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Die USA und Iran haben ein Abkommen zur Wiederöffnung der Strasse von Hormuz sowie zur Verlängerung der Waffenruhe um 60 Tage angekündigt. Dies markiert eine bedeutende Deeskalation im Nahostkonflikt.
Obwohl wichtige Fragen offen bleiben, dürfte eine teilweise Erholung der Energie- und Schifffahrtsströme durch die Meerenge ausreichen, um weitere schädliche Engpässe für die Weltwirtschaft zu vermeiden.
Die Vereinbarung untermauert unser Basisszenario einer Deeskalation sowie unsere Erwartung eines durchschnittlichen Ölpreises von USD 90 pro Barrel über die sechs Monate seit Beginn des Konflikts. Unsere Zwölfmonatsprognose bleibt bei USD 78 pro Barrel.
Wir lassen unsere makroökonomischen Prognosen unverändert und bleiben bei einer moderat risikoorientierten Haltung in den Portfolios. Dabei stützen wir uns auf eine robuste Gewinnentwicklung und sind auf Anlagen aus Schwellenländern ausgerichtet.
Die USA und Iran haben einen diplomatischen Durchbruch im Nahen Osten angekündigt. Eine vorläufige Vereinbarung sieht die Wiederöffnung der Strasse von Hormuz und eine Verlängerung der Waffenruhe um 60 Tage vor. Wir halten an unseren makroökonomischen Prognosen fest und bleiben bei einer moderat risikoorientierten Haltung in den Portfolios.
Die USA und Iran haben signalisiert, dass sie sich auf eine Absichtserklärung zur Beendigung der Feindseligkeiten im Nahen Osten geeinigt haben. Der Text soll am 19. Juni in der Schweiz unterzeichnet werden. Ohne offiziellen Wortlaut bleiben die Details unklar. Doch laut Hinweisen wird neben der Wiederöffnung der Strasse von Hormuz nach fast vier Monaten die Waffenruhe auf alle Fronten ausgeweitet, einschliesslich des Libanon. Die USA verpflichten sich, sich nicht in innere Angelegenheiten Irans einzumischen und ihre Kräfte aus der umliegenden Region abzuziehen. Eingefrorene Vermögenswerte Irans in Höhe von rund USD 24 Mrd. sollen über einen Zeitraum von 60 Tagen freigegeben werden, und Iran wird sein Bekenntnis bekräftigen, keine Atomwaffen herzustellen.
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Die vorläufige Vereinbarung wird einige zentrale Fragen offen lassen. Dazu gehören unter anderem die Zukunft der nuklearen Ambitionen Irans für zivile Zwecke sowie das Ausmass, in dem Sanktionen gegenüber Iran aufgehoben werden. Mit der schrittweisen Wiederöffnung der Meerenge entfällt jedoch die grösste Belastung für die Weltwirtschaft und die Ölmärkte.
Mit der schrittweisen Wiederöffnung der Meerenge entfällt die grösste Belastung für die Weltwirtschaft und die Ölmärkte
Aus wirtschaftlicher Sicht fragt sich, wie rasch sich die Ströme erholen können. In unserem Basisszenario gehen wir weiterhin davon aus, dass sie sich in den kommenden Wochen etwa zur Hälfte normalisieren werden. Dies würde bedeuten, dass sich zusätzliche schädliche Engpässe vermeiden lassen. Eine vollständige Wiederauffüllung der Ölvorräte wird Zeit in Anspruch nehmen und dürfte sich bis weit in das Jahr 2027 hineinziehen. Dennoch erwarten wir weiterhin, dass der Preis für Brent-Rohöl im Durchschnitt der sechs Monate seit Beginn des Konflikts bei USD 90 pro Barrel liegen wird. Die Terminpreise für Öl entsprechen jetzt weitestgehend unseren Prognosen. Auf Sicht von zwölf Monaten rechnen wir mit einem Rückgang auf USD 78 pro Barrel.
In den letzten Wochen hat die Schifffahrtsaktivität in der Meerenge bereits zugenommen, und einige Ausgleichsmassnahmen haben zur Eindämmung des Ölpreises beigetragen. China hat seine Ölimporte um mehr als 5 Millionen Barrel pro Tag reduziert und damit den Druck auf das globale Gleichgewicht verringert. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate betreiben weiterhin Pipelines, um die Strasse von Hormuz zu umgehen. Zusätzliche logistische Optionen werden verfügbar werden, wenn das Vertrauen zunimmt.
In den letzten Wochen hat die Schifffahrtsaktivität in der Meerenge bereits zugenommen, und einige Ausgleichsmassnahmen haben zur Eindämmung des Ölpreises beigetragen
Weiterhin eine risikoorientierte Haltung
Die Nachricht über ein vorläufiges Abkommen untermauert unser Basisszenario einer Deeskalation des Konflikts. Daher lassen wir unsere zentralen Markt- und makroökonomischen Prognosen unverändert. Der globale Energieschock infolge des Nahostkonflikts hatte bereits bedeutende Folgen, indem er die Inflation erhöht und den Wachstumsausblick getrübt hat. Dennoch erwarten wir weiterhin, dass die Weltwirtschaft dieses Jahr um knapp 3% wachsen wird. Insbesondere die US-Wirtschaft hat sich als resilient erwiesen.
Diese wirtschaftliche Widerstandskraft unterstützt unsere Erwartung eines anhaltend robusten Wachstums der Unternehmensgewinne sowie unsere moderat risikoorientierte Haltung in den Portfolios. Eine Deeskalation dürfte zudem eine Ausbreitung der Aktienrally auf zyklischere Sektoren begünstigen, während rückläufige Inflationserwartungen die Ertragsaussichten für Anleihen verbessern dürften.
Die wirtschaftliche Widerstandskraft unterstützt unsere Erwartung eines anhaltend robusten Wachstums der Unternehmensgewinne sowie unsere moderat risikoorientierte Haltung in den Portfolios
Nach der jüngsten kräftigen Aktienmarktrally haben wir unsere Einschätzung des Technologiesektors auf neutral zurückgenommen und bevorzugen jetzt Finanzwerte neben Versorgern und dem Gesundheitssektor. Wir bleiben in Aktien übergewichtet und setzen dies über Engagements in Schwellenländeraktien um. In festverzinslichen Anlagen bleiben wir insgesamt neutral positioniert und favorisieren Hartwährungsanleihen aus Schwellenländern gegenüber Staatsanleihen aus Industrieländern.
An den Aktienmärkten der Industrieländer bleiben wir in Japan übergewichtet und bevorzugen neu auch eine stärkere Ausrichtung auf amerikanische Aktien mit geringer Marktkapitalisierung. Diese Small Caps dürften von einer robusten US-Konjunktur, breiter abgestützten Treibern des Gewinnwachstums und schliesslich niedrigeren Zinsen profitieren. Ihre Bewertungen liegen weiterhin deutlich unter jenen von Aktien aus Industrieländern.
Wie in einem jüngst veröffentlichten CIO Office Viewpoint erwähnt, dürften globale Aktien Anleihen weiterhin übertreffen, wenngleich Staatsanleihen nun attraktive Renditen bieten. Bei Staatsanleihen aus Industrieländern bevorzugen wir Laufzeiten von fünf bis sieben Jahren im Vereinigten Königreich, in der Eurozone, in Australien und in der Schweiz sowie fünfjährige US-Staatsanleihen.
Globale Aktien dürften Anleihen weiterhin übertreffen
Eine nachhaltige Deeskalation im Nahostkonflikt würde die Voraussetzungen für eine breitere Aktienmarktrally schaffen und die Anlegerstimmung heben. Zugleich bleiben die Risiken einer erneuten Eskalation bestehen, falls die Verhandlungen scheitern oder regionale Spannungen wieder aufkeimen. Wir belassen unsere Portfoliopositionierung vorerst unverändert und beobachten die Entwicklungen weiterhin aufmerksam.
CIO Office Viewpoint
US-Iran-Abkommen dürfte Schiffsverkehr durch Strasse von Hormuz ermöglichen
Die vorliegende Marketingmitteilung wurde von der Bank Lombard Odier & Co AG (nachstehend “Lombard Odier”) herausgegeben. Sie ist weder für die Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung in Rechtsordnungen bestimmt, in denen eine solche Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung rechtswidrig ist, noch richtet sie sich an Personen oder Rechtsstrukturen, an die eine entsprechende.
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