Umdenken beim Impact Investing: die Dritte Dimension

Von Bertrand Gacon, Head of Impact Investing Lombard odier
Mittwoch 21 September 2016

Umdenken beim Impact Investing: das Kapital zu benutzen um „Gutes zu tun“ und eine Quelle für Finanzerträge zu sein?

Der Mensch unterscheidet sich von anderen Lebewesen unter anderem dadurch, dass er Mitgefühl empfinden kann – dass er das Leid anderer erkennen kann und sich für dessen Linderung einsetzen kann. Jedes Jahr wird weltweit sehr viel gespendet, und es wird immer mehr. Knapp ein Drittel der Weltbevölkerung berücksichtigt gemeinnützige Organisationen – ein Beweis für die Bereitschaft eine integrative Gesellschaft zu bauen

Im Vergleich zum Gesamtbetrag, der jeden Tag aus Ersparnissen und Anlageplänen investiert wird, ist der Anteil der wohltätigen Spenden jedoch nach wie vor verschwindend klein. Der algemeine Wert der Assets under Management erreichten im Jahr 2015 $71.4 trillion , ein Betrag, der auch eingesetzt werden könnte, um einen positiven sozialen Wandel zu bewirken. Was steht dem also entgegen?

Anlagen fussten in der Vergangenheit auf zwei Dimensionen: Rendite und Risiko. Daher beschränkte sich unsere Wahrnehmung des durch Anlagen geschaffenen Werts auf diese beiden Faktoren. Heute wird sich die Millenial-Generation indes allmählich bewusst, welch mächtiges Mittel Kapital sein kann, um einige der drängendsten Probleme der globalen Gesellschaft anzugehen. Dies erweitert unser Verständnis davon, was eine gute Anlage ausmacht, um eine dritte, die „Impact“-Dimension.

Unter Impact Investing versteht man heute die Mobilisierung von Kapital, um positive gesellschaftliche Veränderungen zu bewirken. Nachhaltige Anlagestrategien verbessern Lebensumstände, fördern unternehmerisch denkende Menschen und generieren Renditen für Anleger. Zu diesem Zweck wird in der Regel in gewinnorientierte Firmen investiert. Dabei handelt es sich primär um kleine und mittelgrosse Unternehmen in Entwicklungsländern, in denen sich die Unternehmen klar der Verbesserung der sozialen Verhältnisse verschrieben haben. So verschaffen sie etwa einkommensschwachen Bevölkerungsschichten Zugang zu Finanz- und grundlegenden Dienstleistungen, um die Armut zu bekämpfen.

In Afrika etwa haben Solarstromerzeuger spezielle Leasingprogramme entwickelt. Ziel ist, entlegene Gebiete, die nicht an das Hauptstromnetz angeschlossen sind und deren Bevölkerung sich keine Solarpanels leisten kann, mit Strom zu versorgen. Die Solarpanels sind zu einem für die Anleger wie auch die Endnutzer vorteilhaften Preis erhältlich.

Solche Initiativen haben einen enormen Einfluss auf lokale Gemeinschaften. Durch den Zugang zu Finanz- und grundlegenden Dienstleistungen ermöglichen sie unternehmerisch denkenden Menschen, ihr Einkommen aufzubessern. Dies wirkt sich wiederum nachweislich positiv auf die lokale Gemeinschaft aus. So besteht beispielsweise ein enger Zusammenhang zwischen dem Pro-Kopf-Stromverbrauch und dem Bildungsniveau. Studien zeigen, dass eine bessere Stromversorgung die Analphabetenrate verringert und den schulischen Erfolg verbessert. Überdies ist Solarstrom im Vergleich zu Petroleum eine günstigere, gesündere und erneuerbare Energiequelle.

Anders als bei philanthropischen Engagements bedeutet Impact Investing nicht, dass die Sparer Kompromisse beim Renditepotenzial eingehen müssen. Im Gegenteil: Bei Anlageentscheidungen die soziale Dimension einzubeziehen, gewinnt zusehends an Attraktivität. Es mehren sich die Belege dafür, dass ein enger Zusammenhang zwischen allen drei Anlagedimensionen – Rendite, Risiko und Wirkung – besteht. So dürfte es einem Unternehmen mit stark negativer Wirkung langfristig schwerfallen zu überleben (und umgekehrt). Verfügt ein Unternehmen über ein solides Geschäftsmodell und bewirkt es wirklich Sinnvolles, dürfte dies seine künftige Ertragskraft stützen. Dies gilt insbesondere für Firmen, die Finanz- oder grundlegende Dienstleistungen in wachstumsstarken Volkswirtschaften erbringen. Finanzieren Anleger solche Firmen, indem sie ihnen beispielsweise Kredite gewähren, können sie ihre Ziele gleich in allen drei Anlagedimensionen weltweit erreichen.

Zwischen seiner Lancierung im Jahr 2004 und Ende März 2016 ist der Mikrofinanzindex SMX jährlich um durchschnittlich 3,7% gestiegen. Zudem hat er sich in diesem Zeitraum stabiler entwickelt als Anleihen oder Aktien. Nachforschungen der Unternehmensberatung Cambridge Associates zufolge entspricht zudem die finanzielle Performance privater Impact-Anlagefonds jener vergleichbarer Fonds ohne soziale Wirkziele.

Mit guten Taten lässt sich also ebenso viel Gewinn erzielen wie mit zweidimensionalen Anlagestrategien. Dies erhöht die Attraktivität des Impact Investing als Kapitalanlage. Und steigert dessen Nachhaltigkeit – als Anlagephilosophie ebenso wie als Triebfeder für einen positiven gesellschaftlichen Wandel.

 

1 Charities Aid foundation, World Giving Index: 
2 The World Bank, Mutual Funds in Developing Markets, 2015:
3 Undesa, Electricity and Education: The benefits, barriers, and recommendations for achieving the electrification of primary and secondary schools, December 2014 (p8): 

 

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