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Nachhaltige Wende: Wohin bewegt sich die Welt?

Nachhaltige Wende: Wohin bewegt sich die Welt?
Michael Urban - Deputy Head of Sustainability Research

Michael Urban

Deputy Head of Sustainability Research

Artikel veröffentlicht am 1. Dezember in l'AGEFI

Wir steuern derzeit auf eine Erderwärmung von ca. 3 Grad zu. Sollten jedoch die Zusagen anlässlich COP26 erfüllt werden, könnte sich die Erwärmung auf etwa 1,8 Grad begrenzen. Unsere Studie mit der Universität Oxford, die am 30. November 2021 veröffentlicht wurde, zeigt, welche Länder die Umstellung auf eine grüne Wirtschaft erfolgreich meistern dürften.

Mit zunehmender Umsetzung der Zusagen hinsichtlich der Umstellung auf eine «grüne» Wirtschaft wandeln sich die Risiken und Chancen der Nationalstaaten – und auch die von ganzen Regionen und Unternehmen. Auf Ebene der Realwirtschaft haben diese Transformationen auch einschneidende Folgen für die Portfolios der Anleger.

Mit zunehmender Umsetzung der Zusagen hinsichtlich der Umstellung auf eine «grüne» Wirtschaft wandeln sich die Risiken und Chancen der Nationalstaaten – und auch die von ganzen Regionen und Unternehmen

Covid-19: die Chancen für einen nachhaltigen Wiederaufbau nutzen

In unserer Studie mit der Universität Oxford untersuchten wir, wie sich die Wettbewerbsfähigkeit der Länder in jenen Sektoren entwickelt, die für die Umstellung auf eine nachhaltige Wirtschaft wichtig sind. Ferner analysierten wir, inwieweit die Länder ihre Konjunkturpakete für die Erholung nach Covid-19 auf einen nachhaltigeren Wiederaufbau ausgerichtet haben. Die Rettungspläne boten den Ländern die einmalige Gelegenheit, in emissionsarme Infrastrukturen zu investieren, technologische Kapazitäten auszubauen und Arbeitskräfte dabei zu unterstützen, neue Stellen mit nachhaltiger Ausrichtung zu finden und umweltschädliche Industriezweige zu verlassen.

Die Rettungspläne boten den Ländern die einmalige Gelegenheit, in emissionsarme Infrastrukturen zu investieren, technologische Kapazitäten auszubauen und Arbeitskräfte dabei zu unterstützen, neue Stellen mit nachhaltiger Ausrichtung zu finden und umweltschädliche Industriezweige zu verlassen

Unter anderem die Schweiz sorgt für die auffälligsten Ergebnisse dieser Studie: Seit 25 Jahren nimmt die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz im Welthandel mit nachhaltigen Produkten ab. Grund für diese Entwicklung ist die strategische Positionierung der Schweiz als ein Land, das auf hochwertige nachhaltige Dienstleistungen setzt – und weniger auf nachhaltige Industrie:

Heute zählt die Schweiz weltweit zu den Staaten, die am meisten Kapital für nachhaltige Wirtschaft anziehen. Auf nachhaltig verwaltetes Vermögen entfallen mehr als 20% der in der Schweiz verwalteten Anlagen. Diese wachsen zudem jährlich um über 30%1.

 

Erneuerbare Energien: ein in der Schweiz noch ungenutztes Potenzial

Die Schweizer Wirtschaft verfügt auch über ein noch ungenutztes erneuerbares Energiepotenzial. Höhere Investitionen in erneuerbare Energien könnten der Schweiz grössere Versorgungssicherheit bieten. Diese wiederum würden es ermöglichen, erneuerbare Energie nach Europa zu exportieren.

Während die Gaspreise in ganz Europa explodieren, sind die Kosten für Wind- und Solarenergie in den letzten zehn Jahren um 60% bzw. 80%2 zurückgegangen. Die Umstellung auf erneuerbare Energien ist daher nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch günstiger.

Die Umstellung auf erneuerbare Energien ist daher nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch günstiger

Führende Exporteure nachhaltiger Produkte

Deutschland und Grossbritannien sind die weltweit führenden Exporteure «grüner» Produkte. Die beiden Länder widmen einen höheren Anteil ihrer Konjunkturpakete nach Covid-19 dem Klimaschutz – ihre Perspektiven sind daher attraktiv. Auch Italien, Spanien und die Türkei überzeugen bei Wind- und Solartechnologie. Sie könnten Deutschland vielleicht sogar in den Schatten stellen.

China hat weltweit den grössten Anteil an nachhaltigen Exportprodukten – und verfügt über einen gigantischen Binnenmarkt. Die Stellung von China als Supermacht der erneuerbaren Energien vermag angesichts der Zurückhaltung gegenüber einem Kohleausstieg paradox erscheinen. Die Studie ist daher auch eine Aufforderung, diese Entwicklungen genau zu verfolgen. 

Auf der internationalen Bühne der Nachhaltigkeitswende gefährden Handelskonflikte und magere politische Ambitionen die Perspektiven der USA, Australiens und Brasiliens. Bei diesen Ländern erkennen wir auch einen Trend zur Verkürzung der Lieferketten und zur Einschränkung der Handelsbeziehungen, die sich „deglobalisieren“ könnten, um – besonders im Energiesektor – eine Selbstversorgung zu gewährleisten.

Trotz der unzureichenden Ergebnisse von COP26 besteht kein Zweifel, dass die Energiewende in vollem Gange ist und die Wirtschafts- und Finanzwelt auf den Kopf stellt.

 

2021_06_07_SSF_Rapport_sur_l_investissement_durable_en_suisse_2021_F_final_Screen.pdf (sustainablefinance.ch)
Predictors of Success in a Greening World von Lombard Odier und der Smith School of Enterprise and the Environment ("SSEE") an der Universität von Oxford

Wichtige Hinweise.

Die vorliegende Marketingmitteilung wurde von der Bank Lombard Odier & Co AG oder einer Geschäftseinheit der Gruppe (nachstehend “Lombard Odier”) herausgegeben. Sie ist weder für die Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung in Rechtsordnungen bestimmt, in denen eine solche Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung rechtswidrig wäre, noch richtet sie sich an Personen oder Rechtsstrukturen, an die eine entsprechende Abgabe rechtswidrig wäre.

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