Stabilität in China unterstützt Schwellenländeranlagen

Homin Lee - Senior Macro Strategist
Homin Lee
Senior Macro Strategist
Patrick Kellenberger - Emerging Market Equities Strategist
Patrick Kellenberger
Emerging Market Equities Strategist
Stabilität in China unterstützt Schwellenländeranlagen

Kernpunkte.

  • Dank einer starken Exportdynamik und zusätzlicher Fiskalimpulse erwarten wir dieses Jahr für China ein Wirtschaftswachstum von 4,3%. Dies liegt über unserer bisherigen Prognose
  • Wir rechnen für 2026 mit einer weiteren, aber begrenzten Aufwertung des Yuan. Ein stärkerer Yuan dürfte helfen, zusätzliche Spannungen mit Handelspartnern zu vermeiden
  • Chinas KI-Investitionen und Rechenkapazitäten profitieren bereits vom Waffenstillstand im Handel mit den USA. Dies unterstützt die Entwicklung besserer KI-Modelle
  • Der unseres Erachtens positive Ausblick für China untermauert die Aussichten für die Schwellenländer und deren Anlagen. Wir sehen insbesondere Chancen bei chinesischen Technologieunternehmen.

Chinas rekordhoher Handelsüberschuss stützt das Wirtschaftswachstum, verschärft aber die Ungleichgewichte im Inland und die globalen Spannungen. Wir beleuchten die sich verbessernden Aussichten für Chinas Wirtschaft und für chinesische Vermögenswerte im Jahr 2026, wobei die geopolitischen Entwicklungen weiterhin ein bedeutendes Risiko darstellen.

Trotz höherer US-Zölle hat China 2025 einen Handelsüberschuss von USD 1,2 Bio. erzielt. Ein steigender Anteil an Exporten in südostasiatische Länder – teilweise, um US-Zölle zu umgehen – sowie Chinas Wettbewerbsfähigkeit bei Technologie und Preisen haben zu bemerkenswerter Widerstandsfähigkeit beigetragen. Eine stärkere Exportdynamik und unsere Erwartung zusätzlicher innenpolitischer Unterstützung bedeuten, dass wir unsere Wachstumsprognose für das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) Chinas auf 4,3% im Gesamtjahr 2026 angehoben haben. Dies entspricht zwar einer Abschwächung gegenüber den 2025 verzeichneten 5,0%, steht aber im Einklang mit Pekings mittelfristigen Wachstumsprognosen.

Wir haben die Wachstumsprognose für das reale BIP Chinas auf 4,3% für 2026 angehoben

Erholung der Binnennachfrage

Wie Chinas hartnäckig tiefe Inflation zeigt, steht der starken Handelsdynamik eine anhaltend schwache Binnennachfrage gegenüber. Das Wachstum der Einzelhandelsumsätze und der Investitionen in Sachanlagen verringerte sich in der zweiten Hälfte 2025 deutlich, da die Lokalregierungen ihre Erlöse aus Anleihenemissionen zurückhaltend einsetzten. Daraufhin stellten die chinesischen Behörden in Aussicht, die Nachfrage im Inland wirksamer zu unterstützen. Wir rechnen für 2026 mit zusätzlichen Fiskalimpulsen in Höhe von rund 1% des BIP. Laut jüngsten Erklärungen von Regierungsvertretern sind Massnahmen zur Subventionierung des Konsums, für höhere Einkommensübertragungen an Haushalte und für eine Stabilisierung der Investitionen denkbar; die Zentralregierung könnte bei solchen Projekten eine wichtigere Rolle spielen. Wir gehen davon aus, dass eine aktivere Fiskalpolitik den Deflationsdruck mindert. Für das laufende Jahr prognostizieren wir eine durchschnittliche Verbraucherpreisinflation von 1%, nach rund 0,1% im Jahr 2025.

Chinas Exporte profitieren dieses Jahr weiterhin von einer robusten globalen Nachfrage, dem einjährigen Waffenstillstand im Handel mit den USA und einer expansiven Fiskalpolitik in grossen Volkswirtschaften. Allerdings erwarten wir, dass sich das Exportwachstum 2026 etwas verlangsamt. Gründe dafür sind eine Regierungsinitiative zum Abbau von Überkapazitäten und zur Erhöhung der Produktionspreise sowie vermehrte Massnahmen anderer Länder, um Billigimporte aus China einzudämmen. In unserem Basisszenario gehen wir weiterhin davon aus, dass die US-Zölle auf chinesischen Exporten bestehen bleiben. Dies gilt auch dann, wenn der amerikanische Supreme Court jene Zölle kippen sollte, die auf Grundlage des „International Emergency Economic Powers Act“ verhängt wurden. Die Zölle können auf anderem Weg wieder eingeführt werden.

Pekings jüngste Hinweise auf einen stärkeren Yuan bedeuten etwas Gegenwind für die Exporte und schränken die geldpolitischen Reaktionsmöglichkeiten bis zu einem gewissen Grad ein. Deshalb erwarten wir eine begrenzte geldpolitische Lockerung durch die People’s Bank of China und prognostizieren nur eine Zinssenkung für 2026. Da China fiskalpolitische Massnahmen gegenüber geldpolitischen priorisiert, können die politischen Entscheidungsträger die Yuan-Bewegungen weiterhin eng steuern. Eine Aufwertung des Yuan kann helfen, zusätzliche Spannungen mit Handelspartnern zu vermeiden. Unsere Währungsprognose gegenüber dem US-Dollar beträgt 6,80 auf Sicht von zwölf Monaten.

Da China fiskalpolitische Massnahmen gegenüber geldpolitischen priorisiert, können die politischen Entscheidungsträger die Yuan-Bewegungen weiterhin eng steuern

Dort, wo klare Vorteile bestehen, erwarten wir, dass China weiterhin opportunistische Handelsabkommen anstrebt und Massnahmen trifft. Am 12. Januar erzielten die chinesischen Behörden mit der Europäischen Union eine Rahmenvereinbarung zur Beilegung eines Streits über die Einfuhr von Elektrofahrzeugen. Am 16. Januar vereinbarten Kanada und China eine Senkung von Importzöllen.

Wir gehen davon aus, dass Präsident Xi Jinping beim geplanten Treffen mit US-Präsident Donald Trump im April eine Eskalation der Handelsspannungen vermeiden will. Im November 2025 einigten sich die beiden Länder auf eine einjährige Waffenruhe im Handelsstreit. China reduzierte die Beschränkungen bei der Ausfuhr seltener Erden, während die USA Zurückhaltung bei Exportkontrollen und Sanktionen zusagten. Keine der beiden Seiten hat ein Interesse daran, die Situation 2026 wieder zu verschärften, zumal die beiden Länder wirtschaftlich stark voneinander abhängig sind.

Ein weiteres Jahr der Innovation für KI und Cleantech

Eine ruhige Phase in den Handelsbeziehungen begünstigt Chinas Ausblick. Chinas Erwerb fortschrittlicherer Halbleiterchips dürfte 2026 den Ausbau zusätzlicher Rechenzentren und -kapazitäten ermöglichen. Wir erwarten, dass dies die Investitionen und das Wachstum des Privatsektors unterstützt, nachdem die Investitionen in Sachanlagen 2025 zurückgegangen sind. Zudem gehen wir davon aus, dass Chinas Anteil an der globalen KI-Rechenleistung dieses Jahr deutlich steigt. Das Land produziert bereits etwa doppelt so viel Strom wie die USA bei rund halb so hohen Kosten. Dies verschafft China einen entscheidenden Vorteil im KI-Wettlauf und gleicht die Dominanz der US-Tech-Giganten bezüglich KI-Innovation aus.

Eine ruhige Phase in den Handelsbeziehungen begünstigt Chinas Ausblick

Jüngst unberechenbarere Wendungen in der US-Aussenpolitik, unter anderem Zolldrohungen gegenüber NATO-Verbündeten wegen Grönland und die Militärintervention in Venezuela, könnten Chinas Streben nach Energiesicherheit beschleunigen. Dies könnte auch die Produktion und den Ausbau erneuerbarer Energien weiter ankurbeln. Chinas strategische Priorität ist eine geringere Abhängigkeit vom Import fossiler Brennstoffe aus US-Einflusssphären. Die jüngsten Turbulenzen in Venezuela und Iran, wichtige Lieferanten von Öl und Gas für China, haben die Verwundbarkeit der Volksrepublik in diesem Bereich verdeutlicht. Chinas nachdrückliches Streben nach einer Netto-Null-Wirtschaft ist daher ein glaubwürdiges Vorhaben, das bereits in absehbarer Zukunft Resultate zeitigen dürfte. Der Fokus auf Elektrifizierung unterstreicht diese Dringlichkeit.

Wirtschaftliche Stabilität in China begünstigt Schwellenländer

Trotz geopolitischer Spannungen dürfte die allgemeine wirtschaftliche Stabilität Chinas im Jahr 2026 das Wachstum in anderen asiatischen Volkswirtschaften unterstützen. Dies untermauert unsere Präferenz für Anlagen aus Schwellenländern. Unsere Portfolios sind derzeit in Schwellenländeraktien übergewichtet, da diese ein höheres Gewinnwachstum zu angemesseneren Kursen bieten als Aktien aus Industrieländern. Zudem halten wir eine Übergewichtung in Hartwährungsanleihen aus Schwellenländern. Diese bieten attraktive Renditen bei höherer Kreditqualität als Unternehmensanleihen mit vergleichbaren Renditen.

Chinas strategische Priorität ist eine geringere Abhängigkeit vom Import fossiler Brennstoffe aus US-Einflusssphären

Präferenz für chinesische Aktien

Der positive Ausblick für China ist einer der wichtigsten Treiber unserer Übergewichtung in Schwellenländern. Wir sehen nun Chancen bei chinesischen Aktien, während das politische Zeitfenster für die Verabschiedung des neuen Fünfjahresplans Chinas im März näher rückt. Wir erwarten, dass attraktive Aktienrenditen und eine derzeit tiefe Anlegerpositionierung weiterhin für Zuflüsse aus dem In- und Ausland sorgen und höhere Bewertungen begünstigen. Zudem gehen wir davon aus, dass das Gewinnwachstum 2026 auf 9% steigt, nach 3% im Jahr 2025.

Bei chinesischen Aktien sehen wir insbesondere für Technologieunternehmen Chancen

Bei chinesischen Aktien sehen wir insbesondere für Technologieunternehmen Chancen. Diese Firmen profitieren von der steigenden Stromkapazität des Landes sowie von der staatlichen Förderung technologischer Eigenständigkeit. Chinesische Technologieunternehmen notieren noch immer mit einem deutlichen Abschlag gegenüber ihren US-Pendants, bieten aber ein stärkeres Gewinnwachstum und eine schnellere Einführung fortschrittlicher Technologien. Damit zählen sie zu unseren grössten Überzeugungen für das Jahr 2026.

CIO Office Viewpoint

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