Rückzug aus luftigen Höhen

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Rückzug aus luftigen Höhen

Auf einen Blick

  • Mit Unterstützung eines angespannten Arbeitsmarktes und fiskalpolitischen Stimulierungsmassnahmen erzielte die US-Wirtschaft 2018 ein Wachstum, das deutlich über ihrem Potenzial lag.
  • Obwohl der Ausblick auf 2019 positiv bleibt, ist eine Abschwächung zu erwarten, da die restriktivere Geldpolitik allmählich zum Tragen kommt und die positiven Steuereffekte nachlassen.
  • Für die USA prognostizieren wir 2019 ein BIP-Wachstum von 2,6%, also einen Rückzug von den luftigen Höhen von über 3% in den letzten Quartalen.

Es gibt kaum Zweifel, dass die US-Wirtschaft das Jahr 2018 mit einer starken zyklischen Dynamik beendet: Das Wachstum im Gesamtjahr wird voraussichtlich 3% erreichen, und die Arbeitslosenquote befindet sich auf dem tiefsten Stand seit mehreren Jahrzehnten. Die Stärke des Arbeitsmarktes ist besonders eindrucksvoll, wenn man bedenkt, dass trotz der niedrigen Arbeitslosigkeit in diesem Jahr durchschnittlich 210’000 neue Arbeitsplätze pro Monat geschaffen wurden – im laufenden Jahr waren es insgesamt 2,5 Millionen. Der Wirtschaft kam eine Positivspirale aus Beschäftigung, Lohnwachstum und Konsum in Verbindung mit einem gesunden Risikoappetit und einer expansiven Fiskalpolitik zugute.

Der Wirtschaft kam eine Positivspirale aus Beschäftigung, Lohnwachstum und Konsum in Verbindung mit einem gesunden Risikoappetit und einer expansiven Fiskalpolitik zugute.

Da die meisten dieser Faktoren intakt sind, ist der Ausblick auf 2019 positiv. Es wäre jedoch ein Fehler, einfach die jüngsten Trends zu extrapolieren, da einige der wichtigsten Faktoren gerade im Begriff sind, sich zu verändern. Einer dieser Faktoren ist die Geldpolitik, die das Wachstum in den kommenden Quartalen dämpfen dürfte. Denn wir erwarten, dass sich die Leitzinserhöhungen bis weit ins nächste Jahr fortsetzen werden.

Obwohl die Haltung des Federal Reserve (Fed) noch nicht besonders restriktiv ist, sind die Leitzinsen von 0,5% Ende 2016 bereits auf 2,25% gestiegen. Anders als in früheren Phasen des Zinserhöhungszyklus haben sich auch die langfristigen Zinsen deutlich nach oben bewegt und liegen jetzt über 3% (siehe Grafik 3). Zinssensitive Sektoren wie Wohnimmobilien werden allmählich in Mitleidenschaft gezogen (siehe Grafik 4) – ein Lehrbeispiel für die Auswirkungen einer strafferen Geldpolitik. Hinzu kommt, dass der breite USD-Index im laufenden Jahr deutlich erstarkt ist: Seit seinen Tiefständen vom April hat er rund 10% zugelegt und damit fast die gesamten Abwertungsverluste von 2017 wettgemacht.

Unter dem Strich bleiben die Wachstumsaussichten der USA robust. Ein Wachstumstempo, das deutlich über dem Potenzial liegt, kann aber nicht ewig anhalten.

Ein wichtiger Faktor ist auch, dass die fiskalpolitische Stimulierung, die das Wachstum derzeit noch stützt, Ende 2019 allmählich nachlassen wird. Da aufgrund des Ausgangs der Zwischenwahlen weitere Steuersenkungen so gut wie ausgeschlossen sind und höhere Infrastrukturausgaben in weiter Ferne liegen, dürfte die US-Wirtschaft künftig weniger Rückenwind durch die Fiskalpolitik erhalten.

Unter dem Strich bleiben die Wachstumsaussichten der USA robust. Ein Wachstumstempo, das deutlich über dem Potenzial liegt, kann aber nicht ewig anhalten. Die von uns prognostizierte Abschwächung – von 3,0% 2018 auf 2,6% 2019 – ist eine natürliche Etappe im Zyklus. Wir nähern uns der Phase, in der sich die Wachstumsraten der US-Wirtschaft wieder aus ihren luftigen Höhen zurückziehen.

Wichtige Hinweise.

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