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    Winzig und lebenswichtig – weshalb wir die Bienen retten müssen

    Der Nobelpreisträger Harry Markowitz hat einmal gesagt, dass Diversifikation das Einzige sei, was es beim Anlegen umsonst gebe. Daran sollten wir denken, wenn wir die Natur und eine ihrer grössten Stärken, die Biodiversität, betrachten. Da sind beispielsweise die genügsamen Bienen, die viele der Nahrungsmittel, die wir jeden Tag zu uns nehmen, bestäuben. Aber sie stellen dafür keine Rechnung – sie erbringen ihre Dienstleistung, ohne dafür etwas zu verlangen. Folglich erachten wir die Bestäubung als selbstverständlich. Dabei wären jährlich Ernten im Wert von bis zu USD 600 Milliarden vom Ausfall bedroht, würden die Bienen ihre Arbeit nicht mehr verrichten. Bienen und die weitere Artenvielfalt sind ein lebenswichtiger Bestandteil des weltweiten Naturkapitals, das die Voraussetzung für eine breite Palette von Ökosystemleistungen bildet. Es wäre an der Zeit, dass wir sie als solche gebührend wertschätzen. Biodiversität schützt unsere Wirtschaft wie Diversifikation ein Anlageportfolio.

    Da sind beispielsweise die genügsamen Bienen, die viele der Nahrungsmittel, die wir jeden Tag zu uns nehmen, bestäuben. Aber sie stellen dafür keine Rechnung – sie erbringen ihre Dienstleistung, ohne dafür etwas zu verlangen

    Vielfältiges Naturkapital

    Naturkapital umfasst eine aussergewöhnliche Vielfalt an Formen: als Humus, auf dem wir Kulturen anbauen; als Wasser, das wir trinken und das Turbinen antreibt; als Pflanzen, aus denen wir medizinische Wirkstoffe extrahieren; als Bäume, die wir zur Papierherstellung nutzen und die unsere Luftqualität erhalten, oder als Artenvielfalt, die uns vor Krankheiten schützt und den Ökotourismus unterstützt. Tatsächlich hängen über 50% des weltweiten Bruttoinlandsprodukts mässig oder stark von der Natur in all ihrer Vielfalt ab.

    Für zahlreiche dieser wertvollen Güter sind die Bienen von zentraler Bedeutung.

    Stellen Sie sich eine Welt ohne Mandeln oder Äpfel vor. Bei beiden erfolgt die Bestäubung hauptsächlich durch Bienen. Eine Vielzahl von Wirtschaftsbetrieben – beispielsweise Mostereien, Apfelsafthersteller oder Mandelölfirmen – wäre ohne diese natürlichen Produkte dem Untergang geweiht. Und das sind nur zwei der pflanzlichen Erzeugnisse, die weltweit von den Bienen und anderen Bestäubern abhängen. Ohne Bienen würde sich unsere Auswahl an Früchten und Gemüsen immens reduzieren. Oder wir müssten auf künstliche Bestäuber zurückgreifen, was mit viel höheren Kosten verbunden wäre. Rund 75% der Kulturpflanzen sind auf eine Form der Bestäubung durch Tiere angewiesen – in den meisten Fällen durch Bienen.

     

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    Ohne Bienen gerieten nicht nur die Unternehmen, die direkt von der landwirtschaftlichen Produktion abhängen, in Schwierigkeiten. Weniger Früchte und Gemüse würden zu einer mangelhaften Ernährung und mehr Krankheiten führen und so die Gesundheitssysteme an ihre Belastungsgrenzen bringen. Diejenigen, die noch Zugang zu Früchten und Gemüse hätten, müssten mit deutlich höheren Kosten rechnen – ein Dominoeffekt, der nur darauf wartet, ausgelöst zu werden. Wir haben bereits gesehen, wie sich das Schwinden der Artenvielfalt auf andere Aspekte unserer Ökosysteme auswirkt. Etwa die starke Zunahme von Infektionskrankheiten, weil es immer weniger Wirte für Parasiten gibt. Ein Rückgang der Bienenpopulationen und der von ihrer Bestäubung abhängigen Pflanzen würde sich ausserdem nachteilig auf die von den Ökosystemen wahrgenommenen Aufgaben auswirken. Hierzu gehören etwa die Wasserfilterung, der Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und sogar die Luft, die wir einatmen. Kurz gesagt: Unser natürlicher Lebensraum wäre gefährdet.

    Entwicklung in die falsche Richtung

    Bisher nutzte die Menschheit die natürlichen Ressourcen nach dem WILD-Prinzip: Wasteful (unwirtschaftlich), Idle (ineffizient), Lopsided (ungleich) und Dirty (verschmutzt). Zuckerrübenbauern in Grossbritannien wurde beispielsweise auf Antrag der Einsatz von Neonicotinoiden erlaubt, einer verbotenen Klasse von Pestiziden, die für Bienenpopulationen nachweislich toxisch sind.

    Zudem verändert der Klimawandel die Verbreitungsmuster von Bienen. Normalerweise ziehen Bienen Wüsten und gemässigte Breiten tropischen Zonen vor. Doch sich verändernde Wettermuster beeinflussen auch die Gebiete rund um den Globus, in denen ein gemässigtes Klima zu finden ist. In der Folge müssen die Bienen sich an neue Lebensräume anpassen.

    Unter dem verheerenden Einfluss von Klimawandel, Pestizideinsatz und Krankheiten schwinden die Bienenpopulationen weltweit rapide

    Unter dem verheerenden Einfluss von Klimawandel, Pestizideinsatz und Krankheiten schwinden die Bienenpopulationen weltweit rapide. Der Honigbienenbestand ist in den USA zwischen 1947 und 2008 um 60% gesunken1. In Europa sind 12 Bienenarten vom Aussterben bedroht2.

    Plötzlich wird die Möglichkeit, dass mit den Bienen viele unserer landwirtschaftlichen Erzeugnisse verschwinden, zu einer sehr realen Gefahr.

    Im März ist die britische Regierung auf ihren Entscheid zu den Neonicotinoiden zurückgekommen und hat das ursprüngliche Verbot bekräftigt3. Dies könnte ein erster Erfolg im Kampf für den Bienenschutz sein – vorerst. Nichtsdestotrotz müssen wir wachsam bleiben und nach Warnsignalen Ausschau halten. Denn einen weiteren dauerhaften Verlust von Biodiversität und Naturkapital im Austausch gegen kurzfristige Gewinne können wir uns schlicht nicht mehr leisten.

     

    Von WILD zu CLIC™

    Das Problem mit den Bienenpopulationen ist nicht das einzige, das angegangen werden muss. Rund eine Million Arten sind heute vom Aussterben bedroht4. Die unermüdliche Zerstörung des Naturkapitals ohne Rücksicht auf seinen wahren Wert dezimiert unseren Planeten.

    Trotz dieser düsteren Umstände gibt es jedoch eine Möglichkeit, dieser Entwicklung entgegenzusteuern: indem wir von einer WILD- zu einer CLIC™-Wirtschaft übergehen, die Circular (kreislauforientiert), Lean (effizient), Inclusive (integrativ) und Clean (sauber) ist.

     

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    Wie kommen wir dahin? Erstens benötigen wir eine bessere Buchhaltung. Wir müssen den wahren Wert von Naturkapital berücksichtigen – auch wenn uns keine Rechnung gestellt wird. Mit einer stärker kreislauforientierten Biowirtschaft, die zum einen Naturkapital schützt und zum anderen stärker naturbasierte Lösungen nutzt, können wir den Übergang zu einer naturfreundlicheren Wirtschaft schaffen. Wenn wir den Wert von Naturkapital, etwa den von Bienen, anerkennen, können wir die entsprechenden Kosten in alle unsere Handlungen einbeziehen. Dann werden wir zweimal überlegen, bevor wir auf kurze Sicht Pestizide versprühen und damit auf lange Sicht die Lebensräume der Bienen zerstören.

    Zweitens müssen wir CLIC™-basierte Lösungen erforschen, um den weiteren Verlust von Bienenarten zu verhindern. Hierzu gehören beispielsweise umweltfreundlichere Anbaumethoden, wie etwa die Präzisionslandwirtschaft, die den Einsatz und den Abfluss von Agrochemikalien in Boden und Gewässer minimiert. Oder Massnahmen zur Förderung der Biodiversität wie die Renaturalisierung und der Übergang von Monokulturen (Anbau einer einzigen Pflanzensorte) zu Permakulturen, also einer Landwirtschaft, die sich an gedeihende Ökosysteme anlehnt.

     

    Auf dem Weg zu Netto-Null-Emissionen

    Auch die Bienen leiden unter dem Klimawandel. Deshalb wird eine Netto-Null-Wirtschaft dazu beitragen, weiteren Schaden abzuwenden. Netto-Null-Emissionen werden wir dann erreichen, wenn die CO2-Menge, die wir in die Atmosphäre ausstossen, durch eine Reduktion im gleichen Umfang kompensiert wird. Letztlich müssen wir jedoch zu einem Wirtschaftsmodell übergehen, in dem nicht nur die CO2-Emissionen bei Netto-Null liegen, sondern auch kein Abfall anfällt und keine Arten aussterben.

    Auch die Bienen leiden unter dem Klimawandel. Deshalb wird eine Netto-Null-Wirtschaft dazu beitragen, weiteren Schaden abzuwenden

    Zu lange hat die Menschheit das Naturkapital ausgebeutet, ohne sich Gedanken über die Folgen ihres Tuns zu machen. Die Herausforderungen, mit denen die Bienen – und letztlich auch wir – im heutigen globalen Ökosystem konfrontiert sind, sind nur ein Vorgeschmack dessen, was uns erwartet.

    Unser dringliches Ziel muss ein nachhaltiges Wirtschaftsmodell sein. Und dazu müssen wir dem Naturkapital einen realen Wert zuweisen, sodass wir endlich von einem WILD- zu einem CLIC™-Konsum übergehen können. Mit dieser Transformation können wir unserem verheerenden Einfluss auf Klima und Umwelt wirklich etwas Positives entgegensetzen. Auch die Bienen werden es uns danken.

     

    1 https://www.greenpeace.org/usa/sustainable-agriculture/save-the-bees/
    2 https://www.iucnredlist.org/
    3 https://www.theguardian.com/environment/2021/mar/03/bee-killing-pesticide-now-will-not-be-used-on-uk-sugar-beet-fields
    4 https://news.un.org/en/story/2019/05/1037941

    Wichtige Hinweise.

    Die vorliegende Marketingmitteilung wurde von der Bank Lombard Odier & Co AG oder einer Geschäftseinheit der Gruppe (nachstehend “Lombard Odier”) herausgegeben. Sie ist weder für die Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung in Rechtsordnungen bestimmt, in denen eine solche Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung rechtswidrig wäre, noch richtet sie sich an Personen oder Rechtsstrukturen, an die eine entsprechende Abgabe rechtswidrig wäre.

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