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Deshalb sind Seltene Erden der Schlüssel zu Anlagen in Übergangsmaterialien
Mit der Intensivierung der Dekarbonisierungsbemühungen in aller Welt rücken Rohmetalle ins Blickfeld, die die ökologische Wende ermöglichen. Dabei spielen Seltenerdelemente (SEE) wie Scandium und Neodym eine vergleichsweise grosse Rolle, auch wenn ihre Bezeichnung irreführend ist. Denn sie kommen in der Erdkruste nicht allzu selten vor. Es ist aber ausserordentlich schwierig, sie sauber und kostengünstig abzubauen, zu verarbeiten und zu raffinieren. Das macht sie zu einem der aktuell interessantesten und komplexesten Anlagebereiche.
Seltene Erden entmystifiziert – warum das wichtig ist
Die Gruppe der Seltenen Erden umfasst 17 chemisch ähnliche Elemente, die für moderne Technologien von wesentlicher Bedeutung sind. Sie kommen in Permanentmagneten in Elektrofahrzeugen, in Generatoren von Windturbinen oder als Bauteile von Smartphones zum Einsatz. Weitere Anwendungsgebiete sind Kameralinsen, militärische Systeme, medizinische Geräte und die Satellitenkommunikation. Neodym beispielsweise ist für Hochleistungsmagnete von zentraler Bedeutung, die leichtere, effizientere Elektrofahrzeuge und Windturbinen ermöglichen. Scandium wiederum macht Aluminiumlegierungen für die Luft- und Raumfahrt fester und verbessert die Leistung von Brennstoffzellen. Dadurch gewinnt es für kohlenstoffarme Transport- und Energiesysteme zunehmend an Bedeutung.
Warum Seltene Erden unverzichtbar für die Energiewende sind – und warum ihre Bezeichnung irreführend ist –, erklärt unser gemeinsam mit der Financial Times produzierter Kurzfilm:
Branchenanalysten prognostizieren, dass sich die jährliche Nachfrage bis 2030 auf 240’000 Tonnen beinahe verdoppeln wird1. Nach Schätzungen von Lombard Odier wird allein die Energiewende in diesem Jahrzehnt zu Investitionsausgaben von USD 24,5 Bio. führen. Dies wird eine enorme Nachfrage nach Seltenen Erden, Lithium, Kupfer und anderen für den Übergang wichtigen Grundstoffen zur Folge haben.
SEE spielen zwar eine wichtige Rolle für saubere und verteidigungsrelevante Technologien, doch die Lieferkette ist sehr stark konzentriert und anfällig
Lieferketten unter Druck
SEE spielen zwar eine wichtige Rolle für saubere und verteidigungsrelevante Technologien, doch die Lieferkette ist sehr stark konzentriert und anfällig. China hat mit einem Anteil von etwa 70% an den weltweiten Abbau- und 90% an den Verarbeitungskapazitäten eine beherrschende Stellung bei Seltenen Erden2. Dies führt zu einem Marktungleichgewicht und setzt den Rest der Welt erheblichen geopolitischen und regulatorischen Risiken aus. Einige SEE unterliegen heute Exportbeschränkungen, unter anderem schwere Seltene Erden wie Dysprosium und Terbium sowie raffinierte Seltene Erden für Magnete. Dies war der Auslöser für Preiserhöhungen und weckte bei Herstellern in aller Welt Angebotsbedenken3.
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Als Reaktion darauf richten die USA ihren Blick nun auf andere bedeutende Vorkommen von Seltenerdmetallen und erweitern aktiv ihre Kapazitäten im Inland. Diese Bemühungen widerspiegeln eine mehrgleisige Strategie mit dem Ziel, die Versorgung mit Seltenen Erden zu diversifizieren und die Abhängigkeit von den chinesischen Verarbeitungskapazitäten zu verringern. Zudem soll die Strategie Innovationen für eine schonendere Gewinnung und für das Recycling fördern4.
Auch Europa erweitert aktiv die Kapazitäten für die Verarbeitung Seltener Erden, um sich unabhängiger von China zu machen. Berichten zufolge gibt es einige neue Anlagen in Polen, Deutschland, Frankreich und Norwegen5. Westliche Autohersteller, die sehr stark auf Seltene Erden angewiesen sind, arbeiten angeblich an der Entwicklung von Motoren, die frei von Seltenen Erden sind. Doch trotz aller Entwicklungsanstrengungen ist es bislang nicht gelungen, Seltene Erden schnell genug durch Alternativen zu ersetzen6.
Die massiven Umweltkosten der Gewinnung erhöhen die Komplexität des Problems zusätzlich. Um Seltene Erden vom Erz zu trennen, sind Lösungsmittel notwendig, aus denen häufig giftige Nebenprodukte entstehen. Diese Umweltkosten schrecken viele Länder davon ab, den Betrieb von Verarbeitungsanlagen auf heimischem Boden zu gestatten. Dadurch verstärkt sich die weltweite Abhängigkeit von einigen wenigen Verarbeitungszentren.
Der Welt gehen wichtige Grundstoffe zwar nicht aus. Doch die Schere zwischen Angebot und erwarteter Nachfrage, vor allem nach Lithium, Kupfer und Seltenen Erden, geht weiter auseinander
Risiken und Chancen
Aus Sicht der Anlegerinnen und Anleger birgt das Dilemma der Seltenen Erden neben Risiken aber auch Chancen: einerseits Risiken in Bezug auf die Lieferkette, andererseits die Chance auf eine vorausschauende Kapitalallokation. Die Knappheit Seltener Erden hat nichts mit ihrer physischen Verfügbarkeit zu tun. Sie resultiert vielmehr aus der geringen Fähigkeit und Bereitschaft, sie nachhaltig und in grossem Massstab abzubauen und zu verarbeiten. An dieser Stelle kommen neue Technologien ins Spiel. In das Recycling Seltener Erden, das sogenannte „Urban Mining“ und saubere Abbauverfahren wird zunehmend investiert. Unternehmen entwickeln lösungsmittelfreie Methoden und fördern Modelle der Kreislaufwirtschaft, um SEE aus Elektroschrott und Altmagneten zurückzugewinnen. Diese Innovationen sind nicht nur wichtig, um den Bedarf zu decken. Sie tragen auch dazu bei, die Lieferketten mit den immer strengeren ESG-Bestimmungen in Einklang zu bringen.
Der Welt gehen wichtige Grundstoffe zwar nicht aus. Doch die Schere zwischen Angebot und erwarteter Nachfrage, vor allem nach Lithium, Kupfer und Seltenen Erden, geht weiter auseinander. Das Ungleichgewicht lässt die Preise schon jetzt steigen. Damit sind diese Grundstoffe nicht nur für den Übergang zu Netto-Null entscheidend, sondern bieten auch potenziell attraktive langfristige Anlagechancen. Wir befinden uns vermutlich am Anfang eines langfristigen Rohstoff-Superzyklus für Übergangsmaterialien7, wesentlich beeinflusst von vier konvergierenden Kräften:
Klima- und ESG-Erfordernissen
Globalen Netto-Null-Zielen
Zersplitterten Lieferketten und deren Rückverlagerung
Dem zunehmenden geopolitischen Wettstreit um strategische Ressourcen
Diese Dynamik deutet darauf hin, dass Seltene Erden und ihre unterstützenden Technologien noch jahrzehntelang für den Übergang wesentlich sein werden
Die weitere Entwicklung: Nutzniesser der technologischen Revolution
Die wachsende Lücke zwischen Angebot und Nachfrage deutet auf eine anhaltende strukturelle Prämie für wichtige SEE hin. Einige Metalle haben erkennbar eine extrem grosse Bedeutung als Wegbereiter der laufenden Energie- und Technologierevolution. Im Gegensatz zu volatileren oder einfacher ersetzbaren Grundstoffen wie Lithium und Kobalt besitzen Scandium und Neodym einzigartige physikalische Eigenschaften. Dadurch ist es aus technischer und wirtschaftlicher Sicht schwierig, sie in grossem Massstab zu ersetzen. Trotz der Aktivitäten in der Erforschung und Entwicklung von Technologien, die ohne Seltene Erden auskommen, stecken die aktuellen Alternativen noch in den Kinderschuhen. Die Kosten, die Leistungsfähigkeit oder auch die regulatorischen Hürden stellen dabei Herausforderungen dar.
Diese Dynamik deutet darauf hin, dass Seltene Erden und ihre unterstützenden Technologien noch jahrzehntelang für den Übergang wesentlich sein werden. Für zukunftsorientierte, vorausschauende Anlegerinnen und Anleger bietet längst nicht nur der Abbau Chancen. Interessant sind auch der Ausbau der unterstützenden Infrastruktur sowie Investitionen in alternative Materialien als Ergänzung, nicht als Ersatz. Chancen bietet darüber hinaus die Förderung kreislauforientierter Innovationen, die das nächste Kapitel des industriellen Wachstums definieren werden.
Scandium, Neodym und andere SEE mögen aus geologischer Sicht nicht „selten“ sein. Sie sind aber von zentraler Bedeutung für die technologisch unterstützte Netto-Null-Wirtschaft, die gerade vor unseren Augen Gestalt annimmt.
Quellen anzeigen.
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1 https://impact.economist.com/sustainability/global-race-critical-minerals-unique-opportunity-latin-america 2 https://nam.org/finding-and-processing-rare-earths-outside-of-china-34055/ 3 https://www.marketwatch.com/story/why-its-nearly-impossible-for-america-to-meet-its-rare-earth-needs-after-chinas-export-restrictions 4 www.theguardian.com/commentisfree/2025/jun/29/the-guardian-view-on-donald-trumps-china-deal-rare-earths-pave-the-green-road-to-militarisation 5 www.reuters.com/sustainability/climate-energy/uk-rare-earths-company-build-plant-france-2025-05-29 6 www.reuters.com/markets/commodities/demand-destruction-can-help-break-chinas-rare-earths-chokehold-andy-home-2025-06-11 7 Transition materials: enablers and beneficiaries of the technology revolution’ June 2023
Wichtige Hinweise.
Die vorliegende Marketingmitteilung wurde von der Bank Lombard Odier & Co AG (nachstehend “Lombard Odier”) herausgegeben. Sie ist weder für die Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung in Rechtsordnungen bestimmt, in denen eine solche Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung rechtswidrig ist, noch richtet sie sich an Personen oder Rechtsstrukturen, an die eine entsprechende.
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