Beschleunigung des Übergangs zu einer nachhaltigen Zukunft

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Beschleunigung des Übergangs zu einer nachhaltigen Zukunft

Didier Rabattu - Head of Equities<br/> Lombard Odier Investment Managers

Didier Rabattu

Head of Equities
Lombard Odier Investment Managers

Wir alle sind uns der Herausforderungen, vor denen unsere Welt steht, bewusst. Unser derzeitiges Wirtschaftsmodell ist nicht nachhaltig. Während die Menschen protestieren, werden die natürlichen Ressourcen übernutzt. Der Klimawandel ist eine Realität, die immer bedrohlichere Ausmasse annimmt. Heute haben wir es in den Industrieländern mit polarisierenden Ungleichheiten zu tun, die es zu überwinden gilt. Regulierungsbehörden, Verbraucher, Technologiefirmen und Anleger können jedoch zusammenarbeiten, um die notwendigen Veränderungen zu beschleunigen. Aber wie?

 

Den Kapitalismus überdenken

Der Kapitalismus muss sich ändern. Das bedeutet konkret, dass die Arbeitsweise von Unternehmen, ihre Lieferketten und ihre Auswirkungen auf die Umwelt revolutioniert werden müssen. Allmählich ändern sich die Dinge und die Anleger machen sich Gedanken darüber. Sie werden sich der Tatsache bewusst, dass es ein grosses Risiko ist, sich nicht auf die Zukunft einzustellen. Regulierungsbehörden, Unternehmen und Zentralbanken beginnen zu verstehen, dass die Klimakatastrophe und die wachsenden Ungleichheiten grosse finanzielle und soziale Risiken mit sich bringen, die nicht ignoriert werden dürfen. Unternehmen wiederum werden sich anpassen müssen, um den Zugang zu Kapital, Talenten und ihren Kunden zu bewahren. Was wir brauchen, sind nachhaltige Wachstumsmodelle. Das heisst, wir müssen zu einem Modell übergehen, das Wachstum ermöglicht, ohne gleichzeitig negative Auswirkungen auf die Umwelt und Gesellschaft zu haben.

Was wir brauchen, sind nachhaltige Wachstumsmodelle. Das heisst, wir müssen zu einem Modell übergehen, das Wachstum ermöglicht, ohne gleichzeitig negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft zu haben.

Wir bezeichnen das Entkopplung. Unternehmen, die die Vision und Weitsicht haben, nachhaltige Wachstumsstrategien zu entwickeln, werden die Richtung vorgeben. Wir nennen diese Art von Unternehmen Adler. Sie bieten technologische Lösungen und innovative Produkte und gehen allmählich zu nachhaltigen Geschäftsmodellen über. Andere Unternehmen dagegen verschliessen sich vor der Realität und sind der Ansicht, dass sie weitermachen können wie bisher. Sie sind damit einem existenziellen Risiko ausgesetzt. Wir nennen sie Strausse. Unternehmen, die den Kopf in den Sand stecken.

Auf dem Weg in eine bessere Zukunft

Massenkonsum, Verschwendung, Ungleichheiten und Klimawandel erfordern dringend unsere Aufmerksamkeit. Der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft kann dazu beitragen, einige dieser Probleme zu lösen. Wir müssen von unserer derzeitigen verschwenderischen Wirtschaft zu einem Kreislaufsystem übergehen, in dem wir unsere Abfälle wiederverwenden, recyceln und radikal reduzieren. Dabei wird die Technologie unser Wegbereiter sein.

Wir müssen von unserer derzeitigen verschwenderischen Wirtschaft zu einem Kreislaufsystem übergehen, in dem wir unsere Abfälle wiederverwenden, recyceln und radikal reduzieren.

Heute wird Technologie in der Abfallwirtschaft eingesetzt. Wissenschaftsnahe Unternehmen sind führend bei der Entwicklung von Technologien, die es einfacher machen, Kunststoffe zu recyceln und in neuen Anwendungen wiederzuverwenden. Vor Kurzem enthüllte Carlsberg die weltweit erste Bierflasche aus Papier. Das Unternehmen hat sich verpflichtet, bis 2030 seine CO2-Emissionen zu eliminieren und seinen CO2-Fussabdruck entlang der gesamten Wertschöpfungskette um 30 % zu reduzieren. Doch: Auch die Technologiebranche hat eine Schattenseite. Elektronikschrott stellt, wenn er unverarbeitet bleibt, eine grosse Gefahr für Gesundheit und Umwelt dar. Elektroschrott macht nur 2 % der festen Abfälle aus, aber 70 % der Sonderabfälle auf Deponien. Darüber hinaus verbrauchen Computer, Mobiltelefone und andere elektronische Produkte weltweit schwindelerregende 320 Tonnen Gold und mehr als 7'500 Tonnen Silber jährlich. (GeSI) Dennoch gibt es Unternehmen wie Umicore, die Edelmetalle recyceln und ihr Budget in FuE- Projekte1 für saubere Mobilität, Recycling und Verlängerung der Haltbarkeit von Produkten investieren. Mithilfe der betreffenden Technologien werden wir einer schlanken Shared Economy nach und nach näherkommen.

Einige Unternehmen recyceln Edelmetalle und investieren ihr Budget in FuE-Projekte für saubere Mobilität, Recycling und Verlängerung der Haltbarkeit von Produkten.

Mensch und Umwelt schützen

Extreme Klimaereignisse sind in den letzten zehn Jahren immer häufiger geworden. Vor diesem Hintergrund müssen unsere natürlichen Ressourcen geschützt werden; unsere Art zu leben und Städte zu bauen, muss weiterentwickelt werden; und wir müssen eine intelligente, digital gestützte Zukunft entwickeln. Der Meeresspiegel steigt kontinuierlich und die Küstenstädte und ihre Bewohner sind immer stärker gefährdet. Die rasante Urbanisierung hat den natürlichen Hochwasserschutz vermindert. Grund dafür ist der starke Einsatz von Baumaterialien wie Beton, Metall und Asphalt, die verhindern, dass der Boden Regenwasser aufnimmt. Daher müssen wir Städte planen und bauen, in denen Hochwasserschutz, Wasserspeicherung und Wiederverwendung dieses Wassers in Dürrezeiten möglich ist. Sponge Cities, ein Pionierprojekt in China, das nun in Europa umgesetzt wird, bietet ein nachhaltiges Städtebaumodell mit einer durchlässigen Infrastruktur, die Regenwasser speichert, reinigt und abfliessen lässt. Unternehmen wie Arcadis entwickeln Technologien zum Bau poröser Strassen, die Wasser aufnehmen und die Umwelt kühlen. Auch entwerfen sie Dachbegrünung für die Wassergewinnung und -rückgewinnung und schaffen städtische Feuchtgebiete, die Wasser zurückhalten und filtern. Diese Entwicklungen bieten Unternehmen und ganzen Sektoren die Möglichkeit, um in Zukunft zu wachsen und gleichzeitig die Menschen und den Planeten zu schützen.

Unternehmen entwickeln Technologien zum Bau poröser Strassen, die Wasser aufnehmen und die Umwelt kühlen. Auch entwerfen sie Dachbegrünung für die Wassergewinnung und -rückgewinnung und schaffen städtische Feuchtgebiete, die Wasser zurückhalten und filtern.

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Nahrung für die wachsende Bevölkerung

Die Agrarindustrie steht seit einiger Zeit im Rampenlicht. Die Kohlenstoff- und Methanemissionen, die hohe Ressourcenintensität der Industrie (70 % der globalen Süsswasserressourcen) und die astronomische Höhe der Lebensmittelverschwendung in den Industrieländern sind Gegenstand zahlreicher Veröffentlichungen. Studien haben gezeigt, dass 65 % der Verluste nach der Ernte und während der Verarbeitung auftreten. Die hohen Umweltauswirkungen der Industrie durch Stickstoff- und Phosphordünger, die in die Biosphäre, in Wasserstrassen und Ozeane gelangen, haben die Meeres- und Wassersysteme stark beeinträchtigt. Es sind Todeszonen entstanden, in denen kein Leben mehr möglich ist. Angesichts der stetig wachsenden Bevölkerung müssen wir nachhaltige Ernährungssysteme entwickeln und von einer CO2-intensiven Wirtschaft zu einer sauberen Wirtschaft übergehen. Diese Herausforderung muss in jedem Teil der Lieferkette angegangen werden: Wir müssen die Präzisionslandwirtschaft nutzen, um Lebensmittel effizienter zu produzieren, die Lebensmittelabfälle durch intelligente Verpackungen, Tiefkühlkost und ein besseres Lieferkettenmanagement reduzieren und letztlich intelligentere Entscheidungen treffen – wie die Förderung von Fleischalternativen.

Wenn wir digitale Technologien einsetzen, um die nachhaltige Produktion von Nutzpflanzen zwecks Steigerung der Ernteerträge zu optimieren, können wir mit weniger mehr erreichen.

Wenn wir digitale Technologien einsetzen, um die nachhaltige Produktion von Nutzpflanzen zwecks Steigerung der Ernteerträge zu optimieren, können wir mit weniger mehr erreichen. Hier kommen Unternehmen wie Yara ins Spiel. Sie ebnen den Weg zu Smart Farming: mithilfe von Technologien, welche die Art und Weise, wie wir den Planeten bewirtschaften und ernähren, radikal verbessern.

Es ist an der Zeit, Nachhaltigkeit als Chance zu begreifen. Nachhaltigkeit geht über Moral und Ethik hinaus – wir gehen davon aus, dass sie für Anleger in Zukunft eine bedeutende Renditequelle sein wird. In diesem Umfeld kommt den Anlageexperten eine ganz spezifische treuhänderische Pflicht zu: Sie müssen Unternehmen finden, die sich nicht nur auf Gewinne konzentrieren, sondern auch sicherstellen, dass diese Gewinne in einer Welt, die durch den demografischen Wandel, grosse Umweltprobleme und Ungleichheiten belastet wird, nachhaltig sind.

Willkommen bei der nächsten wirtschaftlichen Revolution.

Wichtige Hinweise.

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