Konsumsteuererhöhung – aller guten Dinge sind vier?

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Konsumsteuererhöhung – aller guten Dinge sind vier?

Homin Lee - Macro Strategist - Asien

Homin Lee

Macro Strategist - Asien

Auf einen Blick

Die Erhöhung der Konsumsteuer wird für den Ausblick Japans entscheidend sein. Doch ihre negativen Folgen sollten nicht überschätzt werden, da die Regierung diesmal besser vorbereitet zu sein scheint.
Der japanische Zyklus bleibt positiv. Das Wachstum dürfte sich im 4. Quartal solide erholen und die Beschäftigung weiter stark wachsen.
Wenn sich das externe Umfeld nicht wesentlich verschlechtert, wird die Bank of Japan (BoJ) ihre aktuelle Strategie der stillschweigenden Reduzierung der Wertpapierkäufe fortsetzen.

In einem Jahr wird Japan voraussichtlich mit dem anfänglichen Schock von Abes zweiter Konsumsteuererhöhung (von 8% auf 10%) konfrontiert sein. Angesichts der schwierigen Phase nach der ersten Erhöhung 2014 halten die meisten Beobachter dieses Ereignis für eine starke Einschränkung der Währungshüter. Wir sind anderer Meinung. Die Steuererhöhung fällt diesmal kleiner aus und ist die letzte Etappe von Abes Steuerreform. Wichtiger jedoch ist, dass die Regierung die Lektionen aus den letzten drei schmerzhaften Zinserhöhungen (1989, 1997 und 2014) gelernt hat. Neben der Gewährung von Ausnahmen für Nahrungsmittel (ohne Essen in Restaurants) und nichtalkoholische Getränke erarbeitet sie auch fiskalische Unterstützungsmassnahmen. Die extreme Detailtiefe einiger dieser Vorbereitungsarbeiten deutet darauf hin, dass ein starker Konsumrückgang vermieden werden kann.

Ausserdem ist der japanische Zyklus nach wie vor positiv, auch wenn unerwartete wetterbedingte Schocks die Daten für das 3. Quartal verzerrt haben.

Ausserdem ist der japanische Zyklus nach wie vor positiv, auch wenn unerwartete wetterbedingte Schocks die Daten für das 3. Quartal verzerrt haben. Im Oktober ist die Industrieproduktion stark gestiegen, das Volumenwachstum im Güterhandel rutschte wieder in den positiven Bereich, und das Beschäftigungswachstum beschleunigte sich insgesamt auf über 2% gegenüber dem Vorjahr (siehe Grafik 7). Da die Regierung damit begonnen hat, Katastrophenhilfe auszuzahlen, werden die öffentlichen Ausgaben im 1. Quartal 2019 deutlich ansteigen. Die Kombination aus einer zeitlichen Verschiebung des zweiten Ergänzungshaushalts für das Haushaltsjahr 2018, Abfederungsmassnahmen für die Konsumsteuer sowie der Fertigstellung von Projekten und Besucherströmen im Vorfeld der Olympischen Spiele 2020 wird dafür sorgen, dass die positive Arbeitsmarkt- und Konjunkturdynamik erhalten bleibt.

Wie wir im letzten Quartal geschrieben haben, dürfte in der restlichen Amtszeit von Abe die pazifistische Verfassung Japans geändert werden.

Wie wir im letzten Quartal geschrieben haben, dürfte in der restlichen Amtszeit von Abe die pazifistische Verfassung Japans geändert werden. Sicher ist das aber nicht, da die regierende Liberaldemokratische Partei keine klare Zweidrittelmehrheit im Oberhaus hat und im Sommer Neuwahlen bestehen muss. Die daraus resultierende Ablenkung von der Angebotspolitik könnte jedoch zu verkraften sein, da das Kabinett bereits viele wichtige Reformmassnahmen umgesetzt oder auf den Weg gebracht hat.

Dieses vielversprechende zyklische und strukturelle Umfeld bedeutet, dass die wahrscheinliche Konjunkturdelle als Folge der Steuererhöhung nicht tief genug sein wird, um die BoJ zu einer Änderung ihrer aktuellen Politik der stillschweigenden Drosselung der Anleihenkäufe zu veranlassen (siehe Grafik 8). Sie könnte sich auch von ihrem groben Mengenziel verabschieden und auf ein Kaufbudget für Exchange-Traded Funds (ETFs) umschwenken – und ihren Ausblick effektiv nicht verändern, sondern konkretere Signale in Bezug auf ihr künftiges Vorgehen aussenden, falls/wenn wirtschaftliche Aufwärtsrisiken sichtbar werden.

Wichtige Hinweise.

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