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Der Bitcoin ist wie globale Aktien und Gold ein Vermögenswert, der stark auf die Liquiditätsbedingungen am Markt reagiert
In Phasen der Risikoaversion am Markt entkoppelt sich der Bitcoin jedoch von Gold und entwickelt sich unterdurchschnittlich
Aufgrund seiner hohen Volatilität wirkt sich der Bitcoin in einem Portfolio ganz anders aus als Gold oder andere Vermögenswerte. Selbst kleine Bitcoin-Allokationen machen einen wesentlichen Teil des Portfoliorisikos aus
Während ein fundamentaler Ansatz zur Bestimmung des fairen Werts für den Bitcoin fehlt, kann die technische Analyse den Anlegern einen Kontext bieten. Solange der Bitcoin über USD 105’650 notiert, scheint der Aufwärtstrend intakt. Anleger, die eine Aufnahme des Bitcoins in ihr Portfolio erwägen, müssen eine sorgfältige Prüfung vornehmen. Weder in der strategischen noch in der taktischen Vermögensallokation halten wir Krypto-Anlagen.
Der Bitcoin hat 2025 aufgrund seiner beeindruckenden Performance für Schlagzeilen gesorgt: Von USD 93’462 zu Jahresbeginn kletterte sein Kurs bis zum 6. Oktober auf ein Hoch von USD 126’272. Dieser Höhenflug führte zu Vergleichen mit Gold als Alternative zum US-Dollar. Doch mit den jüngsten Sorgen über neuerliche Handelsspannungen zwischen den USA und China verdeutlichen sich die grundlegenden Unterschiede im Verhalten dieser beiden Vermögenswerte.
Zwar neigen sowohl der Bitcoin als auch Gold dazu, während einer Dollar-Schwäche an Wert zu gewinnen. Doch der Bitcoin verhält sich nicht wie ein sicherer Hafen, wenn sich die Marktstimmung verschlechtert. Gold hat während seiner jüngsten Rally den Bitcoin hinter sich gelassen. Die Anlegerinnen und Anleger wurden daran erinnert, dass der Bitcoin in Phasen hoher Liquidität floriert, sofern die Marktstimmung positiv bleibt. Gold hingegen glänzt besonders in unsicheren Zeiten und bietet Vorteile der Portfoliodiversifizierung, an die der Bitcoin nicht herankommt. Wenn sich hingegen die Anlegerstimmung aufhellt und der Goldpreis zurückgeht, zieht der Bitcoin als Risikoanlage wieder an, wie in der vergangenen Woche zu beobachten war.
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Dreieck aus Bitcoin, Gold und Franken
Veranschaulichen lässt sich diese Dynamik durch einen Vergleich der Entwicklung von Bitcoin, Gold und US-Dollar gegenüber dem Schweizer Franken. Seit Jahresbeginn hat der Bitcoin in US-Dollar 20% zugelegt, von USD 93’462 auf USD 113’714. In Schweizer Franken beträgt der Anstieg indessen nur 6,6%, von CHF 84’840 auf CHF 90’502; darin widerspiegelt sich die Abwertung des Dollar gegenüber dem Franken. Der Goldpreis wiederum ist im gleichen Zeitraum um 41% gestiegen, von CHF 2’386 pro Unze auf CHF 3’286 pro Unze. Zu Jahresbeginn konnte man mit einem Bitcoin 35,6 Unzen Gold kaufen; heute sind es nur noch 26,7 Unzen. Von 2020 bis 2025 entsprach der Preis des Bitcoins in Gold durchschnittlich 22 Unzen, bei extremen Schwankungen von Tiefs bei 10 Unzen während der Zinserhöhungsphase 2022 bis zu Hochs bei 35 Unzen in den Jahren 2021, 2024 und erneut dieses Jahr.
Bitcoin und Gold spielen als Anlagen ganz unterschiedliche Rollen
Obwohl der Bitcoin und Gold einige grundlegende makroökonomische Treiber gemeinsam haben, spielen sie als Anlagen ganz unterschiedliche Rollen. Ihre Kursentwicklung entkoppelt sich, sobald die Risikoaufschläge an den Finanzmärkten steigen, und ihre Volatilitätsprofile könnten kaum unterschiedlicher sein. Die jährliche Volatilität von Gold beträgt in US-Dollar rund 17% – ähnlich wie bei globalen Aktien –, während die des Bitcoins um ein Vielfaches höher ist.
Das bedeutet: Selbst eine bescheidene Bitcoin-Allokation von 2% in einem gut diversifizierten Portfolio mit mittlerem Risiko kann rund 10% zur Gesamtvolatilität beitragen. Eine höhere Gewichtung würde schnell den Hauptteil der Volatilität des Portfolios ausmachen. Anleger, welche das Performancepotenzial des Bitcoins für interessant halten, sollten ihr Risikoengagement sorgfältig kalibrieren.
Wie weiter?
Für den Bitcoin existiert kein fundamentaler Ansatz, um den fairen Wert zu ermitteln. Anders als bei Aktien gibt es bei Kryptowährungen weder Gewinne noch Cashflows, die als Basis für den Marktwert dienen können. Der Preis des Bitcoins hängt von Angebot und Nachfrage ab und unterliegt Faktoren wie der Marktstimmung, Akzeptanz und technologischen Entwicklung sowie dem makroökonomischen Umfeld.
Mangels klassischer Instrumente zur Bestimmung des fairen Werts kann die technische Analyse von Charts und Trends als Stimmungsbarometer für künftige Bewegungen des Bitcoins dienen. Technisch betrachtet hat der Bitcoin nach der Korrektur im zweiten Quartal seinen Aufwärtstrend wieder aufgenommen. Besonders bemerkenswert ist, dass der Kurs über dem 200-Tage-Durchschnitt von USD 105’650, einer wichtigen Unterstützungsmarke, geblieben ist. Trotz der jüngsten Konsolidierung des Bitcoins deutet dies darauf hin, dass der übergeordnete Trend weiterhin intakt ist. Gegen oben liegt der Fokus auf dem Trendwiderstand vom Dezember 2024 bei USD 130’075. Sollte dieses Niveau überschritten werden, wäre der Weg frei für Kurse über USD 134’000 und möglicherweise USD 140’000.
Trotz der jüngsten Konsolidierung des Bitcoins … bleibt der übergeordnete Trend intakt
Solche Niveaus würden einem Goldpreis zwischen USD 4’500 pro Unze und USD 4’600 pro Unze sowie einem Verhältnis zu Gold von rund 35 Unzen pro Bitcoin entsprechen. Was wäre, wenn sich die geopolitische Stimmung eintrüben würde – etwa durch eine anhaltende Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China, statt einer erwarteten Entspannung? In diesem Fall dürften ein voraussichtlicher konjunktureller Abschwung und eine stärkere Aktienmarktkorrektur dazu führen, dass Gold alle anderen Anlagen, auch Bitcoin, überflügelt. Konsolidiert der Bitcoin, liegt das nächste Unterstützungsniveau bei USD 107’034. Wird dieses unterschritten, folgen USD 105’650 und dann USD 98’287 als Unterstützungslinien.
Kryptowährungen wie der Bitcoin können eine Rolle als Anlageinstrument spielen, wie die zunehmende Nutzung in Transaktionen und die steigende Kapitalisierung belegen. Aufgrund ihrer Volatilität und teils extremer Rückschläge sind sie aber weder als Vermögenswerte noch als Wertaufbewahrungsmittel mit den Anlagen in unserer strategischen Vermögensallokation vergleichbar.
Die vorliegende Marketingmitteilung wurde von der Bank Lombard Odier & Co AG (nachstehend “Lombard Odier”) herausgegeben. Sie ist weder für die Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung in Rechtsordnungen bestimmt, in denen eine solche Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung rechtswidrig ist, noch richtet sie sich an Personen oder Rechtsstrukturen, an die eine entsprechende.
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