Über den Erwartungen liegendes Wachstum spricht für stabilen Ausblick in den USA und Europa

Samy Chaar - Chefökonom und CIO Schweiz
Samy Chaar
Chefökonom und CIO Schweiz
Über den Erwartungen liegendes Wachstum spricht für stabilen Ausblick in den USA und Europa

Kernpunkte.

  • Aufgrund einer über Erwarten starken Wirtschaftsdynamik 2025 rechnen wir nun für 2026 mit einem weltweiten und US-amerikanischen Wachstum, das nahe am Potenzial liegt und gegenüber 2025 weitgehend stabil ist. Wir erhöhen unsere Jahresprognosen für die USA und die Eurozone auf 2,2% bzw. 1,5%
  • Ungeachtet der Belastungen durch US-Zölle sowie Risiken auf geopolitischer Ebene und aufgrund der US-Politik stützen ein robuster Privatsektor, eine lockerere Geldpolitik und Fiskalimpulse das gesamtwirtschaftliche Umfeld
  • In der Schweiz rechnen wir für 2026 mit einem stabilen Wachstum von 1,2%. Die Schweizerische Nationalbank dürfte der Frankenstärke eher mit Interventionen als mit Negativzinsen begegnen
  • In China werden fiskalpolitische Unterstützung und Infrastrukturinvestitionen helfen, das Wachstum trotz schwacher Binnennachfrage und Handelsdruck bei rund 4,3% zu stabilisieren.

Zu Beginn des Jahres 2026 scheinen die Bedingungen für die Weltwirtschaft günstiger als zunächst angenommen. Die wichtigsten Volkswirtschaften – von den USA über Europa bis China – wuchsen 2025 stärker als erwartet, und zukunftsgerichtete Umfragen deuten auf eine Expansion hin. Trotz der anhaltenden Auswirkungen der US-Zölle auf Konsum und Handel rechnen wir damit, dass das globale Wachstum nahe am Potenzial liegen und gegenüber 2025 weitgehend stabil sein wird.

Die Volkswirtschaften der USA, Europas und in geringerem Masse der Schweiz haben unsere Erwartungen für 2025 übertroffen. Deshalb haben wir unsere Prognosen für 2026 für die USA auf 2,2% und für die Eurozone auf 1,5% angehoben. Der Privatsektor bleibt solide. Wir erwarten, dass die US-Notenbank Fed die Zinssenkungen im zweiten Halbjahr 2026 wieder aufnimmt, während die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins bereits auf ein neutrales Niveau gesenkt hat. Zusätzlich wirken in den USA moderate Fiskalimpulse und in Deutschland, der grössten Volkswirtschaft Europas, ein stärkerer Stimulus.

Wir rechnen in den USA mit einer Stabilisierung, nicht aber einer Beschleunigung des Wachstums

Unser US-Ausblick für 2026 hat sich damit von einer Verlangsamung hin zu einem stabileren Wachstum verschoben. 2025 erwies sich die amerikanische Wirtschaft als widerstandsfähig, und die Zölle fielen dank Ausnahmen und Deals weniger belastend aus als zunächst befürchtet. Beurteilt der US Supreme Court die Anwendung bestimmter Zölle als rechtswidrig, wird das ihre Wirkung weiter begrenzen, auch wenn die meisten dieser Zölle auf anderer rechtlicher Grundlage wieder eingeführt werden dürften. Der amerikanische Arbeitsmarkt schwächt sich zwar weiter ab, aber wir sehen keine Anzeichen einer Rezession. Die Kreditkartendaten für Januar signalisieren ein gesundes Konsumwachstum, und Fiskalimpulse werden unseres Erachtens die Binnennachfrage etwas stützen. Allerdings erwarten wir im aktuellen „No hiring, no firing“-Umfeld keinen weiteren durch Finanzmarktgewinne angetriebenen Konsumschub.

Vor diesem Hintergrund rechnen wir in den USA mit einer Stabilisierung, nicht aber einer Beschleunigung des Wachstums. Wir erwarten weiterhin drei Zinssenkungen der Fed im zweiten Halbjahr, während die Inflation unter Ausklammerung der von Zöllen betroffenen Güter weiter nachlässt. Für das Gesamtjahr gehen wir von einer durchschnittlichen US-Inflation von 2,5% aus.

In der Eurozone widerspiegelt unser Ausblick ein über den Erwartungen liegendes Wachstum, eine historisch niedrige Arbeitslosigkeit und ein besseres Geschäftsklima. Insgesamt wird dies dafür sorgen, dass das Wachstum leicht über dem Potenzial bleibt. Der neutrale Leitzins der EZB – nach Zinssenkungen von insgesamt 200 Basispunkten – und Fiskalimpulse in Deutschland bieten Unterstützung. Letztere erzeugen eine spürbare Dynamik, wie die Verteidigungs- und Infrastrukturausgaben bereits zeigen.

In der Eurozone widerspiegelt unser Ausblick ein über den Erwartungen liegendes Wachstum, eine historisch niedrige Arbeitslosigkeit und ein besseres Geschäftsklima

Die Schweiz hat das schädlichste Szenario dauerhaft hoher Zölle abwenden können, und das Wachstum sollte mit 1,2% ähnlich ausfallen wie 2025. Das Land steht nun vor der Herausforderung einer starken Währung, wobei der Wechselkurs gegenüber dem Euro wichtiger ist als jener gegenüber dem US-Dollar. Hinzu kommen die Folgen für die Inflation, die wir bei durchschnittlich 0,5% sehen. Wir gehen davon aus, dass nur ein Extremszenario die Schweizerische Nationalbank zu einer Zinssenkung in den negativen Bereich bewegen würde. Stattdessen dürfte sie am Devisenmarkt intervenieren, um die Frankenstärke zu begrenzen.

In China erwarten wir fiskalpolitische Unterstützung zur Erreichung kurzfristiger Stabilität und haben unsere Wachstumsprognose für 2026 kürzlich auf 4,3% angehoben. Die Inlandsnachfrage blieb in der zweiten Jahreshälfte 2025 schwach. Doch ein geplantes Treffen von Präsident Trump und Präsident Xi Jinping im April sowie eine leichte Aufwertung des Yuan werden helfen, die Aussenbilanz aufrechtzuerhalten und künftige Handelskonflikte zu begrenzen. Trotz US-Restriktionen entwickelte sich der chinesische Exportsektor 2025 ausserordentlich gut, wobei er 2026 nachlassen dürfte. Wir rechnen damit, dass die Lokalregierungen angehäufte Erlöse aus Anleihen in Infrastruktur investieren, was die Aktivität belebt. Die Entscheidung der USA, Halbleiterexporte zuzulassen, erschwert zwar Chinas Weg zu technologischer Eigenständigkeit, unterstützt aber die breitere Einführung von KI-Anwendungen, einschliesslich Investitionen in Rechenzentren. Die Inflation dürfte leicht anziehen, und wir erwarten eine weitere geldpolitische Lockerung unter Vermeidung von Massnahmen, welche die Währung belasten würden.

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