Plastikfreie Zukunft: 10 Lösungen für eine nachhaltigere Welt ohne Plastik

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Plastikfreie Zukunft: 10 Lösungen für eine nachhaltigere Welt ohne Plastik

Plastikmüll ist ein gravierendes Umweltproblem – ein Problem, dessen Ausmass und Auswirkungen immer deutlicher werden und dem sich das Bewusstsein der Öffentlichkeit in den vergangenen Jahren zunehmend widmet. International wird an Lösungen des Plastikmüllproblems gearbeitet. Verbraucher und Unternehmen beginnen damit, nachhaltige Alternativen zu entwickeln und nachhaltigere Verhaltensweisen anzustreben.

Galt zu Beginn des Jahres noch der Klimawandel als das grösste globale Problem, ist die Klimakrise durch COVID-19 in den Hintergrund gerückt. Die Coronavirus-Krise hat Volkswirtschaften, Gesellschaften und Gemeinschaften weltweit schwer getroffen. Darüber hinaus führten die dringlichen Prioritäten der Coronakrise auf Hygiene und sanitäre Versorgung zu einem höheren Verbrauch von Einweg-Kunststoffartikeln einschliesslich Lebensmittel- und Onlinehandel-Verpackungen, verbunden mit einer Zunahme von Schutzausrüstung.

Die dringlichen Prioritäten der Coronakrise führten zu einem höheren Verbrauch von Einweg-Kunststoffartikeln einschliesslich Lebensmittel- und Onlinehandel-Verpackungen, verbunden mit einer Zunahme von Schutzausrüstung

Obwohl Plastik ein hygienischer, nützlicher und formbarer Werkstoff ist, verschmutzt er unsere Ozeane, Deponien und die Umwelt. Was also ist die Lösung? Wir müssen grösstmögliche Anstrengungen unternehmen und zu Modellen übergehen, die kreislauforientiert, produktivitätssteigernd, integrativ und sauber (Circular, Lean, Inclusive and Clean) sind. Wir bezeichnen das als CLIC-Wirtschaft. Entdecken Sie zehn Initiativen, die unseren Umgang mit Plastik überdenken und den Weg in eine bessere, plastikfreie Zukunft ebnen.

1. Biologisch abbaubares Plastik

Ein Grossteil des Plastiks, das wir im Alltag verwenden, besteht aus mehreren Schichten. Das macht ein Recycling schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Unternehmen haben Lösungen für eine Umstellung auf biologisch abbaubares Plastik aus Stärke, Zuckerrohr oder andere pflanzenbasierte Materialien entwickelt. Doch selbst biologisch abbaubarer Kunststoff erfordert besondere Bedingungen, um sich zu zersetzen.

Das schottische Unternehmen Vegware ist sich dessen bewusst. Seine Lösung setzt auf pflanzenbasierte, kompostierbare Verpackungen für die Gastronomie und stellt gleichzeitig sicher, dass entsprechende Abfallentsorgungsanlagen zur Kompostierung und Wiederverwertung ihrer Materialien zur Verfügung stehen. Vegware ist das am schnellsten wachsende Exportunternehmen, das nachhaltige, recycelbare und kompostierbare Produkte für Speisen und Getränke vertreibt.


2. Abfallmanagement von Grund auf

„Acht Millionen Tonnen Plastik werden jedes Jahr ins Meer gekippt“, warnte National Geographic 2015. Doch Plastik wird uns weiterhin begleiten. Im ersten Schritt ist es deshalb entscheidend, Lösungen für eine effektive Entsorgung und Wiederverwertung zu finden. Regierungen sind gefordert, staatliche Massnahmen zu ergreifen, die bezahlbare und einfache Lösungen für Verbraucher und Hersteller beim Recycling vorsehen. Gleichzeitig ist es zentral, Investitionen zur Verbesserung und zum Ausbau von Recyclinganlagen zu tätigen. Alleine durch eine Verbesserung der Art und Weise, wie wir recyceln, können wir Abfälle wirksam trennen und sammeln, was zu einer drastischen Verringerung der Plastikmenge führt, die auf Mülldeponien und in der Umwelt landet.


3. Säuberung unserer Ozeane

Haben Sie schon einmal vom „Interceptor“ gehört? Er ist ein vernetzter, mit Solarenergie betriebener Roboterkatamaran, mit dem Ozeane wieder sauber werden. Mit dem Müllfänger will die Organisation The Ocean Cleanup den Zustrom von Plastik in unsere Ozeane auf ein Minimum begrenzen. Mithilfe einer intelligenten Software und einer mit Solarzellen betriebener Vorrichtung fischt er Abfall aus dem Meer und transportiert ihn ab. Eingesetzt wird der „Incterceptor“ vor allem an verschmutzen Flüssen, damit der Müll gar nicht erst ins Meer gelangt. Die Forschungen des Unternehmens belegen, dass der Grossteil des in den Ozeanen gefundenen Plastiks ursprünglich aus Flüssen stammt. Den Forschungen zufolge sind 1’000 Flüsse für ungefähr 80% der weltweiten Verschmutzung verantwortlich. Bis 2040 sollen 90% des Plastiks in den Ozeanen entfernt werden können.

Bis 2040 soll The Ocean Cleanup 90% des Plastiks in den Ozeanen entfernen können

3. Intelligente Verpackungen

Eine weitere Rolle bei der Bekämpfung von Plastikmüll spielt die Technologie. Jedes Jahr werden rund 80 Millionen Tonnen Plastikverpackungen produziert – bis 2050 dürfte sich diese Menge verdreifachen. Intelligente Verpackungen können die Produktivität von Plastik verbessern. CupClub beispielsweise nutzt Tracking-Geräte, um Einweg-Plastikverpackungen zu reduzieren. Dank einem RFID-Chip in jedem Becher wird die Verpackung nicht weggeworfen und stattdessen ordnungsgemäss recycelt. Die Becher sind ausserdem zu 100% nachhaltig.

Intelligente Verpackungen können die Produktivität von Plastik verbessern

5. Nachhaltige Modeindustrie

Was kostet Ihre Kleidung die Umwelt wirklich? Die Modebranche ist für 10% der gesamten CO2-Emissionen der Menschheit verantwortlich – mehr als „alle internationalen Flüge und die Schifffahrt zusammen“. Im Sinne der Umwelt setzen immer mehr Marken neue Trends. Von Patagonia bis Nike reduzieren einige Marken ihren Plastikverbrauch, indem sie in ihren Linien recyceltes Kunststoffe verwenden. Im Juli 2020 stellte Nike seine neueste Innovation vor: den Space Hippie – ein Nike-Schuh mit der niedrigsten CO2-Bilanz in der Geschichte der Marke. Die Oberfläche des Schuhs besteht bis zu 90% aus recycelten Materialien wie Plastikflaschen, T-Shirts und Industrieabfällen. Eine andere Marke, die versucht, den Kreislauf der Rohstoffproduktion zu schliessen, ist das spanische, nachhaltige Modelabel Ecoalf. Seit 2009 wandelt die Marke Abfall in Modeprodukte um. 500 Tonnen Meeresabfälle hat das Unternehmen seit 2015 verwertet.

Die Modebranche ist für 10% der gesamten CO2-Emissionen der Menschheit verantwortlich – mehr als „alle internationalen Flüge und die Schifffahrt zusammen“

6. Verwendung von Zellulose in der Kosmetik

Von der Zahnpasta bis zum Gesichtspeelings: Unsere heutige Kosmetik steckt voller Mikroplastik, also kleinster Plastikpartikel. Viele dieser aus Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) hergestellten Partikel sind nicht biologisch abbaubar und gelangen in unsere Nahrungskette und unsere Ozeane. Mehrere Länder haben Kosmetika mit Mikroplastik verboten. Grossbritannien etwa verbot 2018 Mikroperlen aus Duschgels und Zahnpasta. Im Januar 2019 schlug die Europäische Chemikalienagentur eine Beschränkung von „absichtlich zugesetztem Mikroplastik in Produkten“ vor. Eine Entscheidung dürfte noch 2020 fallen.

Eine Lösung für das Mikroplastik-Problem fand Naturbeads. Das preisgekrönte Start-up mit Sitz an der Universität Bath entwickelte eine Alternative zu Kunststoff-Mikroperlen: biologisch abbaubare Mikroperlen aus Zellulose. Eine Forschungsstudie ergab, dass Zellulose aus Buchenholz, Hafer, Weizen und Mais eine umweltfreundliche Lösung für Mikroplastik sein kann.


7. Kreislaufwirtschaft

Der Übergang zu einer nachhaltigen Zukunft erfordert, dass wir unser Wirtschaftswachstum von den negativen Auswirkungen auf die Umwelt entkoppeln. Eine Chance dafür ist die Kreislaufwirtschaft.

Aus diesem Grund unterstützen wir die 10R-Prinzipien der Kreislaufwirtschaft. Wesentliche Bestandteile sind dabei die „10R“: ablehnen (refuse), überdenken (rethink), reduzieren (reduce), wiederverwenden (reuse), reparieren (repair), aufarbeiten (refurbish), wiederaufbereitet (remanufacture), umfunktionieren (repurpose), recyceln (recycle) und zuletzt rückgewinnen (recover). Jeder Schritt ist entscheidend und führt zu einer nachhaltigen, sauberen und kreislauforientierten Zukunft.

Der Übergang zu einer nachhaltigen Zukunft erfordert, dass wir unser Wirtschaftswachstum von den negativen Auswirkungen auf die Umwelt entkoppeln. Eine Chance dafür ist die 10R-Strategie der Kreislaufwirtschaft

Die Zero-Waste-Einkaufsplattform Loop nimmt mit einer auf vollständige Kreislaufwirtschaft abzielenden Strategie eine Vorreiterrolle ein. Sie eliminiert die Idee der Verschemndung, indem sie schön gestaltete, nachhaltige und mehrfach verwendbare Verpackungen für Dinge des täglichen Gebrauchs, vom Shampoo bis hin zu Eisbehältern. Das Unternehmen arbeitet bereits mit grossen Marken wie Nestlé und Danone zusammen und verfolgt dabei die Strategie des „Milchmanns“. Loop liefert, holt ab, reinigt und füllt nach.


8. Technologien zur Energierückgewinnung

Bei machen Plastikarten ist ein geschlossener Kreislauf schlicht nicht möglich. Ingenieure haben nun einen Weg gefunden, sie in Strom, synthetisches Gas, Treibstoffe oder aufbereitete Rohstoffe für neues Plastik umzuwandeln.

Das norwegische Start-up Quantafuel zum Beispiel produziert hochwertige synthetische Treibstoffe und Chemieprodukte basierend auf nicht wiederverwertbarem Plastikmüll. Dazu wandelt es Plastikpolymere wieder in Kohlenwasserstoffe um. Dies hat eine zweifache Wirkung: Zum einen wird die auf Deponien gelangende Abfallmenge reduziert, zum anderen lässt sich dadurch die Energieversorgung breiter aufgestellen.

This Is Plastics stellt fest: „Wenn wir Plastik zur Energierückgewinnung nutzen, können wir die auf Mülldeponien gelangende Abfallmenge um 80% reduzieren.“

 

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9. Strassen aus Plastik

Ein gutes Beispiel für eine gelingende Kreislaufwirtschaft kann der Strassenbau liefern. Strassen und Autobahnen aus Asphalt enthalten äusserst umweltschädliche Treibstoffe. Ein innovatives schottisches Unternehmen namens Macrebur fand eine Möglichkeit, recyceltes Plastik zur Verringerung des CO2-Fussabdrucks beim Strassenbau zu nutzen. Wie das funktioniert? Durch das Schmelzen von Altplastik entstehen Abfallpellets (kleines Granulat), die den für den Bitumen AKA Asphaltmix benötigten Treibstoff ersetzen. Das hat zahlreiche Folgen. Während zum einen Plastik wiederverwertet wird, verbessert diese Technologie auch die Strassenqualität, reduziert den CO2-Fussabdruck von Asphalt und lässt ihn widerstandsfähiger werden.


10. Bildungsarbeit

Auch wenn alle die skizzierten Strategien von wesentlicher Bedeutung sind, so erfordert der Weg zu einer zirkulären, nachhaltigen Zukunft noch etwas: ein radikaler Abschied von unserer seit der Industrialisierung vorherrschenden linearen Kultur des „Take, Make, Waste“. Um den Übergang zur Kreislaufwirtschaft zu fördern, braucht es ein Paradigmenwechsel – und Bildungsprogramme spielen eine Schlüsselrolle dabei.

So organisierte zum Beispiel das Volvo Ocean Race gemeinsam mit dem UN-Umweltprogramm eine Bildungsinitiative, um mittels Unterricht und positiver Aktionen das Bewusstsein für die Verschmutzung der Ozeane durch Plastikabfälle zu schärfen. Kinder lernen Möglichkeiten zur Bekämpfung der Meeresverschmutzung kennen, während sie das Segeln entdecken.

Es braucht ein Paradigmenwechsel – und Bildungsprogramme spielen eine Schlüsselrolle dabei

NGOs wie Plastic Oceans in Grossbritannien haben Lernplattformen entwickelt: Schülerinnen und Schüler erfahren dort faszinierende Tatsachen und beschäftigen sich mit Herausforderungen im Zusammenhang mit der Verschmutzung von Plastikmüll, Alternativen und dem korrekten Recycling. 

Wir glauben, dass Bildungsarbeit Verhaltensweisen und Gewohnheiten beim Plastikverbrauch und Abfallmanagement grundlegend transformieren kann. Und die nächste Generation wird die treibende Kraft für eine nachhaltige Zukunft sein.


Eine profitable Problemlösung

Jetzt ist der Zeitpunkt, um in eine nachhaltige Zukunft zu investieren. Plastikabfälle haben einen Wert von bis zu USD 120 Mrd. Pro Jahr, und die Kreislaufwirtschaft bietet in den nächsten zehn Jahren eine globale Wachstumschance in Höhe von USD 4,5 Bio. Verbraucher, Unternehmen und Regierungen müssen jetzt zusammenkommen, um gemeinsam den Wandel zu beschleunigen.

Mit dem Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2050 auf Netto-Null zu senken, ist eine Dekarbonisierung wesentlich. Wir sind überzeugt, dass Lösungen in den Bereichen Energie, Mobilität, Landwirtschaft und Digitalisierung uns den Weg in Richtung Netto-Null ebnen

Von Mode, Bildung, Maschinenbau bis hin zur Technologie: Wir sind auf dem besten Weg, die globale Verschmutzung durch Plastikmüll zu reduzieren. Damit alleine ist es allerdings nicht getan. Wir brauchen eine Transformation in mehreren Branchen, um zu einer sauberen, produktivitätssteigernden Wirtschaft überzugehen. Im Hinblick auf das CO2-Budget, auch Kohlenstoffbudget, ist eine Dekarbonisierung von Wirtschaft und Gesellschaft wesentlich. Wir sind überzeugt, dass Lösungen in den Bereichen Energie, Mobilität, Landwirtschaft und Digitalisierung uns den Weg in Richtung Netto-Null ebnen.

 

Wichtige Hinweise.

Die vorliegende Marketingmitteilung wurde von der Bank Lombard Odier & Co AG oder einer Geschäftseinheit der Gruppe (nachstehend “Lombard Odier”) herausgegeben. Sie ist weder für die Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung in Rechtsordnungen bestimmt, in denen eine solche Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung rechtswidrig wäre, noch richtet sie sich an Personen oder Rechtsstrukturen, an die eine entsprechende Abgabe rechtswidrig wäre.

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