwechsel, der die Unternehmen aller Sektoren verändern wird. Wir sind jedoch überzeugt, dass der immensen Herausforderung eine ebenso grosse Chance gegenübersteht: Investitionen in den Übergang zu einer CLIC™-Wirtschaft werden höhere finanzielle Renditen und niedrigere Risiken haben als Investitionen in Lösungen, die diesem Wandel nicht gerecht werden. Deshalb ist die CLIC™-Wirtschaft der Prüfstein unserer Core-Conviction-Anlagestrategie, bei der wir Unternehmen bevorzugen, die den Übergang zu einer nachhaltigeren Zukunft aktiv angehen.

Um die mit unserem Naturkapital verbundenen Chancen zu maximieren, sollten sich die Anleger unseres Erachtens vier wichtiger wirtschaftlicher Revolutionen bewusst sein.

Die erste Revolution: die Bio-Kreislaufwirtschaft

Die zweite Revolution: Ressourceneffizienz

Die dritte Revolution: von Privateigentum zu Resultaten und Erfahrungen

Die vierte Revolution: die abfallfreie Wirtschaft

 

Anlegern helfen, unser Naturkapital zu schützen und gewinnbringend zu nutzen

Bei Lombard Odier sind wir bestrebt, unseren Kunden bei Investitionen in unser Naturkapital zu helfen. Denn im Zuge des Übergangs zu einer CLIC™-Wirtschaft, die sich auf unser Naturkapital stützt, wird deutlich, dass diese Investitionen einige der grössten Chancen unserer Zeit darstellen.

1 World Forum on Natural Capital (kein Datum) „Was ist Naturkapital?“. Hier verfügbar.

Patridge, E., Gareiss, P., Kinch, M. S., Hoyer, D. (2016) „An analysis of FDA-approved drugs: natural products and their derivatives“, Drug Discov Today, Bd. 21, Nr. 2, S. 204–207. Hier verfügbar.

3 World Wildlife Fund (2015) „Reviving the Ocean Economy: The Case for Action“. Hier verfügbar.

Weltwirtschaftsforum (2020) „Nature Risk Rising: Why the Crisis Engulfing Nature Matters for Business and the Economy“. Hier verfügbar.

5 Circle Economy (2020) „The Circularity Gap Report 2020“. Hier verfügbar.

6 Idem

7Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (2015) „Status of the World’s Soil Resources“. Hier verfügbar.

Steffen, W., Richardson, K., Rockström, J., Cornell, S. E., Fetzer, I., Bennett, E. M., Biggs, R., Carpenter, S. R., de Vries, W., de Wit, C. A., Folke, C., Gerten, D., Heinke, J., Mace, G. M., Persson, L. M., Ramanathan, V., Reyers, B. und Sörlin, S. (2015) „Planetary boundaries: Guiding human development on a changing planet“, Science, Bd. 347, Nr. 6223. Hier verfügbar.

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