Die Stiftung Lombard Odier prämiert fünf Projekte zwischen Spiritualität, Handwerkskunst und Leidenschaft mit dem  «Preis für ausserordentliche Reisen»

Die Stiftung Lombard Odier prämiert fünf Projekte zwischen Spiritualität, Handwerkskunst und Leidenschaft mit dem «Preis für ausserordentliche Reisen»

Die Fondation Lombard Odier hat den 18. Prix des Voyages Extraordinaires im Genfer Kulturzentrum für Nachwuchstalente L’Abri vergeben. Die Jury zeichnete fünf Reisevorhaben von sieben jungen Menschen aus, die vor einem Abschluss der nachobligatorischen Bildung stehen.

Am Mittwoch, den 17. Mai verlieh die Fondation Lombard Odier den 18. Prix des Voyages Extraordinaires. Bei diesem Anlass vergab sie fünf Preise für die Projekte sieben junger Westschweizer, die durch die Welt reisen und neue Menschen und Kulturen kennenlernen möchten. «Vor dem Eintritt in das Berufsleben kann eine ausserordentliche Reise ein sehr wichtiges Erlebnis sein. Der Preis soll Entdeckungsfreude und Unternehmungsgeist bei jungen Menschen fördern. Unser Planet weist eine unglaubliche Vielfalt auf. Die Jugend mit ihrer Wissbegierde, ihrem frischen Blick und ihrer Abenteuerlust ist wohl am besten geeignet, seine vielen verschiedenen Facetten zu erkunden», so Patrick Odier, Präsident der Fondation Lombard Odier.

Die renommierte Seglerin und Abenteurerin Peggy Bouchet ist Schirmherrin bei der diesjährigen Preisverleihung. Sie überreichte den Gewinnern fünf Stipendien im Wert von CHF 2'500.- bis CHF 6'500.-, mit denen die jungen Leute ihre Vorhaben verwirklichen können: «Ich bin stolz darauf, Schirmherrin des «Prix des Voyages Extraordinaires» zu sein. Mir liegen dieselben Werte am Herzen: Abenteuergeist, Wissbegierde, Offenheit für andere Kulturen, Gemeinsinn. Im heutigen vielfach unerfreulichen und beängstigenden Klima ist es wichtiger denn je, junge Menschen zu ermutigen, ihre Vorhaben auszuleben und ambitioniert ihre Träume zu verfolgen.»

Ziel des anlässlich des 200-jährigen Bestehens von Lombard Odier im Jahr 2000 ins Leben gerufenen Prix des Voyages Extraordinaires ist es, den Entdeckergeist von jungen Menschen, die am Ende ihrer nachobligatorischen Bildung stehen, zu fördern und sie dabei zu unterstützen, mehr über unsere Umwelt und deren Schutz zu erfahren und fremde Kulturen und Völker kennen und schätzen zu lernen. Seinen Ursprung findet der Preis in einem Auszug aus dem 7. Kapitel von Jules Vernes Buch «Von der Erde zum Mond». In diesem Abenteuerroman wird Lombard Odier als eine der Banken genannt, die diese fiktive Mondreise mitfinanzierten.

… In den Hauptstädten der Union wurden Subskriptionen aufgelegt, um sich zu Baltimore bei der Bank, 9 Baltimore-Street, zu zentralisieren; hierauf unterzeichnete man in den verschiedenen Staaten der beiden Weltteile:

Genf bei Lombard, Odier & Cie.;

Drei Tage nach dem Manifest des Präsidenten Barbicane waren in den verschiedenen Städten der Union vier Millionen Dollars zugeflossen …

Zweihundertsiebenundfünfzig Francs war der bescheidene Beitrag der Schweiz zum Werke Amerikas. Offen gesagt, die Schweiz erkannte nicht die praktische Seite der Unternehmung; sie konnte sich nicht vorstellen, dass das Hinaufsenden einer Kugel in den Mond geeignet wäre, Geschäftsverbindungen mit dem Gestirn der Nacht zu gründen, und es kam ihr unklug vor, in eine so gewagte Unternehmung Geld zu stecken. Nach Allem hatte die Schweiz vielleicht Recht.

Der Prix des Voyages Extraordinaires richtet sich an alle jungen Menschen der Westschweiz, die vor einem nachobligatorischen Schulabschluss stehen. 2017 nahmen 40 Schüler mit insgesamt 25 Projekten teil. «Der Preis steht allen Westschweizer Kantonen offen. Wir stellen jedoch fest, dass die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer aus Genf stammt und das Gymnasium besucht», erklärt Olivier Maradan, Generalsekretär der Interkantonalen Erziehungsdirektorenkonferenz der französischen Schweiz und des Tessins (CIIP) und Mitglied der Jury. «Wir würden uns sehr freuen, wenn 2018 verstärkt Jugendliche aus den Kantonen Waadt, Wallis, Freiburg, Neuenburg, Jura und Bern teilnehmen würden.» Bewerbungen für die Preisvergabe 2018 sind ab Herbst 2017 möglich (www.prixdesvoyagesextraordinaires.ch).

Preisträger des 18. Prix des Voyages Extraordinaires (Vergabe 2017)

1. Preis: «Begegnungen mit Handwerkern (Mongolei – Altai)»

Tamara Bertoletti und Christophe Domec vom Genfer Collège Calvin suchen die Begegnung mit Handwerkern in der Mongolei. Ihre Reise werden sie mit dem Fahrrad antreten. Dabei wollen sie nicht nur Zuschauer, sondern auch selbst Akteure sein. Sie werden bei Handwerkern wohnen, um einen Einblick in deren Know-how, Geschick und Verwirklichungen zu erhalten. Mit Schreiben, Zeichnen und Fotografieren wollen sie nicht nur ihre Begegnungen festhalten, sondern auch die Techniken, die sie beobachten dürfen.

2. Preis: «Auf der Suche nach dem Glück (ein Triptychon über drei Kontinente)»
Inspiriert durch das Buch «Eat, Pray, Love» hat Juliette Ruf vom Genfer Collège de Saussure beschlossen, das Glücksverständnis in drei Ländern zu erforschen: Indien, Neuseeland und Costa Rica. Sie interessiert sich für Menschen und hat vor, Psychologie zu studieren. Die Suche nach dem Glück ist ein Thema, das sie besonders begeistert. In der ersten Phase ihrer Reise geht es ihr darum, zu beobachten und zu erleben, wie Glück mithilfe einer Utopie zu verwirklichen ist. Mit einer Autotour durch Neuseeland will Juliette Ruf dann das Experiment Glück auf einer anderen Ebene fortführen, bevor sie sich abschliessend in der Freiwilligenarbeit zum Schutz des einzigartigen Ökosystems Costa Ricas versucht.

3. Preis: «Die vertikale Oper»
Camila Acevedo vom Berufsbildungszentrum für Kunst (CFPA) möchte durch die Welt reisen und dabei tun, was sie liebt: klettern. Die Etappen ihres Abenteuers will sie durch Schreiben, Fotografieren und Zeichnen verewigen. Dabei möchte sie Kletter-Communities in Südamerika, Ozeanien und Afrika kennen lernen. Dort kann sie sich mit grundverschiedenen Kletterstilen und Steinqualitäten vertraut machen. Ihr Abenteuer soll ein Jahr umspannen, denn sie will nach siebenmonatiger Vorbereitung sechs Monate lang unterwegs sein.

4. Preis: «Reise in spirituelle Höhen»
Das zentrale Thema der Reise von Alexis Girardet vom Genfer Collège Rousseau ist Meditation. Daraus ergibt sich auch die Wahl der Länder und Orte, die er aufsuchen will: Indien und Nepal mit ihren Aschrams. Doch Alexis Girardet will nicht nur die ausgefallensten Orte zum Meditieren aufsuchen, sondern auch die beiden Länder mit ihrer faszinierenden Geschichte und Kultur erkunden und ihren Geheimnissen nachspüren. Dabei möchte er vornehmlich öffentliche Verkehrsmittel benutzen, um Begegnungen mit Einheimischen zu begünstigen.

5. Preis: «Auf der Suche nach glücklicher Genügsamkeit»
Fasziniert von «Glückliche Genügsamkeit», einem Buch von Pierre Rabhi, haben Alexandra Bolea und Leo Schmidt vom Collège Emilie-Gourd beschlossen, nach Indien, Nepal und Japan zu reisen. Damit wollen sie dem im Buch beschriebenen Konzept eines alternativen, weniger stressbeladenen Lebensstils folgen. Durch den Besuch bedeutender spiritueller Stätten und das Leben unter Einheimischen möchten sie an einer menschlichen Erfahrung teilhaben, die über eine einfache Reise hinausgeht. Die Suche nach Einfachheit und Mässigung sind Werte, die sie in diesen drei Ländern, in denen Spiritualität eine zentrale Rolle spielt, zu vertiefen wünschen.