Investition in die Zukunft – warum nachhaltige Anlagen ein gutes Geschäft sind

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Investition in die Zukunft – warum nachhaltige Anlagen ein gutes Geschäft sind

Heute wirtschaften Unternehmen ganz anders als früher. Noch nie war es für Aktionäre einfacher, Veränderungen zu bewirken und die Unternehmen dabei zu unterstützen, einen nachhaltigen Kurs einzuschlagen.

Dabei gibt es eine Reihe neuer Faktoren zu berücksichtigen – vom Klimawandel über Rohstoffengpässe bis zu den zunehmend unvorhersehbaren politischen Systemen. Gleichzeitig werden aufgrund des Internets neue Anforderungen bezüglich der Transparenz in Geschäftstätigkeiten gestellt.

Dies alles führt dazu, dass sich die Öffentlichkeit heute viel mehr dafür interessiert, was die Unternehmen tun, was entlang ihren Lieferketten geschieht und woher sie ihre Rohstoffe beziehen. Dank des Internets sind die Menschen heute besser informiert als in der Vergangenheit. Und über die sozialen Medien können sie ihre Informationen rasch teilen und breit streuen. Die Unternehmen sind sich inzwischen bewusst, dass nicht nur ihre Aktionäre sondern auch ein breiteres Publikum ihre Geschäftspraktiken genau beobachten.

Anlegern, die nicht in Firmen anlegen wollen, denen unethische Geschäftspraktiken nachgesagt werden, steht mittlerweile ein grösseres Instrumentarium zur Verfügung. Globale Organisationen wie 350.org und Global Divestment Mobilisation, die sich für den Verkauf fragwürdiger Beteiligungen einsetzen, haben bislang über 800 Einrichtungen und knapp 60'000 Privatpersonen dazu bewegen können, ihr Kapital aus dem Sektor der fossilen Brennstoffe abzuziehen. Obwohl Firmen in diesem Sektor allmählich nachhaltigere Ansätze verfolgen, bleiben langfristige Probleme bestehen. Wer nicht einverstanden ist, setzt auch auf andere Art ein Zeichen. So haben sich beispielsweise Greenpeace-Aktivisten in die Generalversammlung von Total (das in Bezug auf ESG-Standards gut abschneidet) abgeseilt, um gegen die Bohrpläne der Firma in Französisch-Guyana zu protestieren. Und bei Amazon wehrten sich die Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten Bereichen: Piloten beklagten die Personalengpässe bei Amazon Air und Angestellte verlangen vom Unternehmen, in Zukunft keine Gesichtserkennungssoftware mehr an die Polizei zu verkaufen.

Seit Jahrzehnten schliessen Anleger bestimmte Sektoren, etwa Waffen, Alkohol und Glücksspiel, aus ethischen oder religiösen Gründen aus ihren Portfolios aus. Doch noch immer glauben viele Investoren, dass Anlagen, die ökologische, soziale und Governance-Faktoren berücksichtigen (ESG-Anlagen), niedrigere Renditen erwirtschaften. Dabei mehren sich die Hinweise, dass das Gegenteil der Fall ist. Dies dürfte die Nachfrage nach Veränderungen steigern.

Der Druck, zu einem nachhaltigeren Modell überzugehen, zeigt Wirkung. So schlug der staatliche Pensionsfonds Norwegens, der grösste Staatsfonds der Welt, kürzlich vor, die von ihm gehaltenen Öl- und Gasaktien im Wert von USD 35 Mrd. zu verkaufen. Und die Kirche von England hat jüngst ebenfalls beschlossen, sich aus Firmen zurückzuziehen, die im Bereich der fossilen Energieträger tätig sind. Irland wiederum hat neulich ein Gesetz verabschiedet, das die Veräusserung aller staatlichen Investitionen in fossile Brennstoffe vorsieht. Damit folgt das Land dem Beispiel zahlreicher anderer prominenter Investoren, darunter der Stadt und des Bundesstaates New York.

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Es gibt Beobachter, die sich auf den Standpunkt stellen, trotz der Prominenz der Investoren seien die Konsequenzen für die Firmen sehr gering. Ihrer Ansicht nach bewirken Beteiligungsverkäufe wenig, weil auf die alten Investoren nur neue Käufer folgen, die weniger ethische Bedenken haben. Sich in den Unternehmen zu engagieren, von denen man Aktien besitzt, sei besser, als diese Aktien zu verkaufen und seinen Einfluss zu verlieren.

Und doch bewirkt ein Beteiligungsverkauf etwas. Erstens ist er ein klares Zeichen dafür, dass viele Aktionäre ein bestimmtes Verhalten nicht mehr dulden. Damit erhöhen sie den Druck auf die Unternehmen, ihre Geschäftstätigkeit und -strategie anzupassen. Zweitens verändert eine solche Massnahme die Wahrnehmung gegenüber dem Unternehmen und dem Sektor. Vor allem deswegen, weil viele der Fonds, die ihre Beteiligung verkaufen, langfristiger anlegen und deshalb gute wirtschaftliche Gründe für einen solchen Schritt haben.

Und schliesslich gibt es immer mehr Belege dafür, dass die nach wie vor stark verbreitete Meinung, weniger Optionen bedeuteten weniger Rendite, falsch ist. MSCI zufolge hat dessen All-World Index, der ESG-Faktoren berücksichtigt, seinen Mutterindex, der ESG-Faktoren ausklammert, über fünf Jahre hinweg jährlich um 39 Basispunkte geschlagen.

Die Meinung über die finanziellen Auswirkungen von Beteiligungsverkäufen scheint sich zu wandeln. Viele der Investoren, die sich aus den fossilen Energieträgern zurückziehen, wie der New York State Common Retirement Fund, sind Pensionsfonds mit der treuhänderischen Verpflichtung, im besten Interesse der Begünstigten zu handeln. Sie wenden sich nicht aus ethischen, sondern aus finanziellen Gründen vom Sektor ab: Sie gehen davon aus, dass diese Aktien ihre Renditen im Zeitverlauf schmälern werden.

Die Meinung über die finanziellen Auswirkungen von Beteiligungsverkäufen scheint sich zu wandeln. Viele der Investoren, die sich aus den fossilen Energieträgern zurückziehen… sind Pensionsfonds mit der treuhänderischen Verpflichtung, im besten Interesse der Begünstigten zu handeln. Sie wenden sich nicht aus ethischen, sondern aus finanziellen Gründen vom Sektor ab: Sie gehen davon aus, dass diese Aktien ihre Renditen im Zeitverlauf schmälern werden.

Aber ein Beteiligungsverkauf ist nicht die einzige Option. Einen Wandel von aussen herbeizuführen, ist eine Sache. Aber nichts ist so effizient wie das Wahrnehmen von Verantwortung.

Es ist heute allgemein anerkannt, dass bei den Aktionären ansetzen muss, wer einen echten Wandel bewirken will. Noch nie gingen engagierte Konsumenten und NGOs so gezielt auf Aktionäre zu, um sie zum Verkauf ihrer Anteile an Unternehmen aufzufordern, deren Handeln als unethisch eingestuft wird. Dabei geht es vor allem um den Klimawandel, aber auch um Fragen wie die Regulierung des Waffenbesitzes oder die Rechte von Homosexuellen. 2018 haben US-Investoren an Generalversammlungen 66 Aktionärsbeschlüsse zum Thema Klimawandel verabschiedet. Und Firmen wie ExxonMobil, Shell und BP haben eingewilligt, Berichte darüber zu verfassen, wie sich der Klimawandel auf ihre Geschäftstätigkeit auswirken wird.

Aufgrund der Zunahme passiver Anlagen sind immer mehr Institutionen über das gesamte Wirtschaftsspektrum investiert und nicht in der Lage, einzelne Aktien zu veräussern. Andere Anleger wiederum sind überzeugt, dass sie die Performance der Unternehmen, in die sie investieren, über den Dialog mit den Unternehmen stärker verbessern können als mit einem Verkauf ihrer Aktien. Tatsächlich gibt es Investoren, die Aktien eines bestimmten Unternehmens erwerben, um mit der Geschäftsleitung in den Dialog zu treten. So hat eine Gruppe von US-Kirchen Aktien eines Waffenherstellers gekauft, um von ihm verlangen zu können, dass er das Thema der Waffensicherheit angeht.

Solche engagierten Investoren zeigen der Geschäftsleitung, dass auch sie die Bedenken anderer Aktionäre teilen und dass diese Bedenken ernst genommen werden müssen. Carbon Tracker ist ein Thinktank, der auf die Geschäftsrisiken von Investitionen im Bereich der fossilen Brennstoffe spezialisiert ist. Ihm zufolge schafft ein Beteiligungsverkauf den Druck, der nötig ist, um etwas zu bewegen. „Ein Engagement ohne einen Beteiligungsverkauf ist wie ein Strafrechtssystem ohne Polizei“, hält der Thinktank fest.

Gemäss den Prinzipien der UN für verantwortliche Investitionen „gibt es klare Belege dafür, dass Mehrwert für die Aktionäre erzielt werden kann, wenn Investoren mit Unternehmen über ESG-Fragen verhandeln.“

Ein solches Engagement lohnt sich ganz besonders dann, wenn es darum geht, Firmen zu animieren, die Chancen zu nutzen, die mit den aktuellen Herausforderungen der Nachhaltigkeit verbunden sind, und die Risiken einzuschätzen. Die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen und das Pariser Abkommen zum Klimawandel geben die Richtung der künftigen Richtlinien und Bestimmungen vor. Unternehmen, die weiterhin Erfolg haben wollen, werden diese Nachhaltigkeitsgebote berücksichtigen müssen. Und die Investoren können ihnen dabei behilflich sein.

Immer mehr Investoren machen Unternehmen ausfindig, die gut positioniert sind, um von der Nachhaltigkeitsrevolution zu profitieren. Denn sie sind es, die in der Zukunft erhebliche Mehrrenditen erwirtschaften dürften. Gleichzeitig möchten die Investoren nicht in Firmen anlegen, die ihr Geschäftsmodell nicht ändern können oder wollen. Denn diese Geschäftsmodelle könnten aufgrund neuer Bestimmungen oder eines Sinneswandels der Verbraucher eines Tages nicht mehr gefragt sein.

Immer mehr Investoren machen Unternehmen ausfindig, die gut positioniert sind, um von der Nachhaltigkeitsrevolution zu profitieren. Denn sie sind es, die in der Zukunft erhebliche Mehrrenditen erwirtschaften dürften.

Nachhaltigkeit dürfte in den nächsten Jahren einer der Haupttreiber der Weltwirtschaft sein – ein Thema, das alle angeht. Die Unternehmen brauchen also Strategien, um die diesbezüglichen Chancen zu nutzen und mit den Nachhaltigkeitsrisiken umzugehen. Investoren können die Firmen beim Wandel in die richtige Richtung unterstützen, indem sie die Geschäftsleitung zu positiven Veränderungen bewegen. Und wenn alles nichts fruchtet, können sie immer noch über einen Verkauf ihrer Aktien nachdenken.


Wichtige Hinweise.

Die vorliegende Marketingmitteilung wurde von Lombard Odier (Europe) S.A., einem in Luxemburg durch die Commission de Surveillance du Secteur Financier (CSSF) zugelassenen und von dieser regulierten Kreditinstitut, herausgegeben. Diese Mitteilung wurde von jeder ihrer Zweigniederlassungen, die in den am Ende dieser Seite angegebenen Gebieten tätig sind (nachstehend "Lombard Odier"), zur Veröffentlichung genehmigt.

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