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Volatile britische Politik – keine schöne neue Welt
Kernpunkte.
Der britische Premierminister Keir Starmer steht unter Druck. Seine Chancen, im Amt zu bleiben, scheinen äusserst gering
Ein Wechsel an der Regierungsspitze würde nicht zwingend eine grosse Veränderung der Fiskalpolitik bedeuten. Eine neue Führung wäre mit denselben Einschränkungen konfrontiert wie die heutige Regierung. Eine deutlich höhere Kreditaufnahme zur Finanzierung zusätzlicher Ausgaben ist daher nicht unser Basisszenario
Politische Instabilität ist nicht der dominierende Treiber für höhere Renditen britischer Staatsanleihen (Gilts). Die Renditen der Gilts steigen seit Beginn des Nahostkonflikts, da höhere Energiepreise den Lockerungszyklus der Bank of England gestoppt haben
Mit einer schrittweisen Wiederaufnahme der Ölflüsse durch die Strasse von Hormuz – unser Basisszenario – stünden die wirtschaftlichen Fundamentaldaten des Landes und mögliche Zinssenkungen wieder im Fokus. Dies würde unsere mittelfristig konstruktive Beurteilung von Gilts stützen.
Politische Instabilität und ein potenzieller Wettstreit um die politische Führung im Vereinigten Königreich treiben neben steigenden Energiepreisen die Renditen britischer Staatsanleihen in die Höhe. Wir beleuchten die politischen Risiken und die möglichen Entwicklungen. Ein grosser Kurswechsel in der britischen Fiskalpolitik ist nicht unser Basisszenario.
Mit sehr niedrigen Zustimmungswerten und nach mehreren Fehltritten in jüngster Zeit steht der britische Premierminister Keir Starmer vor einer unsicheren politischen Zukunft. Die deutlichen Verluste seiner Labour-Partei bei den Lokalwahlen vom 7. Mai könnten ihm den letzten Schlag versetzen. Keir Starmer verliert die Unterstützung von Labour-Abgeordneten im Parlament sowie einiger Kabinettsmitglieder.
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Politische Instabilität und die Aussicht auf einen möglicherweise langwierigen Wettstreit um die Führung haben die Renditen britischer Staatsanleihen über alle Laufzeiten hinweg steigen lassen. 30-jährige Gilts erreichten neue Höchststände. Anlegerinnen und Anleger befürchten, dass ein Linksrutsch in der Labour-Partei unter einer neuen Führung für eine deutlich expansivere Fiskalpolitik sorgen könnte; dies könnte eine höhere Kreditaufnahme und mehr Toleranz gegenüber grösseren Defiziten in naher Zukunft bedeuten. Die Abkehr von der Haushaltsdisziplin würde höhere Renditen nach sich ziehen, weil Anleger eine grössere Entschädigung für das Halten eines wachsenden Angebots an Staatsanleihen verlangen würden.
Erschwerend kommt hinzu, dass sich ein mögliches Rennen um die Führungsposition in die Länge ziehen könnte und der Ausgang offen ist. Das erhöht sowohl die Unsicherheit als auch die Risikoprämie für Gilts. Zum Zeitpunkt der Redaktion ist noch kein Wettstreit um die Führung eingeleitet worden. Auch Keir Starmer könnte erneut antreten. Die Spanne möglicher Entwicklungen ist gross.
Ein neuer Premierminister oder eine neue Premierministerin unterläge denselben Einschränkungen wie die aktuelle Regierung
Als potenzieller Kandidat, dem der Markt eine höhere Bereitschaft für Ausgaben zutraut, gilt Andy Burnham. Er erklärte, das Land sollte nicht in der Pflicht gegenüber den Anleihenmärkten stehen. Andy Burnham ist derzeit Bürgermeister von Greater Manchester und müsste zunächst einen Sitz im Parlament gewinnen, bevor er kandidieren könnte. Zugleich dürfte seine Haltung gegenüber den Anleihenmärkten und fiskalpolitischen Risiken gemässigter ausfallen, wenn er einmal im Amt wäre. Weitere mögliche Kandidatinnen und Kandidaten mit Ausrichtung nach links sind die frühere stellvertretende Premierministerin Angela Rayner sowie Energieminister Ed Miliband. Gesundheitsminister Wes Streeting wird eher der Mitte zugeordnet und könnte stärker am bisherigen Labour-Kurs festhalten. Sein Rücktritt aus dem Kabinett am 14. Mai könnte der Auslöser für einen Wettstreit um die Führung sein.
So oder so erwarten wir keine rasche Lösung der Führungsfrage in der Labour-Partei, da die Wahl mehrere Schritte umfasst. Im Falle eines Wettstreits rechnen wir mit der Bestimmung einer neuen Führung bis September, wenn die Labour-Partei ihre Jahreskonferenz abhält. Bis dahin dürfte Keir Starmer Premierminister bleiben.
Zu erwähnen ist, dass ein neuer Premierminister oder eine neue Premierministerin denselben Einschränkungen unterläge wie die aktuelle Regierung. Auch die Erinnerung an die kurze Amtszeit von Premierministerin Liz Truss im Jahr 2022 könnte den Ausgabenwillen einer neuen Führung dämpfen. Liz Truss trat nach der Ankündigung eines „Mini-Budgets“ zurück, das die Märkte mit bedeutenden ungedeckten Steuersenkungen verunsicherte.
Entgegen manchen Befürchtungen vor der Wahl hat die heutige Labour-Regierung seit dem Amtsantritt 2024 an einem vorsichtigen fiskalpolitischen Kurs festgehalten. Sie orientiert sich an ihren Fiskalregeln und hat das Budgetdefizit des Landes von 5,2% auf derzeit rund 4,3% reduziert. Zugleich hat sich die Leistungsbilanz verbessert, von einem Defizit von 3,6% im Jahr 2023 auf 2,4% letztes Jahr. Die Fiskalregeln von Labour sehen vor, die Ausgaben bis 2029/2030 mit den Steuereinnahmen in Einklang zu bringen. Zudem soll im gleichen Zeitraum die Verschuldung des öffentlichen Sektors im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt gesenkt werden.
Daher halten wir eine radikale Änderung der Fiskalpolitik weder für unmittelbar bevorstehend noch für besonders wahrscheinlich.
Wir halten eine radikale Änderung der Fiskalpolitik weder für unmittelbar bevorstehend noch für besonders wahrscheinlich
Politisches Risiko ist nicht der Haupttreiber der Gilts
Zwar ist eine gewisse Neubewertung der fiskalpolitischen Risiken als Reaktion auf die jüngsten politischen Ereignisse denkbar. Wir halten dies aber nicht für den Haupttreiber des Renditeanstiegs von Gilts. Die Renditen britischer Staatsanleihen befinden sich bereits seit Beginn des Nahostkonflikts in einem Aufwärtstrend. Zwar ist die Bewegung der Gilts in den letzten Tagen besonders ausgeprägt, doch die Entwicklung entspricht den Trends in den USA, Europa und Japan. Auslöser ist eine Neubewertung der geldpolitischen Erwartungen in den grossen Volkswirtschaften.
Im Vereinigten Königreich ist es wegen des markanten Anstiegs der Energiepreisinflation unseres Erachtens höchst unwahrscheinlich, dass die Bank of England (BoE) die Zinsen dieses Jahr weiter senken kann. Noch im Januar war eine Lockerung allgemein erwartet worden. Jetzt signalisieren die Marktpreise sogar ein bedeutendes Risiko für Zinserhöhungen. Dadurch hat sich die kräftige Rally britischer Staatsanleihen, die zu Jahresbeginn zu beobachten war, umgekehrt. Damals hatte die Kombination aus rückläufiger Teuerung, einem sich abkühlenden Arbeitsmarkt sowie moderatem Wirtschaftswachstum die Voraussetzungen für eine beschleunigte geldpolitische Lockerung durch die BoE geschaffen.
Die Renditen britischer Staatsanleihen befinden sich bereits seit Beginn des Nahostkonflikts in einem Aufwärtstrend
Unser Basisszenario bleibt eine Lösung im Irankonflikt, die eine schrittweise Wiederaufnahme der Ölflüsse durch die Strasse von Hormuz ermöglicht. Dadurch würde sich die Inflation im Vereinigten Königreich normalisieren. Dies würde nicht nur die Sorgen über einen höheren Leitzins in naher Zukunft beseitigen. Zusammen mit einer Abkühlung am Arbeitsmarkt und gedämpftem Wachstum könnten auch die Voraussetzungen für eine Wiederaufnahme der geldpolitischen Lockerung durch die BoE im Jahr 2027 gegeben sein. Das würde unsere mittelfristig konstruktive Einschätzung von Gilts stützen.
CIO Office Flash
Volatile britische Politik – keine schöne neue Welt
Die vorliegende Marketingmitteilung wurde von der Bank Lombard Odier & Co AG (nachstehend “Lombard Odier”) herausgegeben. Sie ist weder für die Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung in Rechtsordnungen bestimmt, in denen eine solche Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung rechtswidrig ist, noch richtet sie sich an Personen oder Rechtsstrukturen, an die eine entsprechende.
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