Warum Frauen mit weniger Sparkapital in Pension gehen – und bewährte Wege, um das zu ändern

Warum Frauen mit weniger Sparkapital in Pension gehen – und bewährte Wege, um das zu ändern

Kernpunkte.

  • Frauen gehen verglichen mit Männern in den meisten grossen Volkswirtschaften mit rund 25% weniger Renteneinkommen in Pension – aufgrund von Erwerbsunterbrüchen, Teilzeitarbeit und ungleichmässigen Beiträgen
  • Frühe und konsequente Planung kann langfristige Unterschiede deutlich reduzieren und die finanzielle Sicherheit im Ruhestand verbessern
  • Die Rentensysteme der einzelnen Länder unterscheiden sich stark, was je nach Lebensphase verschiedene Risiken und Chancen für Frauen schafft
  • Teilzeitarbeit und Karriereunterbrüche wirken sich oft überproportional auf den Rentenanspruch aus. Regelmässige Überprüfungen sind deshalb unerlässlich
  • Persönliche Ersparnisse, freiwillige Beiträge und ein gutes Verständnis der länderspezifischen Regeln könnten die langfristige finanzielle Resilienz stärken
  • Gesetzliche Rahmenbedingungen können einen grossen Einfluss auf die finanzielle Sicherheit von Frauen haben, insbesondere dort, wo der eheliche Güterstand nicht automatisch geregelt ist
  • Finanzielle Unabhängigkeit ist eine lebenslange Aufgabe: Wer früh beginnt und seinen Plan über die Zeit anpasst, erzielt den grössten Unterschied.

Über alle Industrieländer betrachtet gehen Frauen mit rund 25% weniger Renteneinkommen in Pension als Männer. Diese Lücke entsteht nicht über Nacht. Sie wächst schrittweise durch Erwerbsunterbrüche, Teilzeitarbeit und unregelmässige Vorsorgebeiträge – und wird oft erst sichtbar, wenn sie schwer zu korrigieren ist.1

Der Internationale Frauentag am 8. März bietet Gelegenheit, Fortschritte zu feiern, aber auch konkrete Massnahmen für mehr finanzielle Sicherheit zu ergreifen. Das diesjährige globale Motto „Give to Gain“ – geben, um zu gewinnen – erinnert daran, dass das Teilen von Wissen einen nachhaltigen Unterschied machen kann. Bei Lombard Odier wollen wir Frauen beim Streben nach finanzieller Sicherheit fördern. Wir unterstützen sie dabei, in jeder Lebensphase fundierte Entscheidungen zu treffen – vom Berufseinstieg bis zum Ruhestand und darüber hinaus.

Der Handlungsbedarf ist klar. Selbst in der Schweiz liegt der geschlechtsspezifische Pensionsunterschied bei fast 30%. Frauen gehen durchschnittlich mit rund einem Drittel weniger Alterskapital in den Ruhestand als Männer. Die Herausforderung betrifft nicht nur ältere Generationen. Bei Millennials und der Generation Z prägt finanzieller Druck bereits heute Erwartungen und Verhalten: Über ein Drittel hat Mühe, die monatlichen Ausgaben zu decken, mehr als die Hälfte kommt gerade so über die Runden, und viele sorgen sich schon jetzt um ihre Vorsorge.2 Der rechtzeitige Aufbau von Resilienz ist entscheidend, denn die Grundlagen für die Altersvorsorge werden früher gelegt, als viele denken.

Der Internationale Frauentag am 8. März bietet Gelegenheit, Fortschritte zu feiern, aber auch konkrete Massnahmen für mehr finanzielle Sicherheit zu ergreifen

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Der Aufbau finanzieller Sicherheit erfolgt Schritt für Schritt

Die finanzielle Reise von Frauen folgt oft spezifischen Mustern: Ausbildung, Karriereentwicklung, Familiengründung, Betreuungsverantwortung, Unternehmertum und häufig Teilzeitarbeit. Jede Entscheidung ist für sich bedeutend, und kombiniert prägen diese Entscheidungen die langfristige Vorsorgesituation. Am wirksamsten ist ein lebenslanger Ansatz: früh starten und den Plan regelmässig überprüfen und an die Umstände anpassen.

In unserer Publikation betrachten wir drei Lebensphasen und die entsprechenden finanziellen Prioritäten:

  • Berufseinstieg
  • Karrieremitte und Familiengründung
  • Vorbereitung auf den Ruhestand und Übergang

Für die Vorsorgeplanung gibt es kein allgemeines Rezept. Die Systeme unterscheiden sich stark von Land zu Land – und damit auch die Risiken und Chancen für Frauen

Für die Vorsorgeplanung gibt es kein allgemeines Rezept. Die Systeme unterscheiden sich stark von Land zu Land – und damit auch die Risiken und Chancen für Frauen. Nachfolgend bieten wir eine Übersicht über wichtige Merkmale der in der Publikation genannten Länder. Eine Botschaft ist stets die gleiche: Eine solide Planung ist besonders wichtig, wenn die Karriere unterbrochen wird, Beiträge ungleichmässig erfolgen oder die rechtliche Absicherung nicht automatisch greift.

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Länderüberblick: Was insbesondere Frauen beachten sollten

Schweiz: Wirkungsvolle Instrumente, wenn sie früh genutzt werden

Das Drei-Säulen-System in der Schweiz umfasst die staatliche Rente (1. Säule), die berufliche Vorsorge (2. Säule) und steuerbegünstigtes freiwilliges Sparen (3. Säule). Viele der wirkungsvollsten Hebel basieren auf Kontinuität: Beitragslücken vermeiden, die Regeln der eigenen Pensionskasse verstehen und Vorsorgekapital investieren, statt es ungenutzt auf einem Konto zu belassen. In der mittleren Karrierephase können Teilzeitmodelle die Vorsorgeleistungen überproportional reduzieren, unter anderem wegen des Koordinationsabzugs. Simulationen und eine Überprüfung des eigenen Plans sind deshalb wichtig, bevor das Arbeitspensum angepasst wird. Später im Leben können die Wahl zwischen Rente und Kapitalbezug sowie der Zeitpunkt der Auszahlungen die Situation stark beeinflussen.

Frankreich: Solidarität, aber private Vorsorge bleibt wesentlich

Frankreich stützt sich in erster Linie auf ein Umlageverfahren. Eine Basisrente wird mit obligatorischen ergänzenden Renten (punktebasiert) sowie optionalen privaten Sparlösungen kombiniert. Nach den jüngsten Reformen ist das gesetzliche Rentenalter auf 64 Jahre gestiegen, und für eine volle Rente sind 43 Beitragsjahre erforderlich. Während das System eine breite Abdeckung bietet, kann es Unterbrechungen der Berufstätigkeit bestrafen. Das unterstreicht die Bedeutung des privaten Sparens zur Ergänzung der gesetzlichen Ansprüche. Vorsorgepläne wie der PER oder Lebensversicherungen können eine zusätzliche Rolle spielen, indem sie steuerliche Effizienz und Flexibilität bieten sowie die Nachlassplanung berücksichtigen.

Belgien: Drei-Säulen-System mit zusätzlicher Flexibilität

Belgien kombiniert eine gesetzliche staatliche Rente, berufliche Vorsorge und individuelle Sparlösungen. Die Ansprüche hängen von der Dauer der Berufstätigkeit und den indexierten Einkünften ab. Das System kann für lange Werdegänge vorteilhaft sein, und die EU-Koordinationsregeln unterstützen internationale Mobilität, da Laufbahnzeiten aus verschiedenen Ländern bei der Prüfung der Rentenansprüche angerechnet werden. Zugleich erhöht der zunehmende Fokus auf ergänzende und individuelle Vorsorgelösungen die Bedeutung einer strukturierten, laufenden Planung, insbesondere bei nicht linearen Karrierewegen.

Über Länder und Systeme hinweg zeigt sich ein Muster: Eine Summe von Entscheidungen prägt die finanzielle Situation im Alter

Spanien: Starkes staatliches System, begrenzte Zusatzmöglichkeiten

Spanien kombiniert eine staatliche Altersrente, die auf Sozialversicherungsbeiträgen und dem Erwerbsverlauf basiert, mit optionalen ergänzenden Vorsorgelösungen. Wie gut sich die Rentensituation verbessern lässt, hängt oft davon ab, ob zusätzliche Sparoptionen über einen vom Arbeitgeber unterstützten Plan und persönliche Vorsorge vorhanden sind. Sind die ergänzenden Vorsorgemechanismen begrenzt oder gedeckelt, wird es umso wichtiger, einen klaren Spar- und Anlageplan zu entwickeln, um den gewünschten Lebensstandard im Ruhestand aufrechterhalten zu können.

Vereinigtes Königreich: Steuerliche Effizienz, Regeln im Wandel und Auswirkungen auf den Nachlass

Die britische Vorsorge kombiniert die staatliche Rente mit betrieblichen und privaten Pensionslösungen. Bei den Vorsorgeplänen dominieren beitragsorientierte Modelle, und Steuererleichterungen können den effektiven Wert der Beiträge deutlich erhöhen. Dies gilt vor allem für Personen mit hohem Einkommen, wobei jährliche Beitragslimiten und abgestufte Regeln gelten. 2028 wird das Mindestalter für den Zugang zu Pensionsgeldern erhöht. Zu berücksichtigen ist die Entwicklung im Bereich Erbschaft: Laut geplanten Änderungen könnte nicht genutztes Pensionsvermögen künftig der Erbschaftssteuer unterliegen, wobei etwa bei der Übertragung an Ehepartner Ausnahmen gelten. Für viele Familien werden Altersvorsorge und Nachlassplanung damit stärker miteinander verknüpft sein als bisher.

Brasilien: Staatliches System unter Druck, private Lösungen gewinnen an Bedeutung

Das brasilianische Vorsorgesystem umfasst umlagefinanzierte staatliche Elemente sowie ergänzend eine zunehmend wichtige private Säule. Mit den Reformen von 2019 wurden ein Rentenalter und Beitragsschwellen eingeführt. Doch aufgrund des demografischen und fiskalpolitischen Drucks können zur Sicherung des Lebensstandards zusätzliche private Ersparnisse nötig sein. Ergänzende Lösungen seitens regulierter Anbieter können Vorteile wie Steueraufschub sowie eine Begünstigtenstruktur umfassen, wodurch die Bedeutung einer langfristigen, gezielten Planung steigt.

Vereinigte Arabische Emirate: Duales System mit wesentlichen rechtlichen Details

Das Vorsorgesystem der VAE unterscheidet zwischen Staatsbürgern der Emirate und Expatriates. Staatsbürger sind pflichtversichert, während Expatriates in der Regel auf Zuwendungen am Ende einer Beschäftigung und auf freiwillige Sparlösungen angewiesen sind. Unsere Publikation weist auf einen Aspekt hin, der oft übersehen wird und für die langfristige finanzielle Sicherheit von Frauen besonders relevant ist: In den VAE ist der eheliche Güterstand nicht automatisch geregelt. Ohne formelle Dokumentation führen gemeinsame finanzielle oder nicht finanzielle Beiträge nicht automatisch zu gemeinsamem Eigentum. In der Praxis kann dies die Verwundbarkeit bei Ereignissen wie einer Scheidung oder einem Trauerfall erhöhen. Planung, die Strukturierung des Vermögens und eine sorgfältige Dokumentation sind deshalb umso wichtiger.

Je früher Sie beginnen, desto mehr Optionen stehen Ihnen offen

Über Länder und Systeme hinweg zeigt sich ein Muster: Eine Summe von Entscheidungen prägt die finanzielle Situation im Alter. Gerade für Frauen können unbemerkt Lücken durch Teilzeitarbeit, Erwerbsunterbrüche und unregelmässige Vorsorgebeiträge entstehen und im Laufe der Zeit grösser werden. Sie lassen sich jedoch durch frühes Handeln und regelmässige Überprüfung deutlich reduzieren.

Für Frauen können unbemerkt Lücken durch Teilzeitarbeit, Erwerbsunterbrüche und unregelmässige Vorsorgebeiträge entstehen und im Laufe der Zeit grösser werden. Sie lassen sich jedoch durch frühes Handeln und regelmässige Überprüfung deutlich reduzieren

Dieser Artikel bietet einen Einblick in die Erkenntnisse, die wir in unserer Sonderausgabe von LO Women Invest zum Internationalen Frauentag zusammengetragen haben. In der Publikation finden Sie einen vertieften, länderübergreifenden Vergleich sowie praktische Leitlinien. Diese sollen Ihnen helfen, langfristig gezielt und über verschiedene Meilensteine hinweg finanzielle Unabhängigkeit aufzubauen.

Quellen anzeigen.
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1 https://www.oecd.org/en/publications/2025/11/pensions-at-a-glance-2025_76510fe4/full-report/gender-pension-gap_90ed13b5.html
2 https://www.deloitte.com/global/en/issues/work/genz-millennial-survey.html

Wichtige Hinweise.

Die vorliegende Marketingmitteilung wurde von der Bank Lombard Odier & Co AG (nachstehend “Lombard Odier”) herausgegeben. Sie ist weder für die Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung in Rechtsordnungen bestimmt, in denen eine solche Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung rechtswidrig ist, noch richtet sie sich an Personen oder Rechtsstrukturen, an die eine entsprechende.

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