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Was die veränderte US-Zollpolitik und die Risiken in Nahost für die Finanzmärkte bedeuten
Dr. Nannette Hechler-Fayd’herbe
Head of Investment Strategy, Sustainability and Research, CIO EMEA
Dr. Luca Bindelli
Head of Investment Strategy
Kernpunkte.
Wir erwarten begrenzte Marktauswirkungen von den neu angekündigten universellen US-Importzöllen. Die US-Handelspolitik bleibt volatil, während die Regierung Trump auf andere Rechtsgrundlagen zurückgreift, um länderspezifische Zölle zu erheben
Unsere moderat risikoorientierte Haltung bleibt angesichts der begrenzten Marktauswirkungen der kurzfristigen Handelsunsicherheit gerechtfertigt
Schwellenländer könnten vorübergehend profitieren, wenn Zölle, die bisher mehr als 15% betrugen, reduziert werden. Wir bleiben in Aktien und Anleihen der Schwellenländer übergewichtet
Angesichts der Unsicherheit und geopolitischer Risiken ist Diversifizierung in Multi-Asset-Portfolios zentral. Wir halten an der Übergewichtung von Gold fest, da das Risiko von US‑Angriffen auf Iran fortdauert – mit möglichen Folgen für den US‑Dollar und US‑Staatsanleihen.
Der US Supreme Court hat die Anwendung des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) zur Auferlegung von Importzöllen für rechtswidrig erklärt. Präsident Trump hat nun auf Section 122 des Trade Act von 1974 zurückgegriffen, um einen neuen globalen Zoll für 150 Tage einzuführen. Dieser wurde zunächst per Executive Order auf 10% festgelegt und später im Rahmen einer Ankündigung in den sozialen Medien auf 15% erhöht. Der neue Importzoll von 10% tritt am 24. Februar 2026 in Kraft.
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Für einige Güterkategorien gelten weiterhin die bisherigen Ausnahmen, und der Grossteil des Handels mit ausgewählten Ländern, darunter Kanada und Mexiko, ist ebenfalls ausgenommen. Trotz kurzfristiger Zollunsicherheit gehen wir davon aus, dass der effektive Zollsatz von 14,5% auf 12,5% sinkt, vorbehaltlich der weiteren Entwicklung. Wir erwarten nur begrenzte Marktauswirkungen und behalten unsere risikoorientierte Anlagestrategie bei.
Trotz kurzfristiger Zollunsicherheit gehen wir davon aus, dass der effektive Zollsatz von 14,5% auf 12,5% sinkt, vorbehaltlich der weiteren Entwicklung
Für Länder wie die Mitglieder der Europäischen Union, die Schweiz und Japan, die einem US‑Importzoll von 15% unterliegen, dürften sich die effektiven Zollsätze kaum ändern. Wir erwarten daher auf kurze Sicht begrenzte Marktfolgen. Für Volkswirtschaften mit bisher niedrigeren Zöllen, wie das Vereinigte Königreich, könnte die Volatilität zunehmen, je nachdem, ob beide Seiten an der bisherigen Handelsvereinbarung mit einem Niveau von 10% festhalten.
Einige Schwellenländer mit höheren Basiszöllen könnten profitieren. Brasilien etwa sah sich mit einem Zoll von 50% konfrontiert. Auch für China könnte sich der effektive Zollsatz etwas reduzieren (10% Basiszoll und zusätzliche 10%, weil die Einfuhr von Fentanyl und anderen Drogen in die USA nicht eingedämmt wurde).
Letztlich sind die wirtschaftlichen Vor- oder Nachteile der einzelnen Länder von der Entwicklung bestehender bilateraler Deals abhängig und davon, ob die Regierungen Neuverhandlungen anstreben. Präsident Trump erklärte, er gehe davon aus, dass bestehende Abkommen weiterhin gelten. Doch es ist unklar, ob Länder Revisionen verlangen werden. Das handelspolitische Umfeld bleibt volatil, und Veränderungen auf Länder‑ und möglicherweise Sektorebene sind wahrscheinlich. Wir beobachten die Entwicklung der Ereignisse genau.
Einige Schwellenländer mit höheren Basiszöllen könnten profitieren
Sektorspezifische Auswirkungen
Ein neuer globaler Zoll von 15% würde für spezifische Sektoren keine wesentliche Veränderung bedeuten. Ausnahmen gelten weiterhin für Energie, Pharmaprodukte, kritische Mineralien sowie Luft‑ und Raumfahrt. Des Weiteren bestehen Ausnahmen für: ausgewählte Importe, die von wichtigen Handelspartnern wie Taiwan, Südkorea und Japan stammen (Halbleiter der älteren Generation und Flugzeugteile); Güter, die unter Section 232 fallen (Stahl, Kupfer, Automobile und fortschrittliche Halbleiter); und Güter mit USMCA-Ursprung (USMCA: Freihandelsabkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada). Alle übrigen Güter unterliegen dem aktuell angekündigten Zolltarif von 15%. Bei einigen Sektoren, die von der anfänglichen Ankündigung eines Universalzolls von 10% profitiert haben – wie Luxusgüter –, könnte in den kommenden Tagen eine Anpassung erfolgen.
In unserer Aktienstrategie bevorzugen wir das Gesundheitswesen, Versorger und Grundstoffe. Auf regionaler Ebene favorisieren wir nach dem überwältigenden Wahlsieg von Premierministerin Sanae Takaichi japanische Aktien. Wir bleiben in Aktien der Schwellenländer angesichts ihrer Widerstandskraft und soliden Fundamentaldaten übergewichtet, wobei wir Südkorea sowie Südafrika, China und Indien bevorzugen. Südkorea und Südafrika sind in der Gewinnentwicklung weiterhin führend, da ihnen hohe Ausgaben für KI-Infrastruktur und hohe Edelmetallpreise zugutekommen. Die Zollentwicklungen könnten zudem die Anlegerstimmung gegenüber Südafrika heben, für das bislang ein Zoll von 30% galt. Indien war Zöllen von 50% ausgesetzt, die mit einem am 2. Februar geschlossenen Handels-Deal auf 18% sanken. Es profitiert von diesen jüngst gesenkten Handelsbarrieren, einer zyklischen Beschleunigung und einer freundlicheren Marktstimmung. China könnte aufgrund einer etwas besseren Zollsituation zusätzliches Anlegerinteresse wecken. Gründe sind attraktive Aktienrenditen, sich rasch entwickelnde KI-Fähigkeiten und eine für 2026 erwartete Gewinnerholung.
China könnte aufgrund einer etwas besseren Zollsituation zusätzliches Anlegerinteresse wecken
Portfoliodiversifizierung bleibt entscheidend
Durch unsere Engagements in den Schwellenländern bleiben wir in Aktien übergewichtet. Trotz der jüngsten KI-bezogenen Sorgen und der Zollunsicherheit ist das Wirtschaftswachstum stabil, und globale Frühindikatoren deuten auf eine bevorstehende Expansion hin. In vielen grossen Volkswirtschaften hält der Trend einer neutralen oder lockereren Geldpolitik an, begleitet von einer unterstützenden Fiskalpolitik. Die Unternehmensgewinne bleiben insgesamt solide, wobei die Gewinnerwartungen für 2026 stabil sind oder nach oben revidiert werden. Zudem deutet die neutrale Anlegerpositionierung weder auf Überschwang noch auf Sorglosigkeit hin. Allerdings erwarten wir von hier aus keine linear steigenden Aktienkurse. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, gut diversifizierte Portfolios beizubehalten.
Überdies rechnen wir mit weiteren Entwicklungen in der Zollpolitik. Langfristig könnten die USA gestützt auf andere Rechtsgrundlagen wieder weniger vorteilhafte länderspezifische Zölle verhängen. Auch zusätzliche Massnahmen für bestimmte Sektoren oder Länder sind möglich. Daher erwarten wir an den Aktienmärkten auf kurze Sicht Volatilität.
Die Aufmerksamkeit der Anlegerinnen und Anleger gilt zudem geopolitischen Risiken, namentlich der Lage im Nahen Osten, die angesichts grosser Spannungen unbeständig bleibt. In diesem Umfeld betonen wir erneut, wie wichtig eine anhaltend gute Portfoliodiversifizierung ist.
Wir bevorzugen in Multi‑Asset‑Portfolios weiterhin Ertragsquellen wie Schwellenländeranleihen. Ungeachtet der jüngsten technologiebedingten Volatilität an den US-Aktienmärkten sind Schwellenländeranleihen widerstandsfähig geblieben. Dies dürfte vor allem darauf zurückzuführen sein, dass die Anlageklasse eine geringe direkte Exponierung gegenüber Technologie aufweist. Wir erwarten nach wie vor, dass hohe Renditen und daraus resultierende starke Zuflüsse die Performance von Schwellenländeranleihen unterstützen. Wir halten an der Übergewichtung von Gold fest und gehen davon aus, dass Rohstoffe in Portfolios weiterhin Diversifizierungsvorteile bieten. Dies gilt sowohl bei positiven Konjunkturüberraschungen, etwa durch vorgezogene Handelsaktivitäten im Basisszenario, als auch bei Angebotsstörungen aufgrund zunehmender Spannungen im Risikoszenario. Qualifizierten Anlegern können alternative Anlageklassen wie Hedge Funds, die unkorrelierte Strategien verfolgen können, in Multi-Asset-Portfolios zusätzliche Renditequellen bieten.
Wir halten an der Übergewichtung von Gold fest und gehen davon aus, dass Rohstoffe in Portfolios weiterhin Diversifizierungsvorteile bieten
Das Urteil des US Supreme Court impliziert eine leichte Abschwächung des US‑Dollar und etwas höhere Renditen von US‑Staatsanleihen. Letztere gründen auf Markterwartungen, wonach dem Staat Einnahmelücken wegen Forderungen nach Zollrückzahlungen entstehen. Doch die juristischen Rückerstattungsprozesse werden sich voraussichtlich in die Länge ziehen, was die Auswirkungen auf die Renditen von US‑Staatsanleihen begrenzen dürfte.
Die geopolitische Lage im Nahen Osten ist indessen entscheidender für den US-Dollar und US‑Staatsanleihen. Im Risikoszenario von US‑Angriffen auf Iran würde der Dollar aufwerten, und die Renditen von US‑Staatsanleihen würden sinken, während US-Anleger Vermögen ins eigene Land zurückführen und die Nachfrage nach sicheren Häfen zunimmt. Eine Eskalation würde zudem für steigende Ölpreise und höhere Inflationserwartungen sorgen, sodass inflationsgeschützte US-Staatsanleihen (TIPS) voraussichtlich andere Staatsanleihen überflügeln würden.
CIO Office Viewpoint
Was die veränderte US-Zollpolitik und die Risiken in Nahost für die Finanzmärkte bedeuten
Die vorliegende Marketingmitteilung wurde von der Bank Lombard Odier & Co AG (nachstehend “Lombard Odier”) herausgegeben. Sie ist weder für die Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung in Rechtsordnungen bestimmt, in denen eine solche Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung rechtswidrig ist, noch richtet sie sich an Personen oder Rechtsstrukturen, an die eine entsprechende.
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