Die Nachhaltigkeitsrevolution schreitet voran

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Die Nachhaltigkeitsrevolution schreitet voran

Während die chinesische Regierung unter Präsident Xi Jingping sich der Nachhaltigkeit verschrieben hat, kündigte die Regierung von Donald Trump an, dass die USA aus dem Pariser Klimaabkommen von 2015 aussteigen werden.

Doch sind beide Seiten wirklich so verschieden?


Nachhaltigkeitsmassnahmen auf verschiedenen Regierungsebenen

In seinem Fünfjahresplan für 2016–2020 will China die Kohlendioxidemissionen bis 2020 um 18% reduzieren, den Energieverbrauch um 15% senken und ein nationales Kohlenstoffhandelsprogramm auflegen. Hinsichtlich der Umweltverschmutzung sieht der Plan vor, dass Schwefeldioxid- und Stickoxidemissionen um 15% gesenkt werden sollen. Ausserdem wird für alle Grossstädte eine Luftqualität angestrebt, die 80% der Zeit als „gut“ oder „ausgezeichnet“ zu bezeichnen ist.

In den USA besteht ausserhalb des US-Regierungsapparates immer noch ein starkes Engagement im Kampf gegen den Klimawandel. Auf Ebene der Bundesstaaten arbeiten einige Gouverneure mit Erfolg daran, den Nachhaltigkeitstrend weiter zu stärken. Dazu zählen so bevölkerungsstarke Bundesstaaten wie New York und Kalifornien. Die United States Climate Alliance, eine Koalition aus 16 Bundesstaaten und Puerto Rico, die knapp die Hälfte der US-Wirtschaftskraft repräsentiert, bekennt sich zum Pariser Abkommen. Die Kampagne „We Are Still In“, die sich für die Erreichung der Ziele des Pariser Abkommens einsetzt, wird unter anderem von mehr als 1‘000 Gouverneuren, Bürgermeistern, Unternehmen und Investoren unterstützt.

Kalifornien hat seine Emissionsvorgaben für die Automobilindustrie beibehalten, auch wenn die Regierung die Normen auf nationaler Ebene wieder abschaffen will. In New York plant Gouverneur Andrew Cuomo ein Gesetz zum Verbot des Baus einer Kohlenwasserstoffinfrastruktur an der Küste und reagiert damit auf die Ankündigung der Trump-Regierung, Ölbohrungen in Bundesgewässern zuzulassen.

Während Trump versucht, die Kohleindustrie zu fördern, sorgen die Marktkräfte dafür, dass sie schrumpft. Sechs Kohlekraftwerke wurden letztes Jahr geschlossen, und Experten erwarten noch mehr Schliessungen. Kohle verschmutzt nicht nur die Umwelt, sondern hat sich als Energiequelle als unwirtschaftlich erwiesen. Voraussichtlich werden rund 4% der Kohlekraftwerke in den USA noch in diesem Jahr vom Netz genommen.

Sollte Trump nur eine Amtszeit regieren, könnte sein Nachfolger einen nachhaltigeren Ansatz verfolgen. Die USA können offiziell nicht vor dem 4. November 2020, einen Tag nach der nächsten Präsidentschaftswahl, aus dem Pariser Klimaabkommen austreten. Würde ein neuer Präsident gewählt, könnten die USA 30 Tage nach dessen Amtsantritt dem Abkommen wieder beitreten.
 

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Erneuerbare Energien sind wettbewerbsfähig geworden

Währenddessen wartet der Privatsektor nicht, bis die US-Regierung das Heft wieder in die Hand nimmt. Es ist nicht die Politik, sondern der konjunkturelle Rückenwind, der die Wettbewerbsfähigkeit fördert. Den neuesten Daten der Internationalen Energieagentur zufolge wurden 2016 USD 297 Mrd. für erneuerbare Energiequellen ausgegeben, mehr als doppelt so viel wie die USD 143 Mrd. für Kernkraft-, Kohle-, Gas- und Heizölkraftwerke.

In der Vergangenheit mussten die Regierungen Anreize schaffen, um die Nutzung alternativer Energiequellen voranzutreiben. Doch mittlerweile sind die Kosten für Sonnen- und Windkraft so stark gesunken, dass sie gegenüber anderen fossilen Brennstoffen wettbewerbsfähig geworden sind. Francis O'Sullivan, Forschungsdirektor der Massachusetts Institute of Technology's Energy Initiative sagte dem Wall Street Journal: „Die niedrigsten Kosten für die Energiegewinnung bieten heute Wind- und Solarenergie.“ Seit 2010 sind die Kosten der Energiegewinnung aus Onshore-Windparks um rund 23%, die Kosten des Stroms aus Photovoltaik sogar um 73% gefallen, so die Internationale Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA). Die Organisation erwartet, dass alle erneuerbaren Energiequellen bis 2020 preislich konkurrenzfähig sein werden.

In der Vergangenheit mussten die Regierungen Anreize schaffen, um die Nutzung alternativer Energiequellen voranzutreiben. Doch mittlerweile sind die Kosten für Sonnen- und Windkraft so stark gesunken, dass sie gegenüber anderen fossilen Brennstoffen wettbewerbsfähig geworden sind.

Zukunftstrends für die Nachhaltigkeit

In den nächsten Jahren werden verschiedene Trends die Nachhaltigkeitsbestrebungen des privaten und öffentlichen Sektors beeinflussen. Zu den Problemen, die in der Umweltpolitik gelöst werden müssen, zählen der Klimawandel und die Ausbeutung natürlicher Ressourcen vor dem Hintergrund einer wachsenden Bevölkerungszahl.

Die demografische Entwicklung ist geprägt von einer Bevölkerungszunahme, wobei die Menschen immer älter, aber auch mobiler werden Das Bevölkerungswachstum und die zunehmende Migration könnten die Ressourcen belasten. Die demografischen Veränderungen bieten aber auch Anlagechancen — so haben Unternehmen, welche die Bedürfnisse der „silbernen“ Generation erfüllen, das Potenzial, überdurchschnittliche Wachstumsraten und wirtschaftliche Renditen zu erzielen.

Hinzu kommt, dass technologische Fortschritte und Trends die traditionellen staatlichen und sozialen Modelle sowie die Konsummuster grundlegend verändern. Beispielsweise werden die Verbraucher in den USA laut Food Marketing Institute/Nielsen bis 2022 Lebensmittel im Wert von USD 100 Mrd. online einkaufen. Im letzten Jahr waren es gerade mal USD 14,2 Mrd. Der Trend zum Online-Einkauf kann zur Folge haben, dass die Autofahrten zu den Supermärkten sinken. Das würde die Kohlendioxidemissionen reduzieren und noch stärkere Auswirkungen auf den traditionellen Einzelhandel haben.

Wir können bereits heute an den Anlagen und den weltweit nachhaltig erzielten Renditen ablesen, dass ESG-Anlagen eine kluge Wahl nicht nur für den Planeten, sondern auch für die Performance zu sein scheint. Eine nachhaltigere Anlagestrategie kann sich somit für Staaten, Unternehmen und Bürger gleichermassen auszahlen.


Wichtige Hinweise.

Die vorliegende Marketingmitteilung wurde von Lombard Odier (Europe) S.A., einem in Luxemburg durch die Commission de Surveillance du Secteur Financier (CSSF) zugelassenen und von dieser regulierten Kreditinstitut, herausgegeben. Diese Mitteilung wurde von jeder ihrer Zweigniederlassungen, die in den am Ende dieser Seite angegebenen Gebieten tätig sind (nachstehend "Lombard Odier"), zur Veröffentlichung genehmigt.

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