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In der verbreiteten Wahrnehmung einer stark gespaltenen, „K-förmigen“ US-Wirtschaft wird die Rolle der vermögendsten Haushalte überschätzt. Daten deuten darauf hin, dass das Konsumwachstum gleichmässiger über die Einkommensgruppen verteilt ist
Dies stellt die These infrage, wonach die US-Wirtschaft deutlich anfälliger für einen Rückgang am Aktienmarkt geworden ist
Die US-Verbraucher haben den Zollschock und den Inflationsschub nach der Pandemie verkraftet. Letzterer trug dazu bei, Vermögen von Sparern zu Schuldnern umzuverteilen
Wegen höherer Energiepreise haben wir unsere US-Wachstumsprognose für 2026 auf 1,9% gesenkt. Doch ohne eine deutliche Verschlechterung am Arbeitsmarkt erwarten wir anhaltende Widerstandskraft, was unsere moderat risikoorientierte Haltung in den Portfolios unterstützt.
Amerikanische Verbraucherinnen und Verbraucher sehen sich dem dritten Preisschock der letzten Jahre gegenüber. Der Benzinpreis liegt im Durchschnitt über USD 4 pro Gallone. Wir analysieren die Basis des US-Konsums, der für die Weltwirtschaft wesentlich ist, und sehen Zeichen der Widerstandskraft.
US-Verbraucher sind seit der Pandemie mit einer Reihe von Preisschocks konfrontiert: zunächst mit einem Inflationsschub, der Mitte 2022 seinen Höhepunkt erreichte, gefolgt von zollbedingten Preissteigerungen bei Gütern. Nun kommen höhere Energie- und Benzinkosten wegen des Nahostkonflikts hinzu, wobei Präsident Trump gewarnt hat, Letztere könnten „für eine Weile“ erhöht bleiben. Das Bild von einer fragilen US-Wirtschaft, die von den Einkommen einer wohlhabenden Minderheit abhängt, ist verbreitet. Doch wir sehen Anzeichen dafür, dass die Ausgaben über die breitere Bevölkerung hinweg resilient sind.
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In den letzten zwölf Monaten hat die Theorie einer „K-förmigen“ US-Wirtschaft an Bedeutung gewonnen. Die Rede ist von einem markanten Unterschied zwischen einer konsumfreudigen wohlhabenden Schicht und unter Druck stehenden einkommensschwächeren Verbrauchern. Auslöser war eine Analyse von Moody’s, wonach im Jahr 2025 der Konsum der reichsten 10% der US-Haushalte 50% des gesamten US-Verbrauchs ausgemacht habe. Dieser Anteil sei in den letzten Jahren stetig gestiegen.
Wir sehen Anzeichen dafür, dass die Ausgaben über die breitere US-Bevölkerung hinweg resilient sind
Auf dieser Argumentation basieren zwei weitere Aussagen. Erstens: Da die reichsten US-Haushalte den grössten Teil der US-Aktien halten, beruhe die jüngste Widerstandskraft des Konsums weitgehend auf der starken Entwicklung des Aktienmarkts1. Zweitens sei die US-Wirtschaft dadurch anfälliger für Einbussen am Aktienmarkt geworden.
Komplexe Konsumdynamik
Ein genauerer Blick auf die Daten zeigt jedoch die Schwächen dieses Narrativs auf. Dabei stützen wir uns auf offizielle Daten zum geschätzten Anteil des verfügbaren Einkommens, der auf die reichsten 10% der Haushalte entfällt, und auf Schätzungen ihrer Sparquoten. Auf dieser Basis beträgt ihr Anteil am Gesamtkonsum laut unserer Berechnung rund 30%. Das ist immer noch bedeutend, aber viel tiefer, als es die Analyse von Moody’s impliziert.
Die Konsumungleichheit scheint in den USA in den letzten Jahrzehnten nur mässig zugenommen zu haben. Laut Daten des Bureau of Labor Statistics lag der Konsumanteil der obersten 20% der Einkommen 1984 bei 37,1%. 2023 betrug er 38,3%2 – dies ist die neueste offizielle Angabe. Ab diesem Zeitpunkt verfügbare alternative Echtzeitdaten, insbesondere die Kredit- und Debitkartentransaktionen, sind eindeutig: Die reichsten US-Haushalte haben ihren Konsum nicht viel stärker ausgeweitet als die übrige Bevölkerung.
Die entsprechenden Daten deuten seit 2023 nur auf geringe kumulierte Unterschiede zwischen hohen, mittleren und niedrigen Einkommen hin. Der letzte verfügbare Datenpunkt vom Dezember 2025 zeugt von einem höheren Jahreswachstum bei Verbrauchern mit niedrigem Einkommen. Daten der Bank of America auf Basis der Nutzung ihrer eigenen Kredit- und Debitkarten sowie Daten der Finanzdienstleistungsplattform Stripe Inc stützen diese Ergebnisse weitgehend.
Der Konsum der reichsten 1% bis 2% der US-Haushalte – grob gesprochen jener mit einem Jahreseinkommen von über USD 1 Mio. – ist auch anhand der genannten alternativen Daten schwer zu erfassen. Auf Basis der besten verfügbaren Daten gehen wir jedoch nicht davon aus, dass die bemerkenswerte Widerstandskraft der US-Wirtschaft in jüngster Zeit allein auf den Schultern von Millionären und Milliardären ruht.
Wir gehen nicht davon aus, dass die bemerkenswerte Widerstandskraft der US-Wirtschaft in jüngster Zeit allein auf den Schultern von Millionären und Milliardären ruht
Inflation nach der Pandemie trug zur Umverteilung von Vermögen bei
Die jüngere Vergangenheit liefert Hinweise darauf, wie sich diese Widerstandskraft entwickelt haben könnte. Die US-Wirtschaft hat seit der Pandemie mehrere bedeutende makroökonomische Schocks bewältigt. Der erste war der Inflationsschub nach der Pandemie. Obwohl die US-Notenbank Fed die Leitzinsen im höchsten Tempo seit vier Jahrzehnten von 0% auf 5% anhob, verzeichnete die US-Wirtschaft ein robustes reales Konsumwachstum.
Wie wir Ende 2023 argumentierten, lag ein Teil der Erklärung darin, dass mehr als 90% der Hypotheken in den USA auf Festhypotheken entfielen. Sie waren damit gegenüber Zinserhöhungen abgeschirmt. Nach der Pandemie erfolgte zudem eine Vermögensumverteilung von Gläubigern zu Schuldnern, deren Konsumneigung höher ist. Letztere profitierten von der starken Teuerung, die Mitte 2022 einen Höchstwert von rund 9% erreichte und den realen Wert ausstehender Schulden minderte. Staatliche Transferzahlungen halfen ausserdem, Sparpolster aufzubauen.
Nach der Pandemie erfolgte eine Vermögensumverteilung von Gläubigern zu Schuldnern, deren Konsumneigung höher ist
Konsumenten haben Zollschock verkraftet
Für den zweiten Konsumschock sorgten die am „Tag der Befreiung“ im April 2025 angekündigten Zölle. Wie von uns antizipiert, verkraftete die US-Wirtschaft trotz grosser Unsicherheit diesen Schock, ohne in eine Rezession zu rutschen. Sie war dazu gesund genug und ausreichend unabhängig vom globalen Handel. Unsere Erwartung lautete: Solange die Arbeitslosigkeit nicht deutlich steigt und die durchschnittlichen Einkommen die zollbedingt höhere Inflationsrate weiterhin übertreffen, dürfte der US-Konsum weiterwachsen, wenn auch langsamer. Diese Einschätzung, einschliesslich moderater Auswirkungen auf die Inflation im Inland, hat sich weitgehend bestätigt.
Höhere Energiepreise aufgrund des Nahostkonflikts drohen nun einen dritten Schock auszulösen. Die beiden vorangegangenen Schocks haben das Ausgabenwachstum gedämpft. Unseres Erachtens widerspiegelt diese Abschwächung des Konsumwachstums hauptsächlich einen moderateren US-Arbeitsmarkt als in den Vorjahren, wobei das Prinzip „keine Einstellungen, keine Entlassungen“ vorherrscht.
Ein Benzinpreisschock dieser Grössenordnung – mit einer landesweiten Preiszunahme von durchschnittlich 30% – dürfte die Nachfrage nach anderen Gütern deutlich verringern. Dies gilt insbesondere für frei verfügbare Ausgaben. Zudem ist damit zu rechnen, dass die Verbraucher in gleichen Güterkategorien auf günstigere Alternativen ausweichen. Viele Pendler sind auf Benzin angewiesen und müssen die höheren Preise hinnehmen.
Angesichts unseres Basisszenarios einer Deeskalation des Nahostkonflikts erwarten wir, dass die meisten dieser Effekte vorübergehend sind. Wir gehen davon aus, dass sich der Benzinpreis im späteren Jahresverlauf dem Vorkriegsniveau annähert. Daher haben wir unsere US-Wachstumsprognose für das Gesamtjahr 2026 nur moderat gesenkt, von 2,2% auf 1,9%.
Ohne Anzeichen einer ausgeprägten Schwäche am Arbeitsmarkt gehen wir davon aus, dass die US-Verbraucher diesen Schock erneut verkraften können
Die Einzelhandelsumsätze ohne Benzin und andere volatile Komponenten waren im März zwar weiterhin recht robust, doch dies widerspiegelt ungewohnt hohe Steuerrückerstattungen. Wenn diese wegfallen, dürfte sich der amerikanische Konsum auf einem schwächeren Niveau einpendeln als in der Zeit nach der Pandemie. Doch ohne Anzeichen einer ausgeprägten Schwäche am Arbeitsmarkt gehen wir davon aus, dass die US-Verbraucher diesen Schock erneut verkraften können.
Ansonsten ist die US-Wirtschaft in solider Verfassung. Die Fiskalpolitik unterstützt das Wachstum. Grosse Unternehmen profitieren von soliden Fundamentaldaten und Gewinnzuwächsen. Wir rechnen zudem weiterhin mit einer Zinssenkung der Fed Ende 2026. Diese Faktoren und unsere Erwartung eines zeitlich begrenzten Nahostkonflikts untermauern unsere moderat risikoorientierte Haltung in den Portfolios.
1 Den Angaben der US-Notenbank zufolge halten die vermögendsten 1% der US-Haushalte 50,2% der Aktien und Anteile an Anlagefonds; auf die obersten 20% entfallen 87%. Laut Bloomberg-Daten lag die Gesamtrendite des S&P 500 in den Jahren 2023, 2024 und 2025 bei 26%, 25% bzw. 18%. 2 Der tatsächliche Anteil könnte aufgrund von Messfehlern bei Luxusgütern etwas höher sein; siehe „Has Consumption Inequality Mirrored Income Inequality?“, Aguiar und Bils (2015), American Economic Association.
Wichtige Hinweise.
Die vorliegende Marketingmitteilung wurde von der Bank Lombard Odier & Co AG (nachstehend “Lombard Odier”) herausgegeben. Sie ist weder für die Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung in Rechtsordnungen bestimmt, in denen eine solche Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung rechtswidrig ist, noch richtet sie sich an Personen oder Rechtsstrukturen, an die eine entsprechende.
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