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Nach dem Nahostkonflikt sehen sich Anlegerinnen und Anleger einem deutlich veränderten Umfeld gegenüber. Die Volkswirtschaften verarbeiten weiterhin einen Energieschock, der die Inflation und das Wachstum belastet. Der Ölmarkt hat sich gewandelt. Die Folgen scheinen jedoch global beherrschbar. Die Weltwirtschaft hat sich als widerstandsfähig erwiesen, und der Ausblick hat sich leicht verbessert.
Die US-Wirtschaft ist stärker als erwartet, gestützt durch einen stabilen Arbeitsmarkt. Da dieser der US-Notenbank keine Sorgen mehr bereitet, kann sie sich stärker auf die Preisstabilität konzentrieren. Trotz einer über dem Ziel liegenden Inflation erwarten wir, dass die US-Notenbank Fed die Leitzinsen im zweiten Halbjahr unverändert lässt – abhängig davon, wie rasch die Teuerung zurückgeht. Doch mittelfristig scheinen Zinserhöhungen nun wahrscheinlicher als Zinssenkungen.
Der Investitionszyklus treibt das Wachstum in den USA weiterhin an, aber die realen Haushaltseinkommen sinken, und neue Importzölle würden die Aktivität belasten.
Die Weltwirtschaft hat sich als widerstandsfähig erwiesen, und der Ausblick hat sich leicht verbessert
In Europa fahren die Regierungen die Staatsausgaben zurück, während die EU-Finanzierung ausläuft. Die fiskalpolitische Expansion in Deutschland dürfte dies teilweise kompensieren. Zugleich wird politische Unsicherheit im Vereinigten Königreich für Volatilität sorgen.
In Asien und Teilen der Schwellenländer hat der robuste Technologiesektor die Störungen auf den Ölmärkten ausgeglichen. China und Japan haben Ölreserven und Subventionen genutzt, um das Wachstum zu stützen.
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Die Lage im Nahen Osten kann sich erneut zuspitzen, doch vorerst behauptet sich unser Basisszenario. Die Weltwirtschaft wächst, und die Rezessionsrisiken bleiben gering. Es handelt sich um einen starken Zyklus. Er gründet auf beispiellos hohen Investitionen, da die Länder ihre wirtschaftliche Sicherheit und Autonomie stärken wollen. Diese Neuausrichtung setzt sich nun in Form von Verschiebungen an den Energiemärkten und in der Technologie fort.
Ein zentraler Belastungsfaktor für die Finanzmärkte schwächt sich ab. Die Erholung der Schifffahrt in der Strasse von Hormuz reduziert den Druck auf den Energiesektor. Daher werden der Ölpreis, die Inflation und die Anleihenrenditen in den kommenden Monaten zurückgehen. Die geldpolitischen Rahmenbedingungen und die Liquidität dürften die Märkte weiterhin unterstützen. Eine Normalisierung der Zinsen und der Volatilität wird den Aktien zugutekommen. Dies schafft günstige Bedingungen für Risikoanlagen, und wir halten an unserer risikoorientierten Positionierung fest.
Die geldpolitischen Rahmenbedingungen und die Liquidität dürften die Märkte weiterhin unterstützen
Wir bleiben in Aktien übergewichtet. Die Gewinne bleiben robust und werden in Richtung 2027 weiter nach oben revidiert. Die Rally war bislang stark auf den Technologiesektor konzentriert, mit einem grossen Fokus auf Börsengänge. Nun erwarten wir eine breiter abgestützte Marktentwicklung. Nach einer starken Performance scheint der Ausblick für den Technologiesektor neutraler, während zyklische Segmente aufholen dürften. Wir bevorzugen Finanzwerte, Gesundheitswesen und Versorger.
Wo sehen wir die grössten Chancen? Schwellenländer stechen weiterhin hervor: Die Gewinndynamik ist stärker und die Bewertungen sind attraktiver als in Industrieländern.
Wir haben die Allokation in globalen Staatsanleihen auf neutral erhöht. So sichern wir hohe Renditen, während der Preisdruck nachlässt. Die attraktivsten Ertragschancen sehen wir jedoch weiterhin bei Hartwährungsanleihen aus Schwellenländern.
Ein stabiler Ausblick für die Fed und die robuste US-Wirtschaft dürften den US-Dollar unterstützen. Wir beurteilen daher den Dollar neutral gegenüber niedriger verzinsten Währungen wie dem Euro oder dem Schweizer Franken. Gegenüber höher verzinsten Währungen, darunter Schwellenländerwährungen, bleiben wir positiv.
Die Märkte treten in die zweite Jahreshälfte ein, nachdem sie einen Konflikt, einen Energieschock und Inflationssorgen bewältigt haben. Wir beurteilen Risikoanlagen weiterhin positiv. Doch es bestehen nach wie vor Risiken, unter anderem die Inflation, eine restriktivere Fed, geopolitische Spannungen und politische Schocks wie Zölle. Wir bleiben wachsam.
Wichtige Hinweise.
Die vorliegende Marketingmitteilung wurde von der Bank Lombard Odier & Co AG (nachstehend “Lombard Odier”) herausgegeben. Sie ist weder für die Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung in Rechtsordnungen bestimmt, in denen eine solche Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung rechtswidrig ist, noch richtet sie sich an Personen oder Rechtsstrukturen, an die eine entsprechende.
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