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Goldpreis verdeutlicht attraktive Eigenschaften für die Portfoliodiversifizierung
Kiran Kowshik
Global FX Strategist
Dr. Luca Bindelli
Head of Investment Strategy
Kernpunkte.
Der Goldpreis ist auf neue Rekordstände geklettert. Hintergrund sind steigende Marktrisiken, darunter Inflationssorgen, eine höhere Staatsverschuldung und ein nachlassendes Wachstum in den USA
Die Anlegerpositionierung ist nach Mai zurückgegangen, und eine höhere Nachfrage bei weiterhin begrenztem Angebot dürfte die Preise weiter nach oben treiben
In den nächsten Monaten könnte ein Niveau von USD 3’600 bis 3’800 pro Unze erreicht werden. Wir heben unser Zwölfmonatsziel auf USD 3’900 pro Unze an
Gold behält seine Diversifizierungseigenschaften in Multi-Asset-Portfolios. Wir belassen unsere Allokationen im Vergleich zu unserer strategischen Benchmark bis auf Weiteres auf neutralen Niveaus.
Nachdem sich der Goldpreis während vier Monaten zwischen USD 3’250 und 3’450 pro Unze bewegt hat, ist er jüngst auf ein Rekordhoch gestiegen. Wir erwarten, dass der Goldpreis im weiteren Jahresverlauf 2025 unterstützt bleibt.
Gold hat in diesem Jahr eine Reihe von Allzeithochs und am 3. September einen Rekordstand von USD 3’562 pro Unze erreicht. Dies weist auf einen Stimmungsumschwung am Markt hin. Gründe für den jüngsten Kursanstieg sind unter anderem zollbedingte Inflationsbefürchtungen und die Konjunkturabkühlung in den USA, steilere Renditekurven bei Industrieländeranleihen sowie die Schwäche des US-Dollar. In verschiedenen Ländern steigen die langfristigen Anleihenrenditen aus unterschiedlichen Gründen, nicht zuletzt aufgrund von Zweifeln an der fiskalpolitischen Nachhaltigkeit in den USA, Japan, Frankreich und dem Vereinigten Königreich. Jüngst erhielt Gold zudem Auftrieb durch Sorgen über die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed.
Die Argumente für eine anhaltende Stärke des Goldpreises scheinen überzeugend
Ist der Anstieg des Goldpreises von Dauer?
Die Argumente für eine anhaltende Stärke des Goldpreises scheinen überzeugend. Das Narrativ einer Stagflation dürfte den Preis bis zum Jahresende stützen. Gold entwickelt sich bei Inflations- oder Stagflationsbefürchtungen der Anlegerinnen und Anleger erfahrungsgemäss gut. Dies gilt auch, wenn die Fähigkeit der Notenbanken zur Eindämmung von Preisdruck beeinträchtigt scheint. Die Befürchtungen dürften anhalten, wenn die US-Wirtschaft nachlässt und die Zölle in den kommenden Monaten stärker auf die US-Preise durchschlagen.
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Gold hat jedoch bereits einen starken Aufschwung hinter sich – über 50% in fünfzehn Monaten. Weitere grosse Zuwächse könnten deshalb schwierig sein. Derart beständige und schnelle Gewinne verzeichnete das Edelmetall zuletzt in den 1970er-Jahren. Damals lag die Inflation über dem Zielwert, und die Inflationserwartungen schossen in die Höhe. Vom Ende des Bretton-Woods-Systems im Jahr 1971 bis 1980 stieg der Goldpreis um das Elffache. Die US-Kerninflation der privaten Konsumausgaben (PCE) – die bevorzugte Kennzahl der Fed – nahm damals von 3,5% auf 8% zu. Diese Zeit war geprägt von Zweifeln an der Fähigkeit der Fed, die Inflation einzudämmen.
Wir erwarten aktuell kein ähnliches Szenario, doch es sind Parallelen erkennbar. Die Versuche der US-Regierung, die Zusammensetzung des Gouverneursrats der Fed zu verändern, scheinen die Unabhängigkeit der Notenbank infrage zu stellen. Unseres Erachtens werden die Inflationserwartungen verankert bleiben, doch der US-Kernindex für die privaten Konsumausgaben dürfte bis zum zweiten Quartal 2026 zeitweise auf über 3% steigen.
Ironischerweise veränderte sich in Zeiten höherer Inflation (über 3% in den USA) das Verhalten von Gold. Seine Korrelation mit den Renditen von Staatsanleihen wechselte vom üblichen negativen Muster zu einem positiven Muster. Diese Dynamik haben wir in den letzten Monaten beobachtet. Gold verzeichnete Gewinne, während die Kurse von längerfristigen Staatsanleihen fielen. Die Erwartung bevorstehender Zinssenkungen durch die Fed liess die kurzfristigen Renditen sinken. Die Renditen längerfristiger Anleihen stiegen dagegen aufgrund von zollbedingten Inflationsbefürchtungen. Diese Entwicklung der Korrelation spricht dafür, dass der Goldpreis in den kommenden Monaten weiter unterstützt wird.
Die starke Nachfrage ist ein weiterer Grund, der für anhaltend hohe Preise spricht. Das Goldangebot durch Neugewinnung und den Verkauf von gefördertem Gold ist recht stabil und wird wenig durch die Preisentwicklung beeinflusst. Auf der Nachfrageseite haben China und Indien, zwei wichtige Nachfragezentren, die Regulierung der Goldbestände verstärkt. Diese Länder werden deshalb nur in begrenztem Umfang Gold wieder auf den internationalen Märkten verkaufen und das knappe Angebot aufstocken. Somit bleiben die Notenbanken und private Anleger, um das Angebot wenigstens etwas auszuweiten, doch angesichts der Inflationsbefürchtungen trennen sie sich möglicherweise ungern von ihren Goldbeständen.
Der entscheidende Preistreiber für Gold waren in diesem Jahr Zuflüsse aus börsengehandelten Fonds, insbesondere in Asien
Wir beobachten seit Ende April zudem einen Rückgang spekulativer Positionen. Dies könnte darauf hindeuten, dass Anleger Gold weiter stützen werden. Der entscheidende Preistreiber für Gold waren in diesem Jahr Zuflüsse aus börsengehandelten Fonds, insbesondere in Asien. Derzeit gibt es Anzeichen dafür, dass sich die Dynamik der Zuflüsse wieder verstärkt. Dies könnte für weitere Preissteigerungen in den kommenden Monaten sprechen.
Aus technischer Sicht sind Ausbrüche aus einer Handelsspanne in der Regel ein starkes Signal. Unserer Meinung nach kann sich die aktuelle Dynamik akzentuieren, wenngleich in nächster Zeit auch Rückgänge aufgrund der überkauften Situation möglich sind.
Aus all diesen Gründen erwarten wir, dass Gold sich in den nächsten Monaten in Richtung einer Preisspanne von USD 3’600 bis 3’800 pro Unze bewegen wird. Wir heben unsere Prognose für zwölf Monate auf USD 3’900 pro Unze an.
Wir erwarten, dass Gold sich in den nächsten Monaten in Richtung USD 3’600 bis 3’800 pro Unze bewegt, und heben unsere Prognose für zwölf Monate auf USD 3’900 pro Unze an
Gold im Portfoliokontext
Selbstverständlich sollten Anleger Gold bei der Gesamtallokation stets im Blick behalten. Das Umfeld für verschiedene Risikoanlagen ist nach wie vor intakt. In unserem Basisszenario einer sanften Landung für die Weltwirtschaft – mit einer Konjunkturabkühlung in den USA, jedoch ohne Rezession – erwarten wir, dass die Unternehmensgewinne im Plus bleiben. Dies würde Aktien unterstützen. Bei Aktien bevorzugen wir die Schwellenländer, die bessere Gewinnaussichten und günstigere Bewertungen bieten als die Industrieländer. Wir halten zudem aufgrund der nach wie vor robusten Fundamentaldaten an der Übergewichtung von Investment-Grade-Unternehmensanleihen fest.
Das Marktumfeld spricht nach wie vor für ein ausgewogenes Risikoengagement. Wir betrachten Gold weiterhin als wertvolles Diversifizierungs- und Absicherungsinstrument sowie als Ergänzung zu anderen Positionen in Portfolios. Ausgehend von unserer damals übergewichteten Goldposition nahmen wir im März Gewinne mit. Im Mai reduzierten wir unsere Engagements auf eine Untergewichtung, da die boomenden Aktienmärkte höhere Renditen versprachen als Gold, das eine ertraglose Anlage ist. Im Juli erhöhten wir unsere Engagements und halten sie jetzt auf einem Niveau, das unserer strategischen Vermögensallokation entspricht.
CIO Office Viewpoint
Goldpreis verdeutlicht attraktive Eigenschaften für die Portfoliodiversifizierung
Die vorliegende Marketingmitteilung wurde von der Bank Lombard Odier & Co AG (nachstehend “Lombard Odier”) herausgegeben. Sie ist weder für die Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung in Rechtsordnungen bestimmt, in denen eine solche Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung rechtswidrig ist, noch richtet sie sich an Personen oder Rechtsstrukturen, an die eine entsprechende.
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