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Der Preis des Bitcoins ist 2024 über USD 100’000 gestiegen. Er richtet sich nach der Dynamik von Angebot und Nachfrage. Die Bitcoin-Produktion ist begrenzt
Die Kryptowährung unterliegt einer extremen Volatilität, weist aber eine hohe Rendite über dem risikofreien Zins und eine geringe Korrelation mit anderen Anlageklassen auf
Diese Volatilität bedeutet, dass selbst eine Allokation von gerade einmal 2% im Bitcoin das Risikoprofil des Portfolios stark beeinflusst
Die institutionelle Unterstützung und sinkende Zinsen schaffen ein vorteilhaftes Umfeld in den USA. Das bedeutet aber nicht, dass die Volatilität der Kryptowährungen der Vergangenheit angehört.
Der Bitcoin hat 2024 erstmals über USD 100’000 notiert, bei einer Jahresrendite von rund 120%. Wir untersuchen, welche Faktoren Anlegerinnen und Anleger bei der Entscheidung berücksichtigen sollten, ob sie Bitcoins oder andere Kryptowährungen im Portfolio halten wollen.
Seit ihrer Schaffung sorgen der Bitcoin und andere Kryptowährungen unter Anhängern und Kritikern für Debatten über ihre Eigenschaften und ihren Wert. Eine Sichtweise ist, dass es den Kryptowährungen an den Merkmalen einer Fiat-Währung mangelt, auch wenn sie als Tauschmittel dienen können. Oft vertreten Notenbanken diese Sichtweise. Zudem ebbt die Diskussion nicht ab, ob Kryptowährungen als Finanzanlagen zu betrachten sind, wenn man Faktoren wie ihre Eignung als Wertspeicher oder ihren zugrunde liegenden Nutzen berücksichtigt.
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Wir sind der Ansicht, dass Kryptowährungen Anlageinstrumente sind, wie ihre zunehmende Verwendung und Kapitalisierung zeigt; aber sie sind keine Anlagen oder Wertaufbewahrungsmittel, die mit denen vergleichbar sind, die wir in unseren strategischen Vermögensallokationen halten. Kryptowährungen zeichnen sich durch eine Volatilität und Drawdowns (Rückgänge gegenüber Preisspitzen in einem bestimmten Zeitraum) aus, die weitaus grösser sind als bei jeder anderen Finanzanlage. Dies wirkt sich auf Anlageportfolios aus, wie wir weiter unten erläutern. Deshalb beziehen wir Kryptowährungen nicht in unsere Vermögensallokationen ein. Doch wir bieten Anlegern, die Kryptowährungen in ihren Portfolios halten, allgemeine Leitlinien zu den Portfolioeffekten. Sie sollen helfen, mit den Kollateraleffekten der extremen Volatilität und enormen Drawdowns umzugehen, die in jeder Haltedauer auftreten können.
Kryptowährungen sind Anlageinstrumente; aber sie sind keine Anlagen oder Wertaufbewahrungsmittel, die mit denen vergleichbar sind, die wir in unseren strategischen Vermögensallokationen halten
Schürfen, Halbierung und Marktdynamik
Um Kryptowährungen besser zu verstehen, ist es sinnvoll zu untersuchen, wie sie entstehen – das sogenannte „Schürfen“ oder „Bitcoin-Mining“. Das Schürfen eines neuen Bitcoins ist ein digitaler Prozess, bei dem die „Schürfer“ ein komplexes kryptografisches Rätsel lösen. Dabei können sie Transaktionen in der Blockchain des Netzwerks überprüfen und aufzeichnen. Als Belohnung erhalten sie neu geschaffene Bitcoins sowie Transaktionsgebühren. Der Marktpreis des Bitcoins richtet sich nach dem Gesamtangebot und der Gesamtnachfrage. Einfluss haben ausserdem Faktoren wie die Anlegerstimmung, die Akzeptanz, technologische Entwicklungen und die gesamtwirtschaftliche Lage. Zwischen diesem Preis und den Transaktionen im Netzwerk besteht kein direkter Zusammenhang. Die Nachfrage nach der Abwicklung von Transaktionen und die verfügbaren Schürfkapazitäten haben wiederum Einfluss auf die Transaktionsgebühren im Bitcoin-Netzwerk – mitunter auch „Mining Fees“ genannt. Wenn die Nachfrage nach Transaktionen die Verarbeitungskapazitäten im Netzwerk übersteigt, erhöhen sich diese Gebühren. Bei Kryptowährungen denken wir also an digitale Abwicklungsprozesse, die Belohnungen schaffen und einen Geldwert haben, der von Angebot und Nachfrage abhängig ist. Ein weiteres Merkmal ist, dass das Bitcoin-Protokoll das Gesamtangebot auf 21 Millionen Coins begrenzt, sodass eine Knappheit besteht. Zur Beibehaltung dieser Knappheit halbiert ein Verfahren zur Begrenzung des Angebots das Tempo des Bitcoin-Schürfens nach jeweils 210’000 Blöcken. Dies geschieht in der Regel etwa alle vier Jahre. Die letzte Halbierung, auch „Halving“ genannt, erfolgte im April 2024. Allerdings ist die Volatilität um historische Preistrends seit der Schaffung höher als bei jeder anderen Finanzanlage. Eine Regulierung oder Marktdynamik, welche die Nachfrage definitiv verändert, könnte jeden bisherigen Trend stoppen.
Ende 2009 lag der Preis des Bitcoins zunächst bei USD 5,02 für 5’050 Bitcoins. Verwendung bei einer echten Transaktion fand der Bitcoin erstmals im Jahr 2010, als jemand mit 10’000 Bitcoins zwei Pizzen bezahlte. Seitdem ist die Kryptowährung auf immer neue Hochstände geklettert, gefolgt von Rückschlägen um bis zu 80% und erneuten Erholungsphasen. Die durchschnittliche jährliche Rendite und die Volatilität sind deshalb extrem hoch. Seit Mitte der 2010er-Jahre beträgt die durchschnittliche realisierte jährliche Rendite der Kryptowährung beinahe 170% bei einer jährlichen Volatilität von 109%. Letztere liegt damit weit über der Volatilität traditioneller Finanzanlagen. Die resultierende Sharpe-Ratio, eine Kennzahl für die Rendite im Verhältnis zum Risiko, ist beim Bitcoin im Durchschnitt höher als bei anderen Finanzanlagen. Die Korrelation zwischen dem Bitcoin und anderen Anlagen ist sehr gering. Doch was den Bitcoin wirklich von anderen Anlagen unterscheidet, sind die extreme Volatilität und die enormen Drawdowns im Vergleich zu anderen Finanzanlagen. Deshalb kann schon eine kleine Allokation von 2% im Bitcoin die Gesamtvolatilität eines Portfolios stark verändern. Steigt die Bitcoin-Allokation auf 5% eines „ausgewogenen“ Portfolios, verändert sich das Risikoprofil des Portfolios grundlegend, und die Volatilität steigt um einen Drittel. Bei einer Allokation von 10% im Bitcoin erhöht sich die Gesamtvolatilität des Portfolios etwa um den Faktor zwei, und auf die Kryptowährung entfallen zwei Drittel dieses Risikos. Das Profil verändert sich daher vollständig, und das Risiko des Portfolios ähnelt dann eher dem einer Wachstumsstrategie.
Schon eine kleine Allokation von 2% im Bitcoin kann die Gesamtvolatilität eines Portfolios stark verändern
Energiebedarf und andere Risiken
Da das Schürfen von Kryptowährungen komplexer wird, steigt der Energiebedarf für das Schürfen eines Coin. In den letzten fünf Jahren hat sich der Strombedarf für das Schürfen von Kryptowährungen verzehnfacht. Er liegt nach Schätzungen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC aktuell bei über 129 Terawattstunden pro Jahr – und damit fast einen Drittel über dem Gesamtverbrauch der Schweiz. Etwa zwei Drittel des in den Jahren 2020 und 2021 für das Schürfen von Bitcoins genutzten Stroms stammten laut den Vereinten Nationen aus fossilen Quellen. Weil nachhaltig erzeugter Strom mittlerweile kostengünstiger ist als Strom aus fossilen Brennstoffen, könnten beim Schürfen von Kryptowährungen künftig immer häufiger grüne Alternativen zum Einsatz kommen. Doch vorerst bleibt der Energiefussabdruck ungünstig.
Weitere Risiken sind die Sicherheit von Kryptowährungs-Geldbörsen und die Verwendung von Kryptowährungen für illegale oder kriminelle Aktivitäten. Laut der EU-Strafverfolgungsbehörde Europol wird die illegale Verwendung von Kryptowährungen vor allem mit Geldwäsche, dem Onlinehandel mit illegalen Waren und Dienstleistungen sowie Betrug in Verbindung gebracht. Das Ausmass der unrechtmässigen Verwendung von Kryptowährungen ist unklar. Die von Europol zitierten Schätzungen schwanken stark und reichen von 0,34% bis 23% aller Transaktionen mit Kryptowährungen.
Ein günstiges Umfeld bedeutet nicht, dass es keine Volatilität mehr gibt und die Risiken gesunken sind
Ausblick 2025
Wir geben keine Prognosen für den Bitcoin-Preis ab, weil wir die Faktoren, die seinen Wert beeinflussen, nicht überwachen können. Mittels technischer Analysen verfolgen wir indessen die Trends und das Momentum des Bitcoin-Preises. Bei einem Bitcoin-Preis unter USD 100’000 liegen die technischen Unterstützungsniveaus für einen fallenden Bitcoin-Kurs bei USD 88’740 und USD 78’705; auf diesen Niveaus könnte sich der Markt stabilisieren. Oberhalb von USD 100’000 liegen die nächsten technischen Widerstände bei USD 102’145 und dann bei USD 106’975. Bei diesen Schwellenwerten könnte der Markt eine Pause einlegen, um die Stärke der Nachfrage gegenüber dem Angebot bei steigenden Preisen zu testen. Der designierte US-Präsident Donald Trump hat Unterstützer der Kryptowährungen für wichtige Regierungsposten nominiert. Dies könnte zu vorteilhafteren institutionellen Rahmenbedingungen in den USA und einer breiteren Nutzung von Kryptowährungen für Zahlung und Abwicklung führen. Niedrigere Zinsen im Jahr 2025 dürften den Preisen ebenfalls zugutekommen. Ein günstiges Umfeld bedeutet aber nicht, dass es keine Volatilität mehr gibt und die Risiken gesunken sind. Anleger, die sich für Kryptowährungen entscheiden, sollten insbesondere auf deren Gewichtung im Portfolio achten, da Kryptowährungen das Risikogleichgewicht in einem Multi-Asset-Portfolio massiv verändern können.
Die vorliegende Marketingmitteilung wurde von der Bank Lombard Odier & Co AG (nachstehend “Lombard Odier”) herausgegeben. Sie ist weder für die Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung in Rechtsordnungen bestimmt, in denen eine solche Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung rechtswidrig ist, noch richtet sie sich an Personen oder Rechtsstrukturen, an die eine entsprechende.
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