Artikel veröffentlicht in Il Sole 24 Ore am 9. Januar 2026
Frédéric Rochat, Managing Partner bei dem schweizerischen Vermögensverwalter, ist überzeugt, dass es keine Standardlösungen gibt, um Privatkunden an den Chancen illiquider Assets teilhaben zu lassen. Zugleich unterstreicht er die zunehmende Attraktivität des italienischen Marktes.
„Die Privatmärkte sind zweifellos eine grosse Chance für Anlegerinnen und Anleger. Aber es gibt keine Standardlösung.“ Frédéric Rochat äussert sich zur laufenden Debatte um illiquide Assets und zur Frage, ob diese in die Portfolios von Privatkundinnen und -kunden gehören. Dabei plädiert er für einen massgeschneiderten Ansatz. Dem Managing Partner von Lombard Odier zufolge hängt die Entscheidung massgeblich vom jeweiligen Kundenprofil ab: In einem Interview mit Il Sole 24 Ore erläutert er: „Einige Unternehmerinnen und Unternehmer sind bereits stark in illiquide Assets investiert und benötigen keine weiteren Anlagen in diesem Bereich. Andere hingegen können nach der Veräusserung ihres Unternehmens möglicherweise von einem Anteil an Private Assets“ profitieren.“
Die Privatmärkte sind zweifellos eine grosse Chance für Anlegerinnen und Anleger. Aber es gibt keine Standardlösung
Chancen illiquider Assets
Privatmärkte „bieten heute Zugang zu wichtigen Innovationsquellen von Technologie bis hin zu Life Sciences, die oft an börsennotierten Märkten nicht verfügbar sind“. Ihre Bedeutung ist daher unbestritten. Ebenso wichtig ist jedoch, die Anlageentscheidung einer sorgfältigen Bewertung zu unterziehen. Dafür ist eine Analyse der individuellen Situation unerlässlich. „Wir hören zu. Gemeinsam mit der Kundin oder dem Kunden planen und erarbeiten wir dann die langfristig am besten geeignete Allokation“, fährt Rochat fort. In dieser Hinsicht vergleicht er Lombard Odier gerne mit einem „Handwerker der Vermögensverwaltung“, der massgeschneiderte Dienstleistungen anbietet. Während sich grosse internationale Konzerne oft durch standardisierte Leistungen auszeichnen, bildet das Angebot von Lombard Odier dazu einen bewussten Kontrast – oder vielmehr eine Ergänzung.
Die Hauptkundinnen und -kunden der Schweizer Bank haben im Übrigen fast alle eines gemeinsam: „Es sind Unternehmerinnen und Unternehmer mit ihrer jeweils ganz eigenen, oft einzigartigen Geschichte. Sie alle verbindet jedoch der unternehmerische Erfolg, den sie sich über Jahre hinweg erarbeitet haben“, erläutert Rochat. Es sind Anlegerinnen und Anleger, deren Entscheidungen die Verunsicherung der heutigen Zeit widerspiegeln: hohe Volatilität und Ungewissheit aufgrund der instabilen geopolitischen Lage und nervöser Märkte. Hinzu kommen die technologiegesteuerte Revolution und das Phänomen der KI, die ganze Branchen radikal verändern können. Vor diesem Hintergrund, bei dem nichts mehr selbstverständlich ist, so der Manager, „überdenken viele Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Grundsatzentscheidungen: mit welcher Bank sie nach welchem Modell zusammenarbeiten, in welchem Land sie leben, wo sie eine Familie gründen und wo sie ihr Vermögen ansiedeln“.
Vor diesem Hintergrund, bei dem nichts mehr selbstverständlich ist, überdenken viele Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Grundsatzentscheidungen
Die Lage in Italien
Italien scheint von diesem Umdenken zu profitieren: „Das Land zählt mittlerweile zu den bevorzugten Destinationen – sowohl für italienische Unternehmerinnen und Unternehmer, die zurückkehren, als auch für internationale Familien. Sie entscheiden sich aufgrund einer seltenen Kombination positiver Faktoren für Italien: europäischer Rechtsstaat, hohe Lebensqualität, attraktive Steueranreize und ein dichtes Unternehmensgefüge, das sich vom Nordosten über die Mitte bis in den Süden über das gesamte Land erstreckt. Diese Vielfalt sorgt für eine stetig wachsende Attraktivität“, so Rochat. Auch aus diesem Grund bleibt Italien für Lombard Odier ein strategischer Markt. Das Unternehmen positioniert sich dabei zwischen den grossen in- und ausländischen Bankgruppen und den reinen Nischenanbietern: „Wir vereinen lokale Präsenz mit internationaler Expertise aus der Schweiz“, erläutert Rochat und fügt hinzu: „Wir bieten der italienischen Unternehmerschaft einen Mehrwert, der über das herkömmliche Angebot hinausgeht: eine globale Vision und einen klaren Fokus auf die reine Vermögensverwaltung.“
Auch die italienischen Kundinnen und Kunden haben sich in den letzten Jahren gewandelt: „Sie sind anspruchsvoller geworden“, so Rochat. „Sie zeigen wachsendes Interesse an modernsten Lösungen wie etwa alternativen Anlagen und Privatmärkten. Zugleich wählen sie viel bewusster ihren Partner dafür. Gefragt sind Bodenständigkeit, Stabilität und Transparenz. Ein grosser Name allein reicht ihnen nicht.“ Unter Federführung von Stephen Kamp, Head of Southern Europe & Latin America, und mit Alberica Brivio Sforza als Leiterin des Private Banking in Italien positioniert sich Lombard Odier als spezialisierter Partner für Anlageverwaltung. Die Bank versteht sich dabei als natürliche Ergänzung für Unternehmer, die bei Darlehen und Unternehmensfinanzierungen bereits mit anderen Instituten zusammenarbeiten. Ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal ist dabei die Unabhängigkeit: „Wir sind Unternehmer, die an der Seite anderer Unternehmer arbeiten“, so Rochat abschliessend. „Daher sind unsere Interessen langfristig auf die unserer Kundinnen und Kunden ausgerichtet.“
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