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The CLIC® Chronicles: Das französische Start-up-Unternehmen Néolithe leitet das Ende der Abfalldeponierung ein

The CLIC® Chronicles: Das französische Start-up-Unternehmen Néolithe leitet das Ende der Abfalldeponierung ein
Nicolas Cruaud - Mitbegründer und geschäftsführender Direktor von Néolithe

Nicolas Cruaud

Mitbegründer und geschäftsführender Direktor von Néolithe

Erzählen Sie uns mehr über Néolithe. Womit haben wir es hier zu tun?

Néolithe ist ein junges industrielles Start-up-Unternehmen aus dem Loirebecken, das ein neues Verfahren zur Verarbeitung nicht wiederverwertbarer Abfälle mittels Fossilisation entwickelt hat. Damit soll das Zeitalter der Abfalldeponien beendet werden – und das auf eine ökologisch und wirtschaftlich tragbare Art und Weise.

 

Woher kam die Idee für Néolithe?

Die Idee kam von meinem Vater, Mitbegründer von - Néolithe und Steinmetz. Er zog eine Parallele zwischen den «Dinosaurierabfällen», die im Laufe der Zeit versteinerten, und den menschlichen Abfällen. Er fragte sich, ob man nicht eine Art beschleunigte Fossilisation dieser Abfälle vornehmen könnte, um daraus ein neues mineralisches Material zu machen.

 

Worin besteht Ihre Innovation und wie haben Sie sie entwickelt?

Néolithe verwandelt Abfall in Stein! Nach der Idee meines Vaters haben wir den «Fossilisator» entwickelt, eine kleine Fabrik, die nicht recycelbare Abfälle ohne Erhitzung in kieselsteinähnliches Mineralgranulat umwandelt. Diese Granulate können dann in der Bauwirtschaft wiederverwendet werden, insbesondere für die Herstellung von Beton und den Unterbau von Strassen.

Wir haben das Unternehmen 2019 gegründet und sind mittlerweile 60 Mitarbeitende, darunter überwiegend Ingenieure, Techniker und Chemiker. Sie arbeiten an der Verbesserung und Industrialisierung des Verfahrens. Unser Prototyp des Fossilisators kann derzeit 20 Tonnen Abfall pro Tag verarbeiten.

Unser Prototyp des Fossilisators kann derzeit 20 Tonnen Abfall pro Tag verarbeiten

Wieso ist das eine nachhaltige Innovation und welchen Einfluss können Sie ausüben?

Das Fossilisationsverfahren von Néolithe wurde unter ökologischen Gesichtspunkten entwickelt. In qualitativer Hinsicht vermeiden wir die absolut nicht nachhaltige Deponierung sowie die CO2-intensive Verbrennung von Abfällen. In quantitativer Hinsicht können wir durch die Fossilisation einer Tonne Abfall im Vergleich zur Deponierung 120 kg CO2 vermeiden und weitere 320 kg CO2 abscheiden und speichern; hierbei sprechen wir von einer Sequestrierung.

Die Fossilisation hat von Natur aus eine negative CO2-Bilanz, denn ihr CO2-Fussabdruck wird durch die von ihr bewirkte CO2-Sequestrierung mehr als ausgeglichen. Wenn wir alle nicht recycelbaren Abfälle in Frankreich mittels Fossilisation verarbeiten würden, könnten wir 5% der CO2-Emissionen aller Industrien in Frankreich vermeiden. Das ist enorm!

Können Sie die Etappen des Néolithe-Prozesses der "Fossilisierung" beschreiben?

Die Fossilisation besteht grob gesagt aus drei Schritten: Die Abfälle werden auf Mahlgrad gemahlen und dann mit von uns entwickelten mineralischen Bindemitteln versetzt. Nach Abschluss des Reaktionsprozesses wird das Material unter Druck zu Granulat geformt. Das Ganze geschieht ohne Erhitzung.

 

Kann jede Art von Abfall verwendet werden? Und welche Ergebnisse erzielen Sie?

Heute sind wir in der Lage, sogenannte gewöhnliche Industrieabfälle zu verarbeiten, also Abfälle aus einer Mischung von Kunststoffen, Holz, verschmutzten Kartons, Textilien usw. Die derzeitige Forschung und Entwicklung zielt darauf ab, auch Haushaltsabfälle, d.h. nicht wiederverwertbare Abfälle von Privathaushalten, zu verarbeiten.

 

Was geschieht danach mit dem Granulat? Wem gehört es, und ist es nachhaltig?

Die Anthropocite-Granulate, wie wir sie nennen, können als Ersatz in Beton und im Unterbau von Strassen verwendet werden. Bisher sind sie für die Verwendung in speziellen Betonprodukten zugelassen. Weitere Zulassungsverfahren sind im Gange. Diese Granulate sind selbst recycelbar, genauso wie natürliche Granulate. Der Betrieb, der sie sortiert und Eigentümer des Fossilisators ist, ist gleichzeitig Eigentümer der Granulate. Daher ist es dieser Betrieb, der die Granulate mit unserer Unterstützung an die Bauwirtschaft weiterverkauft.

 

Welches ist Ihr Markt? Worin besteht der wirtschaftliche Vorteil für Ihre Kundinnen und Kunden, wenn sie Néolithe verwenden?

Wir verkaufen unsere Fossilisatoren zunächst an Unternehmen, die Abfälle sortieren. Diese Unternehmen sind Betreiber von Sortieranlagen, die grosse Mengen an nicht wiederverwertbaren Abfällen am Ende der Produktionskette erzeugen. Sie schliessen den Fossilisator direkt an die Sortieranlage an, sodass sie den Abfall gleich vor Ort verarbeiten.

Für die Kundinnen und Kunden hat dies drei Vorteile:

Erstens können sie sich durch ihr erhöhtes Umweltengagement von ihren Mitbewerbern abheben – die ihren nicht recycelbaren Abfall auf Deponien oder in Abfallverbrennungsanlagen entsorgen.

Zweitens können sie bei der Verarbeitung von nicht wiederverwertbarem Abfall unabhängig werden, denn normalerweise sind sie auf den Betreiber der Deponie angewiesen, dessen Kapazitäten aufgrund der gesetzlichen Auflagen immer weiter eingeschränkt werden.

Drittens ist die Fossilisation billiger oder kostet gleich viel wie herkömmliche Entsorgungslösungen, deren Preis jedes Jahr aufgrund gesetzlicher Auflagen stark ansteigt.

Durch die Verarbeitung von Abfall zu Stein wird das Abfallproblem gelöst, während gleichzeitig ein neuer nützlicher Rohstoff entsteht und auch das CO2-Problem entschärft wird

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Warum ist es sinnvoller, Abfall zu Stein zu verarbeiten als zu etwas anderem?

Gegenwärtig ist die Verbrennung von gemischten Abfällen zur Energiegewinnung das Beste, was man tun kann. Das Problem ist, dass die gewonnene Energie sehr CO2-intensiv ist, sodass zwar das Abfallproblem, nicht aber das CO2-Problem gelöst wird. Durch die Verarbeitung von Abfall zu Stein wird nicht nur das Abfallproblem gelöst, sondern auch ein neuer nützlicher Rohstoff generiert und das CO2-Problem entschärft. Bis jetzt gibt es keine bessere Lösung!

 

Warum sollte man Néolithe-Granulate und nicht andere Granulate kaufen?

Die Anthropocite-Granulate sind recycelte Granulate, die keine negativen Auswirkungen auf die fossilen Ressourcen haben. Denn es wird immer schwieriger, neue Abbaugebiete zu erschliessen. Zudem sind diese Granulate von Natur aus CO2-negativ, d.h. anstatt einer CO2-Bilanz von 5kg CO2/t wie alle anderen Granulate weisen sie eine CO2-Bilanz von -300kg CO2/t auf. Dies ist auf die CO2-Sequestrierung zurückzuführen; sie erfolgt durch die Fossilisation. So können Bauprojekte mit diesen Granulaten CO2-neutral umgesetzt werden.

 

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Wer sind Ihre Mitbewerber auf nationaler und internationaler Ebene?

Bis jetzt haben wir noch keine vergleichbare Technologie gesehen. Die Konkurrenz besteht eher in der Abfallverbrennungstechnologie, die mittlerweile so ausgereift ist, dass man sie als Ersatz für die Deponierung einsetzen kann.

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Néolithe ist eigentlich ein Familien-Start-up. Es ist sozusagen das moderne Modell eines Familienunternehmens. Wie funktioniert Ihr Unternehmen?

Bei Néolithe arbeiten mein Vater, der Erfinder des Verfahrens, meine Mutter und bald auch mein Bruder mit mir zusammen. Für meinen dritten Teilhaber, Clément, war es anfangs nicht unbedingt einfach. Er musste sich uns gegenüber positionieren. Doch er hat seinen Platz schnell gefunden. Es ist gewissermassen die neue Version eines Familienunternehmens, denn mein Vater ist nicht der Gründer der Firma und hat sie daher auch nicht wie im traditionellen Modell an mich weitergegeben. Aus hierarchischer Sicht bin ich sein Boss, was natürlich alles andere als dem herkömmlichen Modell entspricht!

In fünf Jahren wird Néolithe auf internationaler Ebene expandieren. Die Fossilisation wird als die neue Referenztechnologie für die Verarbeitung aller nicht recycelbaren Abfälle anerkannt sein

Wie wird Néolithe in fünf Jahren aussehen? Welches sind Ihre Ziele und zukünftigen Märkte?

In fünf Jahren wird Néolithe auf internationaler Ebene, insbesondere in Europa, expandieren. Die Fossilisation wird als die neue Referenztechnologie für die Verarbeitung aller nicht wiederverwertbaren Abfälle anerkannt sein.

 

Und was ist Ihr Beitrag für eine bessere Abfallbewirtschaftung?

Ich denke, ich bin in Bezug auf das Thema Abfall kein gutes Vorbild. Ich kaufe immer noch viel in traditionellen Supermärkten ein. Dabei könnte man beispielsweise mit unverpackten Waren weniger Abfall erzeugen. Ich achte jedoch sehr auf die Abfalltrennung.

Wenn wir uns vorstellen, dass der nicht recycelbare Abfall entweder in unserem eigenen Garten vergraben oder im eigenen Kamin verbrannt wird, so werden wir uns der heutigen Praxis vielleicht bewusst. Das dürfte zur Sensibilisierung beitragen.

Wichtige Hinweise.

Die vorliegende Marketingmitteilung wurde von der Bank Lombard Odier & Co AG oder einer Geschäftseinheit der Gruppe (nachstehend “Lombard Odier”) herausgegeben. Sie ist weder für die Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung in Rechtsordnungen bestimmt, in denen eine solche Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung rechtswidrig wäre, noch richtet sie sich an Personen oder Rechtsstrukturen, an die eine entsprechende Abgabe rechtswidrig wäre.

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