Konflikt, Energie, Märkte: Einen Kurs für Anleger abstecken

Samy Chaar - Chefökonom und CIO Schweiz
Samy Chaar
Chefökonom und CIO Schweiz
Dr. Luca Bindelli - Head of Investment Strategy
Dr. Luca Bindelli
Head of Investment Strategy
Konflikt, Energie, Märkte: Einen Kurs für Anleger abstecken

Der Nahostkonflikt birgt für Anlegerinnen und Anleger zahlreiche Unsicherheiten und stellt die stark energieabhängige Welt auf die Probe.

Ein höherer Ölpreis in den nächsten sechs Monaten bedeutet Herausforderungen für die Weltwirtschaft und die Notenbanken.

Die führenden Volkswirtschaften sind jedoch in einer guten Verfassung. Das Wachstum ist stabil, die Politik bietet Unterstützung, und der robuste Privatsektor profitiert von KI-Investitionen. Dies bietet der Weltwirtschaft ein Polster.

Die führenden Volkswirtschaften sind in einer guten Verfassung

Angesichts der für die Hauptmächte entstehenden Kosten erwarten wir einen kurzlebigen Konflikt. Wir behalten aber die Risiken im Blick: Ein langer Krieg und viel höhere Ölpreise würden die Inflation und die Arbeitslosigkeit steigen lassen und das Wachstum belasten.

Doch das Umfeld ist heute ein ganz anderes als beim Energieschock im Jahr 2022. Damals hatten die Volkswirtschaften mit angespannten Arbeitsmärkten, einem raschen Lohnwachstum und einer geldpolitischen Straffung zu kämpfen. Der Arbeitsmarkt hat sich jedoch abgekühlt, und die Inflation unter Ausklammerung von Energie ist gesunken, sodass die Notenbanken weniger Gründe haben, die Zinsen zu erhöhen.

In den USA ist Wachstums- und Inflationsdruck auch ein Problem für die Politik. Denn die Regierung Trump will vor den Zwischenwahlen im November eine Erschwinglichkeitskrise vermeiden. Europas Wirtschaftsdynamik dürfte bei unveränderten Zinsen stabil bleiben. Europa ist zwar anfällig für Störungen der Energieversorgung; diese ist jedoch breiter diversifiziert als vor vier Jahren. In den Schwellenländern scheinen die strukturellen Trends solide, aber Asiens Volkswirtschaften reagieren empfindlich auf höhere Energiepreise. Chinas aktuelle Wirtschaftspolitik bietet begrenzte neue Fiskalimpulse. Sie besitzt dadurch jedoch Spielraum, um auf Schocks zu reagieren.

Neben den Energiemärkten beobachten wir die US-Zölle, die das globale Wachstum nach wie vor belasten. KI wird transformative Effekte haben. Produktivitätsgewinne durch KI werden das Wirtschaftswachstum unterstützen und die negativen Effekte der Bevölkerungsalterung ausgleichen, bei begrenzten Auswirkungen auf die Arbeitslosigkeit.

Wir haben das Risiko in den Portfolios angesichts der kurzfristigen Volatilität reduziert

Konflikte und disruptive Entwicklungen stellen die Anleger vor Herausforderungen, was sich auf die Marktstimmung auswirkt. Wir haben das Risiko in den Portfolios angesichts der kurzfristigen Volatilität reduziert. Zugleich bleiben wir investiert und halten uns bereit für Chancen, wenn die Lage klarer wird.

Die Marktvolatilität widerspiegelt in erster Linie die unsicheren Ölpreise und steigende Inflationserwartungen. Doch dank eines stabilen Wirtschaftswachstums, solider Fundamentaldaten der Unternehmen und einer unterstützenden Geld- und Fiskalpolitik können Aktien Anleihen dieses Jahr übertreffen.

Unser Aktienengagement ist nun insgesamt neutral. Wir haben US-Aktien auf neutral hochgestuft, da sich die Bewertungen verbessert haben und der Gewinnausblick solide ist. Auf Sektorebene bevorzugen wir Technologie, Versorger und das Gesundheitswesen. Der US-Markt und die Technologiewerte, die ihn dominieren, sind stärker gegen den aktuellen Konflikt abgeschirmt.

Bei Festverzinslichen sind wir in globalen Staatsanleihen untergewichtet. In Hartwährungsanleihen von Schwellenländern, die weiterhin attraktive Renditen bieten, bleiben wir übergewichtet.

An den Devisenmärkten dürfte die jüngste Stärke des US-Dollar eine vorübergehende Reaktion bleiben. Wir erwarten eine Abschwächung des Dollar, wenn die US-Notenbank die Zinsen wieder zu senken beginnt und sich die Überbewertung normalisiert.

Unser Preisziel für Brent-Rohöl erhöhen wir auf Sicht von zwölf Monaten auf USD 75. Wir halten an der Übergewichtung von Gold fest. Natürlich ist angesichts eines stärkeren US-Dollar und höherer US-Zinsen kurzfristige Volatilität unvermeidbar. Doch wir betrachten Gold weiterhin als wertvolle Portfoliodiversifizierung und Absicherung gegen Risiken. Eine steigende Nachfrage wird dem Goldpreis strukturelle Unterstützung bieten.

Die Märkte werden in nächster Zeit mit vielen Herausforderungen konfrontiert sein. Die geopolitischen Schocks sind zwar beunruhigend, aber das zugrunde liegende Umfeld bleibt für Risikoanlagen günstig. Diversifizierung und Disziplin sind die besten Antworten auf Marktturbulenzen.

Wichtige Hinweise.

Die vorliegende Marketingmitteilung wurde von der Bank Lombard Odier & Co AG (nachstehend “Lombard Odier”) herausgegeben. Sie ist weder für die Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung in Rechtsordnungen bestimmt, in denen eine solche Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung rechtswidrig ist, noch richtet sie sich an Personen oder Rechtsstrukturen, an die eine entsprechende.

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