Brasilianischer Boom

    Anders sieht der Ausblick für Brasiliens Wirtschaft aus. Das Land hat die Anleger mit robusten Konsumausgaben und stetig steigenden Wachstumsaussichten positiv überrascht. Dies ist vor allem den Ernten zu verdanken, die sich im ersten Quartal 2023 im Vergleich zu den vorangegangenen drei Monaten mehr als verdoppelt haben. Die Bloomberg-Konsensprognosen für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2023 sind seit Jahresbeginn um zwei Prozentpunkte gestiegen. Infolgedessen wurden die Prognosen für die öffentliche Schuldenquote des Landes gesenkt.

    So hohe Ernten mögen sich kaum wiederholen, doch haben andere Faktoren das Vertrauen der Anleger gestärkt. Statt jährlich über die Ausgabenobergrenze diskutieren zu müssen, verfügt die brasilianische Regierung nun über einen einfacheren Rahmen für den „Primärsaldo“, also die Differenz zwischen Staatseinnahmen und öffentlichen Ausgaben. Das Ziel der Regierung, im Haushaltsjahr 2024 ein Primärdefizit von null zu erreichen, ist ehrgeizig. Mittelfristig dürften die Staatsausgaben eingeschränkt werden. Des Weiteren zeichnet sich ein politischer Konsens für die Reform des komplexen Steuersystems Brasiliens ab. Die Chancen stehen gut, dass das Gesetz noch vor Jahresende verabschiedet wird. Dies wäre ein Meilenstein für das brasilianische Steuersystem und könnte die Stimmung ausländischer Anleger zusätzlich heben.

     

    Frühe Zinserhöhungen und -senkungen

    In der Vergangenheit mussten die Notenbanken in den Schwellenländern die Zinsen hoch halten, um zu vermeiden, dass Kapital wegen höherer Renditen ins Ausland abfliesst. Der aktuelle Konjunkturzyklus ist anders: In den Schwellenländern haben viele Notenbanken deutlich früher mit Zinsanhebungen begonnen als in den Industrieländern.

    Den jüngsten Entwicklungen zufolge ist die Wahrscheinlichkeit einer weichen Landung der brasilianischen Wirtschaft gestiegen. Die Verbraucherpreisinflation befindet sich nun im Zielbereich der Banco do Brasil (BCB) und dürfte bis ins Jahr 2024 hinein schrittweise zurückgehen. Das Wachstum könnte sich 2024 auf einen Wert unter Potenzial von etwa 2% abschwächen, während die Fiskalpolitik neutral wird. Dies würde der BCB Spielraum für weitere Zinssenkungen bis Ende 2024 bieten.

    Im August 2023 begann die Banco do Brasil die Zinsen zu senken … wir erwarten, dass die Zinsen auf unter 10% zurückgenommen werden

    Die BCB startete ihren Zinserhöhungszyklus im März 2021, zwölf Monate vor der US-Notenbank. Im August 2023 begann die BCB die Zinsen zu senken. Angesichts einer für 2023 antizipierten Inflation von rund 4.7% und einer wahrscheinlichen weichen Landung der Wirtschaft erwarten wir, dass die Zinsen auf unter 10% gesenkt werden. Selbst wenn das der Fall ist, werden die langfristigen Realzinsen für internationale Anleger immer noch attraktiv sein.

    Höhere Erwartungen für das brasilianische Wachstum im Jahr 2023 und bessere Haushaltsaussichten haben die Währung dieses Jahr gestützt. Der Dollar hat gegenüber anderen wichtigen Währungen zugelegt, während sich der brasilianische Real dieser Entwicklung widersetzt hat. Der USDBRL-Kurs dürfte unserer Meinung nach bis Ende dieses Jahres weiterhin um 5,0 notieren. In den Kundenportfolios bleiben wir in brasilianischen Lokalwährungsanleihen übergewichtet.

    Wichtige Hinweise.

    Die vorliegende Marketingmitteilung wurde von der Bank Lombard Odier & Co AG (nachstehend “Lombard Odier”) herausgegeben. Sie ist weder für die Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung in Rechtsordnungen bestimmt, in denen eine solche Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung rechtswidrig ist, noch richtet sie sich an Personen oder Rechtsstrukturen, an die eine entsprechende

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