Die Messlatte liegt höher: Solides Wachstum ist die neue Norm

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Die Messlatte liegt höher: Solides Wachstum ist die neue Norm

Auf einen Blick

  • Nach der Erholung hat sich eine wirtschaftliche Expansion fest etabliert, auch wenn das Wachstum von sehr hohen Niveaus aus etwas nachzulassen scheint.
  • Bisher gibt es kaum Anzeichen für eine Inflation, sodass die Europäische Zentralbank (EZB) die Änderung der Geldpolitik hinausschieben kann.
  • Da dennoch ein gewisser Preisdruck besteht, ist eine geldpolitische Anpassung in den kommenden Monaten wahrscheinlich.

Das anhaltend starke Wachstum in der Eurozone hat die meisten der noch bestehenden Zweifel hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Erholung beseitigt. Marktteilnehmer und Währungshüter haben ihre Prognosen seit Herbst 2017 deutlich angehoben. Wir erwarten nach wie vor, dass 2018 ein Wachstum von 2,5% erzielt werden kann. Die Belege für den Aufschwung sind breit gestreut: Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Investitionen ziehen an, die Unternehmensgewinne steigen, und die Staatsfinanzen verbessern sich.

Die zyklischen Indikatoren schwächen sich zwar etwas ab (siehe Grafik VI), was angesichts des extrem hohen Niveaus gegen Ende 2017 – das einem jährlichen BIP-Wachstum von über 3% entsprach (verglichen mit einem geschätzten Potenzial von knapp über 1%) – keine Überraschung ist. Unser Ausblick bleibt jedoch sehr freundlich, da die wichtigsten Treiber der europäischen Expansion weiterhin intakt sind: expansive Geldpolitik, lockerere Kreditbedingungen, immer noch eine gewisse Überkapazität, eine wachstumsfreundlichere Fiskalpolitik und eine stärkere Auslandsnachfrage.

Allerdings könnte das „Goldilocks“-Umfeld – starkes Wachstum und niedrige Inflation – nicht mehr lange Bestand haben. Umfragen haben ergeben, dass die Lieferketten stark beansprucht werden (siehe Grafik VII), und die Arbeitgeber signalisieren, dass sie die Löhne anheben wollen, da sich die Lage am Arbeitsmarkt weiter verbessert. Der jüngste Tarifabschluss in Deutschland zwischen dem Arbeitgeberverband und der Industriegewerkschaft Metall war hierfür ein Beispiel. Da die Arbeitsmarktreserven weiter abgebaut werden, wird ein Inflationsanstieg immer wahrscheinlicher.

Dieser Prozess wird zwar langsam ablaufen. Wir erwarten aber erhebliche geldpolitische Auswirkungen in den kommenden Quartalen. Ein Krisenplan ist für die EZB jetzt weniger angebracht. Sie hat bis September ein Bekenntnis zur quantitativen Lockerung abgegeben. Bis dahin erwarten wir eine gewisse Klarheit über den zukünftigen Weg. Wir rechnen damit, dass die EZB ihre Wertpapierkäufe bis Jahresende einstellen und Anfang 2019 mit den Leitzinserhöhungen beginnen wird.

Entgegen den Erwartungen haben sich politische Faktoren im vergangenen Jahr kaum auf die Wirtschaft der Eurozone ausgewirkt. Eurospezifische Themen (wie die politische Unsicherheit in Italien) und externe Treiber (insbesondere Protektionismus) bestehen dagegen nach wie vor – und das bedeutet, dass das politische Risiko weiter beobachtet werden muss. Doch solange wir keine klaren Anzeichen einer Verschlechterung sehen, gehen wir davon aus, dass der zunehmend soliden Wirtschaft der Eurozone mehr Gewicht beigemessen wird als den zuweilen heftigen politischen Turbulenzen.

Wichtige Hinweise.

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