Auf dem Weg zur Stabilisierung der Wachstumsdynamik 2019

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Auf dem Weg zur Stabilisierung der Wachstumsdynamik 2019

Stéphanie de Torquat - Macro Strategist

Stéphanie de Torquat

Macro Strategist

Auf einen Blick

  • Eine währungsbedingte Straffung der Geldpolitik hat das Wachstum in den Schwellenländern abgeschwächt. Doch der Zyklus ist noch jung, und die grossen Volkswirtschaften scheinen gegen Krisen gefeit zu sein.
  • 2019 werden in Lateinamerika politische Probleme im Vordergrund stehen, insbesondere in Mexiko, Brasilien und Argentinien.
  • In Asien dürften die Entscheidungsträger die Konjunkturabschwächung geordnet steuern, während in Indien das starke Wachstum durch die Unsicherheit im Zusammenhang mit den Parlamentswahlen und den anschliessenden staatlichen Ausgabenkürzungen gedämpft werden könnte.

2018 hielt vor allem für die Volkswirtschaften der Schwellenländer viele Herausforderungen bereit. Währungsabwertungen und ein entstehender Preisdruck in der Binnenwirtschaft zwangen eine Reihe von Zentralbanken dazu, mit der Straffung ihrer Geldpolitik zu beginnen.

Allerdings sind die schwächsten Länder der Schwellenregionen bereits dem Zusammenbruch nahe. Südafrika weist derzeit zwar einige beunruhigende Schwachstellen auf, die anderen grossen Volkswirtschaften scheinen aber vor Krisen gefeit zu sein. Die meisten Wirtschaftszyklen der Schwellenländer sind noch in einem jungen Stadium. Abgesehen von einigen Ländern, die an ihre Kapazitätsgrenzen stossen (Indien) oder überhitzen (Ungarn, die Philippinen), besteht nach wie vor interessantes Auswärtspotenzial. Ausserdem halten sich die Insolvenzrisiken infolge der verbesserten Leistungsbilanzen und höheren Devisenreserven in Grenzen.

Die meisten Wirtschaftszyklen der Schwellenländer sind noch in einem jungen Stadium. Abgesehen von einigen Ländern, die an ihre Kapazitätsgrenzen stossen (Indien) oder überhitzen (Ungarn, die Philippinen), besteht nach wie vor interessantes Auswärtspotenzial.

Eine positive Überraschung im globalen Umfeld würde daher einer Erholung der Schwellenländer den Weg ebnen. Das ist zugegebenermassen ein kühnes Szenario, das folgende Entwicklungen voraussetzt: eine klare Lösung der Handelskonflikte, eine stärkere weltweite Nachfrage, ein schwächerer US-Dollar sowie Ölpreise, die sich auf einem optimalen Niveau befinden, mit dem sowohl die Produzenten als auch die Konsumenten leben können. Wir erwarten in unserem Basisszenario eher eine Stabilisierung der wirtschaftlichen Wachstumsdynamik (siehe Grafik 9).

In Lateinamerika dürfte sich das Wachstum von einem tiefen Niveau aus erholen, wenn auch nur langsam aufgrund der angespannteren geldpolitischen und fiskalischen Rahmenbedingungen. Der Regierungsstil des mexikanischen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador („AMLO“) könnte ausländische Investoren abschrecken, und der brasilianische Präsident Bolsonaro erfüllt vielleicht nicht die hohen Erwartungen der Investoren in Bezug auf die Rentenreform. In Argentinien sind die Wahlen im Oktober 2019 eine grosse Herausforderung für Präsident Macri.

Asien würde am stärksten unter Handelsspannungen leiden, doch dank der starken Fundamentaldaten und des fiskalpolitischen Spielraums dürfte sich die Abschwächung langsam vollziehen, ohne dass es zu einem Kollaps kommt. In China werden die Lockerung der Geldpolitik und die bisherige Abwertung des CNY für eine graduelle Abschwächung sorgen. Eine Zahlungsunfähigkeit gehört nicht zu den Risiken. Indien dürfte 2019 die am schnellsten wachsende Volkswirtschaft Asiens bleiben, obwohl das politische Risiko wegen der im Mai angesetzten Wahlen steigen wird.

Russland schliesslich dürfte sich auf einer strukturell tiefen Basis weiter stabilisieren, obwohl die Ölpreise und die Sanktionen der USA weiterhin die grossen Unbekannten sind. In Ungarn und Polen dürften Anzeichen einer Überhitzung eine Abschwächung auslösen. Die Wirtschaft in der Türkei wird im Zuge einer Zahlungsbilanzkrise schrumpfen und Südafrika sich nach einer technischen Rezession 2018 durchwursteln.

Wichtige Hinweise.

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