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Wie sich belgische Familienunternehmen auf die Herausforderungen der Unternehmensnachfolge vorbereiten
Kernpunkte.
3 von 4 Unternehmensleitern bevorzugen die familieninterne Nachfolge ihres Unternehmens. Allerdings ist nur die Hälfte von ihnen der Ansicht, dass die nächste Generation sowohl kompetent als auch motiviert ist, die Verantwortung zu übernehmen
Obwohl 95 % der Befragten über etablierte Familien-Governance-Strukturen verfügen, zählen familiäre Konflikte für mehr als ein Drittel von ihnen weiterhin zu den grössten Risiken für den Fortbestand ihres Unternehmens in den kommenden zehn Jahren
Schliesslich erwarten fast zwei Drittel der Befragten (65 %), dass die jüngsten steuerlichen Entwicklungen Auswirkungen auf die Strukturierung ihres Vermögens haben werden.
Familienunternehmen sind eine der tragenden Säulen der belgischen Wirtschaft. Tief in der Regionen verwurzelt, zeichnen sie sich durch ihre langfristige Perspektive, ihre Fähigkeit zur Wertschöpfung über mehrere Generationen hinweg sowie ihren bedeutenden Beitrag zum belgischen Wirtschaftsgefüge aus. Doch während Vermögensstrukturen zunehmend komplexer werden und immer mehr Generationen eingebunden sind, verändern sich auch die Herausforderungen der Unternehmenskontinuität.
Um diese Entwicklungen besser zu verstehen, hat Lombard Odier die qualitative Studie „Die nächste Unternehmensnachfolge wird anders sein“ durchgeführt. Hierfür wurden rund hundert Unternehmensleiter, Familienaktionäre und Mitglieder belgischer Familienunternehmen befragt. Die Studie entstand in Zusammenarbeit mit den Studierenden des Solvay Consulting Club.
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Die Vorbereitung der nächsten Generation, der Erhalt des familiären Zusammenhalts und die nachhaltige Strukturierung des Vermögens sind heute eigenständige strategische Herausforderungen
Geoffroy Vermeire, Local Managing Director, Lombard Odier in Belgium
Geoffroy Vermeire, Local Managing Director, Lombard Odier in Belgium, kommentiert: „Die Studie offenbart einen bedeutenden Wandel. Belgische Unternehmerfamilien beschäftigen sich nicht mehr nur mit dem Wachstum ihres Unternehmens, sondern zunehmend auch mit den Voraussetzungen für dessen langfristige Fortführung. Die Vorbereitung der nächsten Generation, der Erhalt des familiären Zusammenhalts und die nachhaltige Strukturierung des Vermögens sind heute eigenständige strategische Herausforderungen.“
Eine Nachfolge, die langfristig vorbereitet wird
Die familieninterne Unternehmensnachfolge bleibt klar die bevorzugte Lösung: Fast drei von vier Unternehmensleitern planen, ihr Unternehmen an die nächste Generation zu übergeben. Dies unterstreicht die starke Verankerung von Familienunternehmen in der belgischen Wirtschaft. Entsprechend ziehen lediglich 2 % der Befragten einen Verkauf an einen externen Käufer in Betracht.
Gleichzeitig zeigt die Studie, dass die Nachfolge mit einer doppelten Herausforderung verbunden ist: Zum einen geht es um das Interesse der jüngeren Generationen, zum anderen um deren tatsächliche Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Nur 51 % der Befragten sind der Ansicht, dass ihre nächste Generation heute bereit ist, Führungsaufgaben zu übernehmen. 30 % halten sie noch für zu jung, während 17 % sie zwar als motiviert, aber noch nicht ausreichend vorbereitet einschätzen.
Vor diesem Hintergrund treffen die Familien gezielte Vorkehrungen: Mehr als die Hälfte bindet die nächste Generation bereits in strategische Entscheidungen ein und fördert zunächst berufliche Erfahrungen ausserhalb des Familienunternehmens, bevor eine Übernahme erfolgt.
Familien-Governance allein genügt nicht ohne Dialog
Belgische Familienunternehmen zeichnen sich durch einen hohen Grad an Strukturierung aus: 95 % der Befragten geben an, über etablierte Familien-Governance-Strukturen zu verfügen, und 67 % haben einen formalisierten Plan zur Vermögensnachfolge.
Dennoch sind die geäusserten Sorgen vor allem menschlicher Natur. Mehr als ein Drittel der Befragten nennt familiäre Konflikte als eines der grössten Risiken für die langfristige Fortführung ihres Unternehmens, noch vor steuerlichen Fragen, künstlicher Intelligenz oder dem Fehlen eines Nachfolgers.
Die Studie macht damit deutlich, dass Kontinuität weniger von den Strukturen selbst abhängt als von der Fähigkeit der Familien, einen regelmässigen generationsübergreifenden Dialog aufrechtzuerhalten und eine gemeinsame langfristige Vision zu entwickeln.
Vermögen geht heute über das Unternehmen hinaus
Die Umfrage zeigt zudem einen tiefgreifenden Wandel im Vermögensmanagement belgischer Unternehmerfamilien. Mehr als 80 % haben bereits eine klare und strukturierte Trennung zwischen Geschäfts- und Privatvermögen.
Gleichzeitig veranlassen die jüngsten steuerlichen Entwicklungen viele Familien dazu, ihre bestehenden Strukturen zu überprüfen. Rund 65 % der Befragten gehen davon aus, dass Steuerreformen ihre zukünftige Vermögensstrategie beeinflussen werden. Gleichzeitig geben 60 % an, das RDT-DBI-Regime entweder nicht zu kennen oder nicht zu nutzen.
Diese Entwicklung bestätigt, dass das Unternehmen nicht länger der einzige Vermögenswert ist, der übergeben wird: Die ganzheitliche Strukturierung des Familienvermögens wird zunehmend zu einem zentralen Faktor für die langfristige Kontinuität der Familie.
Unternehmerfamilien, die über Generationen hinweg erfolgreich bestehen, sind jene, die Übergänge vorausschauend planen, bevor sie unausweichlich werden
Xavier Bonna, Managing Partner der Lombard Odier Gruppe
Xavier Bonna, Managing Partner der Lombard Odier Gruppe, erklärt: „Unternehmerfamilien, die über Generationen hinweg erfolgreich bestehen, sind jene, die Übergänge vorausschauend planen, bevor sie unausweichlich werden. Über rechtliche oder steuerliche Fragestellungen hinaus ist Nachfolge vor allem ein menschliches Projekt. Sie basiert auf der Fähigkeit der Generationen, miteinander im Dialog zu stehen, eine gemeinsame Vision zu teilen und die Zukunft gemeinsam zu gestalten.“
Medienmitteilung
Wie sich belgische Familienunternehmen auf die Herausforderungen der Unternehmensnachfolge vorbereiten
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