Wie plane ich meinen Ruhestand? Unsere Antworten auf häufig gestellte Fragen

corporate

Wie plane ich meinen Ruhestand? Unsere Antworten auf häufig gestellte Fragen

Philippe Gay - Direktor bei Lombard Odier, Leiter Angebot Schweiz

Philippe Gay

Direktor bei Lombard Odier, Leiter Angebot Schweiz
Andreas Arni, CFA - Head of the Swiss Market at Bank Lombard Odier & Co Ltd - Zurich

Andreas Arni, CFA

Head of the Swiss Market at Bank Lombard Odier & Co Ltd - Zurich

Wenn der wohlverdiente Ruhestand näher rückt, stellen Sie sich sicherlich zahlreiche Fragen: Soll ich mein Pensionskassenguthaben in Form einer Rente beziehen oder als Kapital auszahlen lassen? Ist es klug, meine Hypothek zurückzuzahlen? Wie würde sich ein Umzug in einen anderen Kanton oder ins Ausland auf meine Finanzen auswirken? Kann ich es mir erlauben, sogar vorzeitig in den Ruhestand zu gehen, oder muss ich weiterarbeiten, um meine Bedürfnisse abzudecken?

Ungeachtet Ihrer persönlichen Situation und der Gedanken, die Sie sich machen, ist es wichtig, eine Vermögensbilanz aufzustellen, damit Sie Ihre Pensionspläne entspannt angehen können. Das Erstellen einer solchen Bilanz gehört zu den Kernaufgaben eines Privatbankiers, der Ihr Vermögen verwaltet und Sie bei diesem Übergang begleitet. Nachfolgend wollen wir auf einige der Fragen eingehen, die wir mit unseren Kunden oft erörtern.

 

Rente oder Kapital: Welche Lösung ist für mich besser?

Bevor Sie sich für eine dieser zwei Varianten entscheiden, müssen Sie erst einmal die Modalitäten des Reglements Ihrer Pensionskasse in Erfahrung bringen. Das Reglement definiert in diesem Zusammenhang die Bedingungen für die Entnahme in Kapitalform oder als Rente, die Benachrichtigungsfrist für die entsprechende Variante und ob die Entscheidung unwiderruflich ist. Auf dieser Grundlage wird Ihr Bankier und Vermögensplaner einen Finanzplan aufstellen, der die Entnahmevarianten simuliert. Damit können Sie die Entwicklung Ihrer Einkünfte und Ausgaben, einschliesslich der Steuerbelastung, sowie diejenige Ihres Vermögens im Zeitablauf visualisieren und erhalten eine Entscheidungsgrundlage.

Zur Erinnerung: Die Rentenoption bietet Ihnen im Prinzip ein garantiertes Einkommen auf Lebenszeit. Eine Koppelung an die Preisentwicklung ist aber nicht vorgeschrieben und hängt von der Entscheidung des Stiftungsrats ab. Dies ist ein Faktor, der sich erheblich auf die reale Kaufkraft nach 10 oder 15 Jahren auswirken kann. Sollte ein Versicherter, der eine Rente gewählt hat, nur einige Jahre nach Eintritt in den Ruhestand sterben, erhält der überlebende Ehegatte eine erheblich gekürzte Hinterbliebenenrente, welche aus dem Restkapital finanziert wird. Bei dessen Versterben verbleibt dann das Restkapital grundsätzlich bei der Pensionskasse und die Nachkommen bekommen nichts. Bei einem Kapitalbezug hingegen besteht die Möglichkeit, mit der Verwaltung desselben entsprechende Renditen zu erwirtschaften und so die Kaufkraft über die Zeit zu erhalten oder gar zu steigern. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die spätere Vermögensübertragung: Indem Sie das gesamte Kapital beziehen und langfristig intelligent anlegen, besteht die Möglichkeit, dieses im Rahmen Ihrer Nachlassplanung an Ihre Erben zu übertragen oder in ein philanthropische Projekt zu vergeben.

Bei einem Kapitalbezug hingegen besteht die Möglichkeit, mit der Verwaltung desselben entsprechende Renditen zu erwirtschaften und so die Kaufkraft über die Zeit zu erhalten oder gar zu steigern

Aus steuerlicher Sicht bedeutet die Entscheidung für eine Rente, dass diese jedes Jahr zu 100% als Einkommen zu versteuern ist. Der Kapitalbezug wird dagegen nur ein einziges Mal, im Jahr der Auszahlung, getrennt vom übrigen Einkommen zu einem reduzierten Satz besteuert. Dabei gilt es aber zu beachten, dass die im selben Kalenderjahr entnommenen Guthaben der 2. und 3. Säule zur Berechnung der Steuerbelastung kumuliert werden. Dies gilt auch bei im selben Steuerjahr von einem verheirateten oder in einer eingetragenen Partnerschaft lebenden Paar bezogenen Leistungen. Es ist daher wichtig, die Kapitalauszahlungen aus der Vorsorge entsprechend zu planen und nach Möglichkeit auf mehrere Jahre verteilt gestaffelt zu beziehen. Damit kann einerseits die Gesamtsteuerlast reduziert werden und andererseits eine sinnvolle Abstimmung auf den finanziellen Bedarf erfolgen.

Wo setze ich mich zur Ruhe? In einem anderen Kanton oder im Ausland?

Viele haben vor, beim Eintritt in den Ruhestand ihren Wohnsitz zu wechseln. Dabei sollte man die steuerlichen Aspekte nicht ausser Acht lassen. Die Steuerfolgen auf Leistungen aus der beruflichen Vorsorge und der gebundenen 3. Säule können sehr unterschiedlich sein – einerseits aufgrund der Art der Leistung (Rente oder Kapital), andererseits aufgrund des steuerlichen Wohnsitzes des Leistungsempfängers. Die Besteuerung erfolgt auf kantonaler Ebene, wobei Vorsorgeleistungen in den meisten Kantonen reduziert und separat vom übrigen Einkommen besteuert werden.

Die folgende Tabelle illustriert die kantonalen Unterschiede bei der Besteuerung von Kapitalleistungen aus der Vorsorge eines Ehepaars, das bei Fälligkeit der Auszahlung in einem der folgenden Kantone1 wohnt:

 

Corporate-Retraite-Tableau_1-DE.jpg (Corporate-Retraite-Tableau)

 

Corporate-Retraite-Tableau_2-DE.jpg (Corporate-Retraite-Tableau)

 

Es ist also wichtig, einen Wohnsitzwechsel sorgfältig zu planen. Eine Verlegung des steuerlichen Wohnsitzes bedeutet, dass Sie Ihren Lebensmittelpunkt in Zukunft am neuen Ort haben müssen, verbunden mit der Absicht, dort dauerhaft zu leben. Ansonsten lassen sich im Normalfall allfällige Fragen der Steuerbehörden des Kantons, aus dem Sie wegziehen, nicht vermeiden. Zudem sollten Sie im Falle eines Umzugs ins Ausland die steuerliche Behandlung von Vorsorgeleistungen im neuen Wohnsitzland kennen. Es empfiehl sich, im Vorfeld Ihren Umzug mit Ihrem Bankier zu planen, um die rechtlichen und steuerlichen Auswirkungen Ihres Vorhabens zu berücksichtigen. 

 

Mit welcher Anlagestrategie kann ich meine Bedürfnisse im Ruhestand abdecken?

Um diese Frage zu beantworten, ist es sinnvoll, eine Vermögensplanung zu erstellen. Dies ermöglicht einerseits eine „Bestandsaufnahme“ und andererseits die Herleitung des Bedarfs nach der Pensionierung, sodass eine individuelle Strategie entwickelt werden kann. Es geht dabei darum das gesamte Wertpapier- und Immobilienvermögen sowie die bestehenden Schulden zu erheben, um sie mit den zukünftigen Ausgaben und Wünschen in Einklang zu bringen. Anschliessend werden in Abhängigkeit von den voraussichtlichen finanziellen Bedürfnissen Änderungen an der Struktur und Verwaltung des Vermögens vorgenommen.

Um die Wichtigkeit dieser Analyse zu veranschaulichen, betrachten wir ein Beispiel auf der Passivseite. Viele unserer Kunden, die gerade in den Ruhestand getreten sind, stellen sich die Frage, ob sie ihre Hypothekarschulden zurückzahlen sollten oder nicht. Die Antwort hierauf darf sich nicht ausschliesslich auf steuerliche Aspekte beschränken. Eine umfassende Analyse sollte Ihr Anlegerprofil, die Art und Weise, wie Ihre liquiden Mittel angelegt sind, das Zinsniveau, den Grenzsteuersatz sowie Ihre zukünftige Lebensplanung berücksichtigen.

Der Einfachheit halber sagen wir, dass die angelegten liquiden Mittel mehr einbringen müssen als die Kreditkosten nach Steuern. Wenn Ihre Anlagen also mehr abwerfen, als Sie für die Hypothekarzinsen nach Steuern aufwenden müssen, lohnt es sich, die Verschuldung beizubehalten. Diese Überlegungen sind beim Eintritt in den Ruhestand umso wichtiger, als es bekanntlich in diesem Lebensabschnitt oft schwieriger wird, eine Hypothek aufzustocken.

 

Werde ich mein Kapital aufbrauchen? Wie kann ich dieses Risiko einschränken?

Beim Eintritt in den Ruhestand stellt sich unweigerlich die Frage nach dem Liquiditätsmanagement. Daher sollten Sie Ihren kurz-, mittel- und langfristigen finanziellen Bedarf ermitteln. Die Anlagestrategie muss Ihren Bedürfnissen, Ihren Lebenszielen, aber auch Ihrem Risikoprofil gerecht werden. Zu diesem Zweck sollten Sie Ihr Finanzvermögen nach „Bedürfnisphasen“ strukturieren – auf kurze, mittlere und lange Sicht – und unterschiedliche Portfolios mit klar formulierten Zielen erstellen, dies im Einklang mit der Gesamtübersicht über Ihr Bankvermögen.

Die Anlagestrategie muss Ihren Bedürfnissen, Ihren Lebenszielen, aber auch Ihrem Risikoprofil gerecht werden

Insgesamt kann man den Ruhestand in drei grosse „Phasen“ und dazugehörige Strategien einteilen. In Phase 1 wird ein permanentes Liquiditätsportfolio errichtet, mit dem Sie Ihre kurzfristigen Bedürfnisse abdecken und sich gegen Unwägbarkeiten schützen können. In Phase 2 ermöglicht ein auf Kapitalerhalt ausgerichtetes Portfolio, mittelfristige Bedürfnisse abzudecken und von günstigen Marktentwicklungen zu profitieren. In Phase 3 schliesslich dient ein Wachstumsportfolio dazu, langfristige Bedürfnisse für den Lebensabend abzudecken und den Vermögenserhalt für die Nachkommen sicherzustellen.

Fazit: Um Ihren Ruhestand umsichtig vorzubereiten, sollten Sie sich unbedingt die Zeit nehmen, alle für eine Pensionierung möglichen Alternativen zu analysieren und insbesondere vorgefasste Meinungen infrage zu stellen. Da Sie 20 bis 30 Jahre Ihres Lebens im Ruhestand verbringen werden, kommt der Wahl eines Bankpartners, der Ihnen helfen kann, Ihr Vermögen zu erhalten und zu mehren, entscheidende Bedeutung zu.


1Quelle: Taxware. Stand: 1. Januar 2021

Kontaktieren Sie uns.

Bitte geben Sie Ihren Vornamen ein.

Bitte geben Sie Ihren Nachnamen ein.

Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Please enter your your are.

Bitte geben Sie eine Nachricht ein.

Etwas angehängt, Nachricht nicht gesendet.

Wichtige Hinweise.

Die vorliegende Marketingmitteilung wurde von der Bank Lombard Odier & Co AG oder einer Geschäftseinheit der Gruppe (nachstehend “Lombard Odier”) herausgegeben. Sie ist weder für die Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung in Rechtsordnungen bestimmt, in denen eine solche Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung rechtswidrig wäre, noch richtet sie sich an Personen oder Rechtsstrukturen, an die eine entsprechende Abgabe rechtswidrig wäre.

Entdecken Sie mehr.