Attraktivität Schweizer Aktien verbreitert sich

Attraktivität Schweizer Aktien verbreitert sich

Anlegerinnen und Anleger auf der ganzen Welt fragen sich, welchen Sektoren die nächsten Gewinner der künstlichen Intelligenz (KI) angehören werden. In den letzten zwei Jahren lagen Technologieunternehmen bei den Aktienrenditen zumeist an der Spitze. Der Anstieg der Produktivität und der Gewinne macht sich aber allmählich auch bei den KI-Anwendern bemerkbar. Diese Entwicklung könnte Gesundheits- und Finanzunternehmen in der Schweiz zugutekommen – zwei Sektoren, die den grössten Aktienmarktindex des Landes dominieren.

Nach einem sehr guten 1. Halbjahr 2026 scheint ein grosser Teil der erwarteten Gewinnerholung inzwischen im Swiss Market Index (SMI) berücksichtigt zu sein. Schweizer Industrieunternehmen haben vom Ausbau der KI-Infrastruktur und den gestiegenen Unternehmensinvestitionen profitiert. Die Sektoren Gesundheitswesen, Finanzwesen und Luxusgüter, die im SMI eine Gewichtung von insgesamt etwas mehr als 60% haben, legten im letzten Monat ebenfalls zu. Dies ist Teil einer breiteren Marktrotation in defensive und zyklische Sektoren, die bisher hinterherhinkten. Anlegerinnen und Anleger versuchen damit, ihre stark auf den Technologiesektor konzentrierten Engagements zu diversifizieren.

Die Sektoren Gesundheitswesen, Finanzwesen und Luxusgüter, die im SMI eine Gewichtung von insgesamt etwas mehr als 60% haben, legten im letzten Monat ebenfalls zu

Der Schweizer Franken ist ein wichtiger positiver Impulsgeber für die multinationalen Unternehmen des Landes. Deren Kosten fallen in Schweizer Franken an, ihre Gewinne erwirtschaften sie aber überwiegend in ausländischen Märkten. Die Schweizer Währung entwickelte sich im 2. Halbjahr 2025 sehr positiv. Zum einen erwarteten die Anlegerinnen und Anleger niedrigere US-Leitzinsen; zum anderen bestanden Bedenken über die institutionelle Glaubwürdigkeit der US-Notenbank Fed. Diese Faktoren sind mittlerweile nicht mehr gegeben, deshalb hat die relative Stärke des Schweizer Frankens abgenommen. Da der Markt noch immer von Zinserhöhungen der Fed ausgeht, dürfte der US-Dollar gegenüber niedriger rentierenden Währungen wie dem Schweizer Franken gut abgestützt bleiben. Unsere 12-Monats-Prognose für den Wechselkurs des US-Dollar zum Schweizer Franken liegt bei 0,80. Für die nächsten Monate gehen wir von einer Spanne von 0,79 bis 0,84 aus.

Schweizer Aktien profitierten im 1. Halbjahr von Mittelzuflüssen in defensive und als sicher geltende Titel. Auslöser dafür waren die erneuten Spannungen im Nahen Osten sowie höhere Energiepreise, die die Stagflationssorgen neu entfachten.

Ausblick auf das 2. Halbjahr

Im 2. Halbjahr dürften Schweizer Aktien nach unserer Erwartung moderatere Erträge erwirtschaften. Die Bewertungen zahlreicher führender Schweizer Unternehmen liegen nun über ihrem langfristigen Durchschnitt, sodass der Spielraum für weiteres Aufwärtspotenzial begrenzt ist. Das Gewinnwachstum dürfte deshalb der wichtigste Treiber für die Performance von Aktien sein. Die Gewinnerholung setzt sich fort, und wir gehen für 2026 und 2027 von einem Gewinnwachstum von jeweils etwa 7% aus. Dieser Wert liegt leicht unter der Konsensschätzung und ist niedriger als in einigen anderen Industrieländern.

In Bereichen wie Arzneimittelforschung, klinische Entwicklung und Datenmanagement steigt dank KI allmählich die Produktivität – ein weiterer langfristig positiver Faktor für den Gesundheitssektor

Das Gesundheitswesen, der grösste Sektor im SMI, bleibt dennoch einer unserer weltweiten Favoriten. Die Gewinndynamik verbessert sich weiter, unterstützt durch eine zyklische Erholung im Bereich medizinische Ausrüstung sowie Innovationen in der Onkologie und Immunologie. Die potenzielle Kostenübernahme für Adipositas-Medikamente in den USA durch Medicare schlägt ebenfalls positiv zu Buche. Zudem steigt in Bereichen wie Arzneimittelforschung, klinische Entwicklung und Datenmanagement dank KI allmählich die Produktivität – ein weiterer langfristig positiver Faktor für den Gesundheitssektor. Eine Abnahme der Unsicherheit über die US-Politik und die US-Zölle könnte für zusätzliche positive Impulse sorgen. Bis dahin behalten wir die potenziellen Auswirkungen der letzten Runde von US-Zollankündigungen weiterhin genau im Auge. Dazu zählt auch der Plan, Importe von Generika mit Zöllen von 100% zu belegen.

Im September wird für Anlegerinnen und Anleger, die im SMI investiert sind, die Gewichtung des Gesundheitswesens weiter steigen. Dann fallen der Telekommunikationsanbieter Swisscom AG und das Logistikunternehmen Kühne & Nagel SA aus dem Index heraus und weichen dem Hautpflegespezialisten Galderma SA sowie dem Generikahersteller Sandoz AG.

Im September wird für Anlegerinnen und Anleger, die im SMI investiert sind, die Gewichtung des Gesundheitswesens weiter steigen. Denn dann rücken der Hautpflegespezialist Galderma SA und der Generikahersteller Sandoz AG in den Index auf

Die Anwendung von KI führt aber nicht nur im Gesundheitswesen zu positiven Effekten. Wir sind überzeugt, dass der Markt die Auswirkungen der Technologie im Finanzdienstleistungssektor noch unterschätzt. Dieser Sektor profitiert vom KI-Boom im Bereich Finanzierungen und darüber hinaus von der Zunahme der Kapitalmarktaktivität. Die KI-Integration erhöht die Effizienz im gesamten Sektor. Hier ist die Schweiz gut aufgestellt, um den Kundenservice zu verbessern und die Betriebskosten für administrative Prozesse sowie Risiko- und Compliance-Funktionen zu senken. Diese Produktivitätsgewinne dürften den Kostendruck sukzessive ausgleichen, die Margen stützen und Unternehmen in die Lage versetzen, ihre Dienstleistungen effizient zu skalieren.

Die Anwendung von KI führt nicht nur im Gesundheitswesen zu positiven Effekten. Wir sind überzeugt, dass der Markt die Auswirkungen der Technologie im Finanzdienstleistungssektor noch unterschätzt

Diversifizierung in Small und Mid Caps

Aufgrund der relativ defensiven Zusammensetzung des Schweizer Leitindex sollten sich Anlegerinnen und Anleger unbedingt breiter engagieren. Der Swiss Performance Index (SPI), der etwa 200 Schweizer Unternehmen enthält, kann den SMI ergänzen. Noch attraktiver ist unseres Erachtens der SPI Extra, der Engagements in Schweizer Aktien mit eher niedriger bis mittlerer Kapitalisierung bietet. Wir geben diesem Marktsegment weltweit den Vorzug gegenüber hoch kapitalisierten Titeln. Zudem sehen wir bei verbesserten konjunkturellen Bedingungen Spielraum für einen Anstieg der Bewertungsprämie gegenüber dem SMI über den historischen Durchschnitt von 28%.

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Wir stufen Schweizer Aktien in Portfolios aktuell zwar neutral ein, raten aber zu Engagements in ausgewählten Titeln. Wir sind nach wie vor überzeugt, dass sie für Anlegerinnen und Anleger in mehrfacher Hinsicht attraktiv sind. Das Land beheimatet zahlreiche Unternehmen von Weltformat, die ein hohes Mass an Innovation in einem stabilen wirtschaftlichen und politischen Umfeld bieten. Die prognostizierte Dividendenrendite von 3% auf Sicht der nächsten zwölf Monate erscheint attraktiv. Aufgrund der hohen Gewichtung von defensiven Sektoren im SMI weisen Schweizer Aktien häufig eine geringere Volatilität auf als Aktien aus anderen Industrieländern.

Die prognostizierte Dividendenrendite von 3% auf Sicht der nächsten zwölf Monate erscheint attraktiv

Zudem stellen wir fest, dass Schweizer Anlegerinnen und Anleger, die im heimischen Aktienmarkt investieren, einen geringeren Bedarf an Währungsabsicherungen in ihren Portfolios haben. In Verbindung mit unserer Präferenz für Schweizer Small und Mid Caps unterstützt dies einen selektiven Ansatz. Der Fokus sollte auf erstklassigen Unternehmen liegen, die nachhaltiges Gewinnwachstum und attraktive Renditen versprechen.

Da die KI nun auch ausserhalb des Technologiesektors marktbestimmend wird, dürfte für die Schweiz das hohe Gewicht des Gesundheits- und Finanzwesens von Vorteil sein. In diesem Umfeld sollten Anlegerinnen und Anleger ihren Blick vom zunehmend defensiven SMI auf den breiteren Schweizer Aktienmarkt richten.

Wichtige Hinweise.

Die vorliegende Marketingmitteilung wurde von der Bank Lombard Odier & Co AG (nachstehend “Lombard Odier”) herausgegeben. Sie ist weder für die Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung in Rechtsordnungen bestimmt, in denen eine solche Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung rechtswidrig ist, noch richtet sie sich an Personen oder Rechtsstrukturen, an die eine entsprechende.

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