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    Verständnis von Nachhaltigkeit als Schlüssel für Wachstum

    Verständnis von Nachhaltigkeit als Schlüssel für Wachstum

    Es gab eine Zeit, als Nachhaltigkeitsthemen als irrelevant für Unternehmen und Anleger abgetan wurden, als Störfaktor, der unvereinbar ist mit profitablen Finanzgeschäften. Die Ausnahmen bildeten einige wenige „verantwortungsvolle“ Investoren, die „das Richtige tun“ wollten, auch wenn sie dafür niedrigere Renditen in Kauf nehmen mussten.

    Das hat sich mittlerweile geändert. Ökologische, soziale und Governance-Faktoren (ESG) rücken immer mehr in den Mittelpunkt. Denn es ist klar geworden, dass sie einen beachtlichen Einfluss auf die Unternehmensergebnisse – und die Renditen der Anleger – haben können.


    Die wichtigsten Trends in der Nachhaltigkeitsdiskussion

    „Megatrends“ wie Klimawandel, demografischer Wandel, Ressourcenknappheit, zunehmende Digitalisierung und der Anstieg der Ungleichheit erzeugen tief greifende, langfristige Herausforderungen, die die Unternehmen verstehen müssen, wenn sie Erfolg haben wollen.

    Das Problem ist nur, dass diese Veränderungen schnell voranschreiten – manchmal schneller, als wir sie verstehen, und schneller, als die Regierungen regulierend eingreifen können. Das fulminante Wachstum von Technologiegiganten wie Facebook, Google und Amazon hat Probleme nicht nur für die Gesellschaft geschaffen, sondern auch für die Unternehmen selbst. Einige Beispiele aus jüngster Zeit zeigen, wie gravierend die Probleme sein können. Facebook tat sich schwer, mit den Folgen des Niedergangs von Cambridge Analytica umzugehen. Google sah Mitarbeiter zurücktreten, nachdem bekannt wurde, dass das US-Militär die Technologie der künstlichen Intelligenz des Unternehmens nutzt, um autonome Drohnen zu entwickeln. Und zahlreiche Unternehmen wie Amazon sind damit konfrontiert, dass viele Menschen die Befürchtung haben, ihre Privatsphäre könnte wegen des zunehmenden Einsatzes von digitalen Assistenten wie Alexa nicht mehr geschützt sein.

    Hinzu kommt, dass die Aktivitäten von Unternehmen sowie ihren Lieferanten und Grosskunden dank der sozialen Medien und der grösseren Verfügbarkeit von Daten immer stärker im Rampenlicht stehen. Ein Beispiel hierfür war der rasche Untergang der Weinstein Corporation nach den Anschuldigungen gegen den Mitgründer Harvey Weinstein.


    Wie ESG-Themen die Unternehmen beeinflussen

    Konsumenten und Bürger, insbesondere Millennials, die gerade ihr erstes selbstverdientes Geld ausgeben, sind besser informiert und fragen, woher die von ihnen gekauften Produkte stammen, unter welchen Bedingungen die Arbeiter sie hergestellt haben und wie nachhaltig die Unternehmen wirtschaften. Und wenn sie den Unternehmen, ihren Freunden und ihren gewählten Vertretern sagen, was sie denken, nehmen sie kein Blatt vor den Mund.

    Der zunehmende Druck auf die Unternehmen, nachhaltiger zu wirtschaften, wird nicht nur direkt von den Kunden ausgeübt, sondern auch von Politikern und Aufsichtsbehörden. Diese entwickeln neue Strategien, um auf die lauter werdenden Forderungen der Wählerinnen und Wähler nach einer grösseren unternehmerischen Verantwortung zu reagieren. Ein Beispiel hierfür ist, dass immer mehr regionale und nationale Regierungen Vorschriften zum Klimawandel erlassen. Dem Grantham Research Institute on Climate Change and the Environment zufolge haben „alle 197 Länder, die das Pariser Abkommen unterzeichnet oder ratifiziert haben, mindestens ein Gesetz oder eine Verordnung zum Klimawandel erlassen“1.

    Der zunehmende Druck auf die Unternehmen, nachhaltiger zu wirtschaften, wird nicht nur direkt von den Kunden ausgeübt, sondern auch von Politikern und Aufsichtsbehörden.

    Wachsendes Interesse der Vermögensverwalter und Anleger an ESG-Themen

    Kapitalgeber wissen um die Risiken einer unzureichenden Nachhaltigkeit. Deshalb legen sie einen immer grösseren Anteil ihres Kapitals in nachhaltiger wirtschaftenden Unternehmen an.

    Die Fähigkeit eines Unternehmens, ESG-Risiken zu bewirtschaften, ist ein Indikator für Führungsstärke und gute Unternehmensführung. Diese Faktoren sind unverzichtbar für nachhaltiges Wachstum.“

    Anfang des Jahres mahnte Larry Fink, Chef des riesigen Vermögensverwalters Blackrock, die CEOs aller Firmen, in die das Unternehmen investiert, in einem Brief: „Die Erwartungen der Öffentlichkeit an Sie waren noch nie so gross wie heute. Die Gesellschaft fordert, dass öffentliche und private Unternehmen einem sozialen Zweck dienen. Um langfristig zu florieren, muss jedes Unternehmen nicht nur gute Finanzergebnisse erzielen, sondern auch zeigen, inwiefern es einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leistet“ 2.

    Blackrock ist nicht der einzige Investor, der diese Themen in den Vordergrund rückt. Eine neue Studie des Morgan Stanley Institute for Sustainable Investing und von Morgan Stanley Investment Management ergab, dass 84% der Investoren ESG-Anlagen tätigen oder sie zumindest erwägen 3.

    Die gestiegene Bedeutung dieser Themen eröffnet ganz neue Chancen für Unternehmen, die sich diesen Herausforderungen stellen.

    Das Weltwirtschaftsforum schätzt, dass die Erreichung der Ziele des Pariser Abkommens zum Klimawandel Anlagechancen in Höhe von USD 23 Bio. bietet. 4 Die Notwendigkeit, zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft überzugehen, löst enormes Wachstum in Sektoren aus, die unverzichtbar für diesen Übergang sind, zum Beispiel erneuerbarer Strom, Elektrofahrzeuge und Energieeffizienz. Das wiederum führt zu rapiden Umwälzungen in den Energie-, Versorgungs- und Automobilbranchen.

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    Die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung, denen sich 193 Länder im Jahr 2015 (im selben Jahr wie das Pariser Abkommen) angeschlossen haben, werden neue Möglichkeiten im Markt für nachhaltige Anlagen eröffnen. Die 17 globalen Ziele konzentrieren sich auf die wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen, mit denen sich die Welt beschäftigen muss. Der Business and Sustainable Development Commission zufolge „bieten sie eine überzeugende Wachstumsstrategie für einzelne Unternehmen, für die Unternehmen insgesamt und für die Weltwirtschaft.“ Die Kommission schätzt, dass die Erreichung der globalen Ziele Marktchancen im Wert von bis zu USD 12 Bio. in Bereichen wie Nahrungsmittel und Landwirtschaft, Transport, Energie, Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen und Gesundheit schafft. 5

    Was bedeutet das alles für die Anleger? Zunächst müssen sie in der Lage sein, jene Unternehmen zu ermitteln, die gut positioniert sind, um von der zunehmenden Ausrichtung auf Nachhaltigkeit zu profitieren – und jene, die am stärksten gefährdet sind. Das wird dank der steigenden Menge verfügbarer Daten und der Tools zu deren Analyse und Interpretation einfacher.


    Was macht ein Unternehmen nachhaltig?

    Im Zuge der stärkeren Bedeutung der Nachhaltigkeit müssen Unternehmen drei Merkmale aufweisen, um Erfolg zu haben: ein nachhaltiges Finanzmodell, nachhaltige Betriebsprozesse und ein nachhaltiges Geschäftsmodell.

    Unternehmen mit nachhaltigen Geschäftspraktiken berücksichtigen nicht nur die Aktionäre, sondern auch die Bedürfnisse eines breiten Ökosystems von Stakeholdern. Zu diesem gehören Aufsichtsbehörden, Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten. Ausserdem bedenken sie die Folgen ihrer Geschäftspraktiken für die lokale Gemeinschaft und die Umwelt.

    Unternehmen mit einer nachhaltigen Strategie haben einen konkreten Plan, wie sie mit den Herausforderungen von Megatrends wie Klimawandel, Ausbeutung natürlicher Ressourcen, demografischem Wandel, Ungleichheit und digitales Zeitalter umgehen. Unternehmen, die die Herausforderungen Klimawandel und Ressourcenknappheit angehen wollen, beschäftigen sich mit sauberer Energie, intelligenten Stromnetzen, Elektrofahrzeugen oder der Speicherung von erneuerbarer Energie. Dagegen geraten kohlenstoffintensive Unternehmen ins Hintertreffen und könnten langfristig unattraktiv für Anleger werden.

    Ein nachhaltiges Finanzmodell bedingt, dass die Unternehmen Kapital effizient einsetzen, Cashflows generieren und sich nicht zu sehr auf die Kapitalmärkte verlassen, um ihre Bilanz auszugleichen. Ein solches Modell muss auch gewährleisten, dass die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens bewertet werden kann. Dazu gehören unter anderem die Kreditqualität und die Fähigkeit zur Schuldentilgung und zur Refinanzierung.

    Nachhaltigkeit verstehen ist der Schlüssel zum Wachstum. Wenn Kunden Produkte und Dienstleistungen aus nachhaltiger Sicht wählen, werden Unternehmen automatisch und schnell ihre Geschäftsmodelle anpassen, um konkurrenzfähig zu bleiben – und die Anleger werden ihnen folgen. Die Ermittlung von und Ausrichtung auf Unternehmen, die bereits ESG-Faktoren in ihre Strategien integriert haben, ist der erste Schritt zum Wachstum von morgen.

    1 http://www.lse.ac.uk/GranthamInstitute/publication/global-trends-in-climate-changelegislation-and-litigation-2018-snapshot/
    2 https://www.blackrock.com/corporate/investor-relations/larry-fink-ceo-letter
    3 https://www.morganstanley.com/ideas/asset-owners-embrace-sustainable-investing
    4 https://www.weforum.org/agenda/2017/01/unlocking-23-trillion-of-climateinvestment-opportunities-is-mission-possible/
    5 https://www.un.org/pga/71/wp-content/uploads/sites/40/2017/02/Better-Business-Better-World-Executive-Summary.pdf


    Wichtige Hinweise.

    Die vorliegende Marketingmitteilung wurde von Lombard Odier (Europe) S.A., einem in Luxemburg durch die Commission de Surveillance du Secteur Financier (CSSF) zugelassenen und von dieser regulierten Kreditinstitut, herausgegeben. Diese Mitteilung wurde von jeder ihrer Zweigniederlassungen, die in den am Ende dieser Seite angegebenen Gebieten tätig sind (nachstehend "Lombard Odier"), zur Veröffentlichung genehmigt.

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