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Die Fondation Lombard Odier und das Swiss Polar Institute bündeln ihre Kräfte zur Verbesserung der Prävention von Naturgefahren in den Schweizer Alpen
Nach dem tragischen teilweisen Kollaps des Birch-Gletschers oberhalb des Walliser Dorfes Blatten im Mai 2025 haben die Fondation Lombard Odier und das Swiss Polar Institute ihre Kräfte gebündelt und eine mehrjährige Zusammenarbeit im Rahmen der neuen «IceTools Initiative» aufgenommen. Ziel des Projekts ist es, der Schweiz – und darüber hinaus Hochgebirgsregionen in anderen Ländern – zu helfen, sich auf zukünftige Katastrophen vergleichbarer oder grösserer Tragweite vorzubereiten und diese besser zu antizipieren. Dies vor dem Hintergrund tiefgreifender Veränderungen der Kryosphäre infolge der Klimaerwärmung. Die Initiative wurde am 12. Mai 2026 im Rahmen eines Treffens aller beteiligten Akteure in Sion offiziell lanciert. Anwesend waren Vertreter beider Organisationen, der wissenschaftlichen Gemeinschaft sowie der Walliser Kantonsbehörden.
Die Vereinten Nationen erklärten das Jahr 2025 zum Internationalen Jahr der Gletschererhaltung, zu einem Zeitpunkt von entscheidender Bedeutung für Hochgebirgsökosysteme: Weltweit schmelzen, kollabieren und verschwinden Gletscher so schnell wie nie zuvor.
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Neueste wissenschaftliche Auswertungen zeigen, dass Schweizer Gletscher seit 2015 rund ein Viertel ihres Volumens verloren haben. Mehr als 1’000 kleine Gletscher sind bereits vollständig verschwunden. Seit der vorindustriellen Zeit ist die Temperatur in der Schweiz um nahezu 3 °C gestiegen – rund doppelt so stark wie im globalen Durchschnitt.
Die Folgen reichen weit über den Verlust eines natürlichen Symbols hinaus und verändern bereits Lebensweisen und Landschaften. Die zunehmende Geschwindigkeit der Veränderungen in den Alpen verstärkt Naturgefahren wie Hochwasser, Murgänge und Rutschungen. Diese Risiken wurden am 28. Mai 2025 zur bitteren Realität, als das Dorf Blatten im Kanton Wallis zerstört wurde. Obwohl Fachleute dieses Szenario als ernsthafte Bedrohung erkannt, den Birch-Gletscher eng überwacht und die Bevölkerung vorsorglich evakuiert hatten, ist es nun entscheidend, die komplexen Wechselwirkungen zu untersuchen, die zu dieser Naturkatastrophe geführt haben, um die Präventionsinstrumente für zukünftige Ereignisse zu verbessern.
Angesichts dieses dringenden Handlungsbedarfs lancierten die Fondation Lombard Odier und das Swiss Polar Institute (SPI) Anfang 2026 die «IceTools Initiative», die bis 2028 laufen wird. Ziel ist es, maximale Lehren aus dem Ereignis von Blatten und vergleichbaren Vorfällen der Vergangenheit zu ziehen. Die Initiative fördert die Weiterentwicklung und Integration technologischer Innovationen sowie die operative Einsatzbereitschaft im Umgang mit alpinen Gefahrenkaskaden, indem Modellierungsmethoden, die frühzeitige Erkennung von Warnsignalen und die Risikoreduktion für alpine Gemeinschaften verbessert werden. Dadurch soll die Schweiz – und darüber hinaus Hochgebirgsregionen in anderen Ländern – besser in die Lage versetzt werden, künftige Katastrophen ähnlicher oder grösserer Dimension vorauszusehen und sich darauf vorzubereiten.
An der «IceTools Initiative» beteiligen sich Expertinnen und Experten der ETH Zürich, der EPFL, der Universität Lausanne (UNIL), der Universität Zürich (UZH) sowie der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL). Die Initiative umfasst drei sich ergänzende Massnahmen, die in den kommenden Monaten umgesetzt werden:
Erstens bietet das Ereignis von Blatten eine seltene Gelegenheit für eine umfassende Nachanalyse, ermöglicht durch einen aussergewöhnlich reichen Datensatz aus Fernerkundung, Feldbeobachtungen, Augenzeugenberichten und Klimadaten. Ziel ist es, die komplexen Wechselwirkungen zwischen geologischen, glaziologischen, mechanischen und klimatischen Faktoren zu entschlüsseln, die zum kaskadenartigen Versagen geführt haben. In Abstimmung mit den Walliser Kantonsbehörden wird diese Arbeit von einem Konsortium aus Forschenden in der Schweiz und im Ausland durchgeführt, darunter auch Fachpersonen, die direkt in Überwachung und Bewältigung des Ereignisses involviert waren.
Zweitens unterstützt IceTools mit dem Ziel einer fundierten und evidenzbasierten Entscheidungsfindung in zukünftigen Gefährdungssituationen die Entwicklung der nächsten Generation von Beobachtungs- und Modellierungsinstrumenten. Bestehende, bislang primär forschungsorientierte Werkzeuge sollen optimiert und getestet werden, um ihre operative Einsatzfähigkeit zu gewährleisten.
Drittens integriert die Initiative eine gezielte Wissensvermittlung, um sicherzustellen, dass die im Rahmen von IceTools entwickelten Innovationen zu konkreten Verbesserungen in der Praxis führen. Ziel ist ein strukturierter Wissenstransfer an alle relevanten Akteursgruppen – von den zuständigen Behörden über die wissenschaftliche Gemeinschaft bis hin zur lokalen Bevölkerung.
Für die Fondation Lombard Odier ist diese Partnerschaft Teil ihres kürzlich lancierten Umweltprogramms, das Projekte unterstützt, die Wissenschaft, Innovation und konkrete Wirkung vor Ort verbinden. Nach ersten Pilotkooperationen mit internationalen Organisationen ergänzt das Umweltprogramm der Stiftung ihr Portfolio nun um ein Projekt mit Fokus auf die Schweiz.
Für das Swiss Polar Institute (SPI) stellt dieses Programm eine rasche Reaktion auf die zunehmende Dringlichkeit kryosphärischer Gefahren in Hochgebirgsregionen dar. Die Partnerschaft mit der Fondation Lombard Odier basiert auf dem Engagement des SPI, die Schweizer Polar- und Hochgebirgsforschung zu bündeln, um lokale Akteure zu unterstützen und die Entscheidungsfindung in den Schweizer Alpen zu stärken.
Danièle Rod, Geschäftsführerin des Swiss Polar Institutes, erklärt: « Das Ereignis von Blatten führt uns eindrücklich vor Augen, wie verletzlich wir angesichts der raschen Veränderungen in den Alpen sind. Der Handlungsbedarf wächst, und als wissenschaftliche Organisation tragen wir die Verantwortung, darauf zu reagieren. Die IceTools Initiative verfügt über ein grosses Potenzial, innovative Lösungen mit nachhaltiger Wirkung im Bereich der Naturgefahrenprävention zu entwickeln
Dr. Maximilian Martin, Generalsekretär der Fondation Lombard Odier und Global Head of Philanthropy der Lombard Odier Gruppe
Dr. Maximilian Martin, Generalsekretär der Fondation Lombard Odier und Global Head of Philanthropy der Lombard Odier Gruppe, erklärt: « Im Einklang mit dem langjährigen Engagement der Stiftung für Innovation und evidenzbasierte Ansätze sind wir überzeugt, dass die IceTools Initiative über ein grosses Potenzial verfügt, innovative Lösungen mit nachhaltiger Wirkung im Bereich der Naturgefahrenprävention in Hochgebirgsregionen zu entwickeln. Diese Zusammenarbeit mit dem Swiss Polar Institute mobilisiert erstklassige Schweizer und internationale Wissenschaft für eine Herausforderung, die uns alle betrifft. Wir freuen uns auf die Ergebnisse dieser wichtigen Arbeit. »
Medienmitteilung
Die Fondation Lombard Odier und das Swiss Polar Institute bündeln ihre Kräfte zur Verbesserung der Prävention von Naturgefahren in den Schweizer Alpen
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