Nachhaltiges Investieren: eine wirtschaftliche Notwendigkeit für die Anleger

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Nachhaltiges Investieren: eine wirtschaftliche Notwendigkeit für die Anleger

Hubert Keller - Managing Partner

Hubert Keller

Managing Partner

Die Finanzwelt muss sich für die Energiewende einsetzen und den Klimawandel bekämpfen. Das wünschen sich immer mehr Kunden. Aus Anlegersicht gibt es aber noch einen anderen Grund, der für nachhaltige Anlagen spricht: Sie könnten in den nächsten drei bis fünf Jahren – und sogar darüber hinaus – zu einem überaus starken Performancetreiber avancieren.

Die Finanzwelt muss sich für die Energiewende einsetzen und den Klimawandel bekämpfen.

Viele von uns haben die Internetrevolution miterlebt. Sie hat unser Leben stark beeinflusst, viele Branchen fundamental verändert sowie neue Geschäftsmodelle hervor- und andere zum Verschwinden gebracht. Gleichzeitig verdanken ihr die weltgrössten Unternehmen unserer Zeit ihre Entstehung. Nun stehen wir jedoch möglicherweise vor einem noch tiefer greifenden wirtschaftlichen Wandel als damals – mit beispiellosen Investitionschancen und Risiken.

Seit Jahrzehnten leben wir nach einem Wachstumsmodell, das auf immer mehr Konsum, dem Abbau natürlicher Ressourcen sowie Umwelt- und Abfallverschmutzung basiert. Einem Modell, dem es nicht immer gelungen ist, die Vorteile des Wachstums gerecht zu verteilen, und das wahrscheinlich auch den sozialen Ungleichheiten in unseren Volkswirtschaften zugrunde liegt. Die Wechselwirkungen zwischen Wirtschaftswachstum, Ökosystem und sozialem Gleichgewicht sind komplex. Aber sie waren noch zu bewältigen, als die Weltbevölkerung wie im Jahr 1970 rund 3,5 Milliarden Menschen zählte. Doch bei einer Weltbevölkerung von 8 und bald 10 Milliarden Menschen ist dies schlicht nicht mehr möglich.

Die Klimagefahr ist heute klar definiert, weithin anerkannt und gut dokumentiert. Wenn wir die im Pariser Abkommen festgelegten Ziele verfehlen, wird dies für unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft möglicherweise katastrophale Folgen haben.

Schliesslich hat sich in den letzten Jahrzehnten das Verhältnis zwischen Arbeit und Kapital erheblich verschlechtert. Die Mittelschicht ist stark geschrumpft und die soziale Mobilität hat beträchtlich abgenommen.

Die Wirtschaft muss zwingend weiter wachsen, wenn wir die Herausforderungen meistern wollen, mit denen unsere Gesellschaften konfrontiert sind. Aber damit dieses Wachstum nachhaltig wird, muss es unbedingt weniger umweltschädlich und integrativer werden. Wir müssen von einem wenig effizienten, umweltbelastenden, linearen Wirtschaftsmodell – Abbau, Produktion, Abfall – mit ungerechter Umverteilung zu einem effizienten, sauberen, kreisförmigen und integrativeren Modell übergehen. Die erfreuliche Nachricht ist, dass dieser Übergang im Gange zu sein scheint. Beispielsweise sind die meisten unserer physischen Vermögenswerte heute kaum noch produktiv. Dagegen gibt es mittlerweile immer mehr Geschäftsmodelle, in deren Mittelpunkt das Teilen steht. Dieser Trend ist etwa im Transport- und Beherbergungsgewerbe zu beobachten. Ein anderes Beispiel für einen Übergang ist der Energiesektor: Wir sind zwar immer noch stark auf fossile Brennstoffe angewiesen. Doch der Einbruch der Preise für erneuerbare Energien und Batterien stellt gerade die Geschäftsmodelle der traditionellen Akteure im Energiesektor infrage.

Dieser wirtschaftliche Übergang wird sich noch beschleunigen. Denn es sind mächtige Kräfte am Werk. In den meisten grossen Regionen der Welt ergreift die Politik Massnahmen und erlässt neue, oft sehr restriktive Vorschriften. Auch die Einstellung der Verbraucher verändert sich sehr schnell. Und schliesslich führt die kontinuierliche technologische Innovation zu neuen Lösungen, mit denen sich effizientere, sauberere und oft weniger kostspielige Geschäftsmodelle entwickeln lassen.

Wir werden überdenken müssen, wie wir essen, wie wir unsere Städte bauen und wie wir produzieren und konsumieren

Um diesen Übergang zu einem nachhaltigeren Wachstumsmodell wirklich zu vollziehen, werden wir die meisten unserer wirtschaftlichen Aktivitäten grundlegend überdenken müssen. Wir werden überdenken müssen, wie wir essen, wie wir unsere Städte bauen und wie wir produzieren und konsumieren. Wir werden die Funktionsweise der einzelnen Sektoren – wie etwa Gesundheit, Energie, Ernährung, Mobilität – fundamental ändern müssen. Mit anderen Worten: Wir werden unsere Volkswirtschaften umbauen müssen, um sie effizienter und ressourcenschonender, sauberer, integrativer und recyclingfreundlicher zu machen.

Dieser Übergang wird sich stark auf die Unternehmen auswirken. Wie werden sich in einer kohlenstoffarmen Welt beispielsweise Sektoren wie Verkehr, Bau und Luftfahrt neu erfinden? Oder wie wird sich ein Unternehmen, das unter anderem abgefülltes Wasser rund um den Globus vertreibt, an die Verschärfung der Vorschriften für Kunststoff oder dessen Verbot anpassen?

Nachhaltige Anlagen sind aus moralischen und ethischen Gründen attraktiv. Aus Anlegersicht allerdings ist letztlich das finanzielle Argument ausschlaggebend.

Die gute Nachricht ist, dass sich die Unternehmen auf diesen Wandel vorbereiten. Wir befinden uns an einem Scheideweg: Auf der einen Seite sind die Unternehmen, die diese tief greifenden Veränderungen vorwegnehmen, auf der anderen Seite die Unternehmen, die diese Veränderungen nicht sehen wollen. Erstere haben die Vision und den Mut, ihr Geschäftsmodell infrage zu stellen, um es auf diesen fundamentalen wirtschaftlichen Wandel auszurichten. Letztere ignorieren diese unausweichliche Entwicklung weiter und riskieren damit gar ihre Existenz. Denn ihre Kunden können sich von ihren Produkten abwenden und Innovationen ihre Produkte obsolet machen. Ausserdem können Vorschriften ihre Geschäftstätigkeit erheblich einschränken und das Kapital kann versiegen.

Die Unternehmenswelt ist – um eine Parallele zur Tierwelt zu ziehen – im Begriff, sich in Adler und Strausse aufzuspalten. Die Adler werden als Sieger aus diesem Übergang hervorgehen. Den Straussen hingegen, die den Kopf weiter in den Sand gesteckt haben, droht der Untergang. Aus Anlegersicht bietet sich eine einzigartige Chance. Die Performance beruhte schon immer weitgehend darauf, die Unternehmen ausfindig zu machen, die in Zukunft die Gewinner sein werden. In der heutigen Zeit könnte diese Differenzierung stark an Bedeutung gewinnen und Vermögensverwaltern ermöglichen, sehr attraktive Renditen zu erzielen.

Die Performance beruhte schon immer weitgehend darauf, die Unternehmen ausfindig zu machen, die in Zukunft die Gewinner sein werden. In der heutigen Zeit könnte diese Differenzierung stark an Bedeutung gewinnen und Vermögensverwaltern ermöglichen, sehr attraktive Renditen zu erzielen.

Nachhaltige Anlagen sind aus moralischen und ethischen Gründen attraktiv. Aus Anlegersicht allerdings ist letztlich das finanzielle Argument ausschlaggebend.

Wichtige Hinweise.

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