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Städte mit wasserdurchlässigen Oberflächen: Anpassung an den Klimawandel

Christopher Kaminker, PhD - Head of Sustainable Investment Research & Strategy<br/>Lombard Odier Investment Managers

Christopher Kaminker, PhD

Head of Sustainable Investment Research & Strategy
Lombard Odier Investment Managers
Thomas Hohne-Sparborth, PhD - Sustainability Analyst<br/>Lombard Odier Investment Managers

Thomas Hohne-Sparborth, PhD

Sustainability Analyst
Lombard Odier Investment Managers

Die Geschichte der wirtschaftlichen Entwicklung ist untrennbar mit dem Wasser verbunden. Vom alten Ägypten bis zur grossen Expansion der amerikanischen Siedler in Richtung Westen war die Nähe zu Süsswasserquellen für das Leben der Menschen unerlässlich. Der Zugang zu Flüssen und Ozeanen war für den Wohlstand von entscheidender Bedeutung und der Hauptgrund, warum Städte wie London, New York, Shanghai und Tokio stetig zu wachsen vermochten. Infolgedessen befinden sich heute 90 % der urbanen Zonen in Küstengebieten, wobei bis 2050 voraussichtlich 1,4 Milliarden Menschen an Küsten leben werden.

Auch wenn der Zugang zu Wasser für das Wirtschaftswachstum und das Wohlergehen der Menschen von zentraler Bedeutung ist, kann das Verhältnis zwischen den Städten und ihren Wasserressourcen volatil sein.

 

Auch wenn der Zugang zu Wasser für das Wirtschaftswachstum und das Wohlergehen der Menschen von zentraler Bedeutung ist, kann das Verhältnis zwischen den Städten und ihren Wasserressourcen volatil sein. In diesem Jahrzehnt haben extreme Wetterereignisse wie Hurrikane, Taifune, Wirbelstürme, Überschwemmungen und starke Regenfälle jährlich durchschnittlich USD 227 Milliarden an wirtschaftlichen Schäden verursacht, d. h. 61 % mehr als im vorherigen Jahrzehnt. Bis 2050 könnte der steigende Meeresspiegel diese Kosten auf USD 1 Billion pro Jahr erhöhen – oder sogar noch mehr, je nachdem, wie erfolgreich die Politik gegen den Klimawandel sein wird.

Weltweit haben Überschwemmungen und extreme Niederschläge zugenommen, während Städte wie Kapstadt und Chennai unter Dürre und Wassermangel leiden. Städte, die zwischen diesen Kräften gefangen sind, stehen vor immer grösseren Herausforderungen.

Weltweit haben Überschwemmungen und extreme Niederschläge zugenommen, während Städte wie Kapstadt und Chennai unter Dürre und Wassermangel leiden. Städte, die zwischen diesen Kräften gefangen sind, stehen vor immer grösseren Herausforderungen. Bereits heute kommt den Städten eine zentrale Rolle bei der Eindämmung des Klimawandels zu, denn auf sie entfallen 60 – 80 % des gesamten Energieverbrauchs und 70 % der weltweiten Emissionen. Investitionen in saubere Energie, nachhaltige Verkehrssysteme, energieeffiziente Gebäude und intelligente Netze sind unerlässlich, um die negativen Auswirkungen von Städten auf unsere Umwelt zu reduzieren. Da der Klimawandel unvermeidlich ist, müssen sich aber auch die Städte weiterentwickeln, um widerstandsfähiger gegen extreme Wetterbedingungen und Dürre zu werden.

Investitionen in saubere Energie, nachhaltige Verkehrssysteme, energieeffiziente Gebäude und intelligente Netze sind unerlässlich, um die negativen Auswirkungen von Städten auf unsere Umwelt zu reduzieren.

Ein Ansatz zur Anpassung an den steigenden Meeresspiegel und extreme Wetterbedingungen wird auch als „Stahl- und Betonlösung“ bezeichnet. In den Niederlanden gibt es die „Deltawerke“ – ein Netzwerk, das aus Dämmen, Schleusen und Sturmflutbarrieren besteht. Sie sollen dem Schutz tief gelegener Gebiete dienen und wurden bereits zu einem der sieben modernen Weltwunder erklärt. Städte auf der ganzen Welt lassen sich von diesem Beispiel inspirieren. In New York soll gemäss einem Plan mit einer Investitionssumme von USD 10 Milliarden ein U-förmiges System von Hochwasserschutzanlagen um Manhattan herum errichtet werden, das aus Barrieren, Parks und einer Küstenerweiterung von bis zu zwei Strassenblöcken besteht.

Ein alternativer Ansatz konzentriert sich auf die Fähigkeit, Regenwasser aufzufangen und wiederzuverwenden. In China erforscht ein von 16 Städten getragenes Pilotprogramm das Konzept sogenannter „Sponge Cities“, gemäss dem eine porösere Infrastruktur durch Grünflächen, Entwässerungssysteme und wasserdurchlässige Strassen entwickelt werden soll. Diese Städte sind bestrebt, Betonpflaster zugunsten grünerer Alternativen zu reduzieren, und wollen bis zu 70 % der anfallenden Niederschläge auffangen und wiederverwenden. Dies soll sowohl der Verminderung von Überschwemmungen als auch der Bewältigung von Dürrerisiken dienen. Dieses ursprünglich erstmals in China als Pilotprojekt lancierte Konzept wird nun auch in Berlin umgesetzt und von Städten rund um den Globus aufmerksam verfolgt.

In China erforscht ein von 16 Städten getragenes Pilotprogramm das Konzept sogenannter „Sponge Cities“, gemäss dem eine porösere Infrastruktur durch Grünflächen, Entwässerungssysteme und wasserdurchlässige Strassen entwickelt werden soll.

Sie sollten nicht zu lange warten, denn die Anpassung an den Klimawandel wird am besten frühzeitig im Rahmen von Stadtplanung und -entwicklung und nicht rückwirkend gelingen. Wir sollten also frühzeitig und beherzt beginnen. Derzeit fliessen erst 5 % der klimawandelbezogenen Investitionen in Anpassungsmassnahmen, während der Finanzierungsbedarf bis 2050 auf USD 500 Milliarden steigen könnte. Und das, obwohl es sich um eine gute Investition handelt. Die Global Commission on Adaptation argumentiert, dass Investitionen in Höhe von USD 1,8 Billionen in die Stärkung von Infrastruktur, Frühwarnsystemen, Wasserressourcen und anderen Schlüsselbereichen Vorteile in Höhe von USD 7,1 Billionen bringen würden, was einer Rendite von 4:1 entspräche.

In diesem aufstrebenden Umfeld wird Know-how im Bereich Wasserwirtschaft stark gefragt sein. Tiefbau mit Kenntnissen in der Planung und Umsetzung von Hochwasserschutz, intelligenten Entwässerungssystemen und anderen Anpassungsstrategien kann zu einer Verlagerung der Umsätze in dieses Segment führen. Die Städte sollten dies beachten – und so die „Sintflut“ vermeiden.

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