„Building back better“ – von der Krise in eine nachhaltige Zukunft

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„Building back better“ – von der Krise in eine nachhaltige Zukunft

Christopher Kaminker, PhD - Head of Sustainable Investment Research & Strategy<br/>Lombard Odier Investment Managers

Christopher Kaminker, PhD

Head of Sustainable Investment Research & Strategy
Lombard Odier Investment Managers
Kristina Church - Head of CLIC™ (Sustainable) Solutions

Kristina Church

Head of CLIC™ (Sustainable) Solutions

Fest steht: COVID-19 hat bereits immense Auswirkungen auf die Weltgesellschaft und wird dies auch weiterhin haben. Daher halten wir es für wichtiger denn je, sich auf Nachhaltigkeit zu konzentrieren. Der Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft ist bereits im Gange – angetrieben durch positive Marktkräfte wie Regulation und Technologie oder den sich veränderten Bedürfnissen der Konsumenten und dem Druck der Anleger. All diese Elemente arbeiten im Einklang, um die Revolution zu beschleunigen.

Die gegenwärtige Krise könnte das Tempo dieses Übergangs bremsen. Wir aber sind überzeugt, dass  gerade jetzt und mit Hilfe einer konzertierten Reaktion der politischen Entscheidungsträger die Chancen für ein „Building back better“ gut stehen. Das bedeutet konkret, eine gesündere, widerstandsfähigere Wirtschaft mit Netto-Null-Emissionen aufzubauen, die nachhaltig wirtschaftlichen Wohlstand fördert.

Wir glauben, dass mit einer konzentrieren Reaktion der politischen Entscheidungsträger jetzt die Gelegenheit besteht, „besser wieder aufzubauen“.

Aus diesem Grund unterstützt unser Geschäftsführender Teilhaber, Hubert Keller, die Empfehlungen der Energy Transitions Commission (ETC), deren Mitglied Lombard Odier ist. Zu den 7 Empfehlungen, die in der COVID-19-Erklärung "7 Prioritäten zur Erholung der globalen Wirtschaft" festgelegt sind, gehören:

  1. Intensiv in erneuerbare Energien investieren
  2. Nachhaltiges Bauen durch grüne Gebäude und ökologische Infrastrukturen vorantreiben
  3. Unterstützung des Automobilsektors bei gleichzeitigem Streben nach sauberer Luft
  4. Die zweite Welle staatlicher Förderprogramme von Unternehmen von Klimaverpflichtungen abhängig machen
  5. Innovative CO2-arme Aktivitäten gezielt unterstützen
  6. Beschleunigung des Übergangs zu einer postfossilen Energiekultur
  7. Effiziente Steuerung und Preisregulierung von CO2-Emissionen
Wir befürworten die Empfehlungen der COVID-19-Erklärung „7 Prioritäten zur Erholung der globalen Wirtschaft“ der Energy Transitions Commission.

Suche nach Gewinnern

Wir bei Lombard Odier erachten es von entscheidender Bedeutung, Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt unserer Anlagestrategien zu stellen. Unser Engagement im Bereich nachhaltige Anlagen entspricht dem Bedürfnis von Unternehmen, auch in Zukunft zu wachsen. Deshalb sind wir ständig daran, Unternehmen zu erkennen, die sich weiterentwickelt haben und sich nicht mehr ausschliesslich am Gewinn orientieren. Im Fokus dieser Unternehmen stehen heute besonders die Menschen und der Planet. Gerade in Zeiten, die von Herausforderungen und Unsicherheit geprägt ist, entspricht das dem Bedürfnis von Unternehmen und Anlegern, in Zukunft nachhaltig Gewinne zu erzielen. Diese Adler erzielen eine überdurchschnittliche Outperformance und ermöglichen unsere Kunden starke, nachhaltige Anlagerenditen.


Wachstum ohne negative Auswirkungen

Unsere Welt ist mit zahlreichen Herausforderungen und Ungleichheiten konfrontiert – sei dies als Folge von Klimaschäden, Pandemien oder Veränderungen der biologischen Vielfalt. Unsere derzeitige Wirtschaft ist „WILD“ (Wasteful, Idle, Lopsided & Dirty) – und damit alles andere als nachhaltig. Daher ist die Anpassung und der Übergang zu einem nachhaltigeren Wirtschaftsmodell, das Wachstum ermöglicht bei gleichzeitig weniger negativen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft, von entscheidender Bedeutung. Wir bezeichnen das Entkopplung.

Wir sind ständig daran, Unternehmen zu identifizieren, die ihr Geschäftsmodell weiterentwickelt haben und sich nicht mehr nur an Gewinnen orientieren, sondern genauso auf Mensch und Planet.

Wenn wir mehr aus den uns verfügbaren Ressourcen herausholen können und von unserer verschwenderischen Wirtschaft zu einem Kreislaufsystem übergehen, indem wir das BIP von den Rohstoffen entkoppeln, können wir produktiver werden. Dimitri Zenghelis, Projektleiter „The Wealth Economy“ am Bennett Institute der Universität Cambridge, sagte: „Innovationen in den Bereichen Produktionseffizienz und Rohstoffnutzung, verknüpft mit Leasing, Weitergabe, Recycling und Wiederverwendung, ermöglicht es uns, mehr aus den Ressourcen herauszuholen, die wir haben. Mehr Wohlstand erfordert nicht mehr Rohstoffe.“ Bei Lombard Odier nennen wir das die CLIC-Wirtschaft (Circular, Lean, Inclusive & Clean). Um den Fortbestand unserer Gesellschaft und das künftige Wirtschaftswachstum zu sichern, müssen wir zu einer CLIC-Wirtschaft übergehen. Dieses Modell stützt sich auf effiziente Produktion und effizienten Konsum und basiert auf den Prinzipien der „Share Economy“ – der gemeinsamen Nutzung der Wirtschaft. Damit wird die Anhäufung ungenutzter Vermögenswerte reduziert.


Druck nach der COVID-19-Krise

Die COVID-19-Pandemie gefährdet Existenzen. Sie ist Auslöser für eine neue Reflexion über gesunde Beziehungen in Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft. Es sind deshalb Ideen gefragt, wie wir möglichst schnell und sicher aus dem wirtschaftlichen Stillstand herauskommen. Doch der klarere Himmel, der geringere Verkehr auf den Strassen und die überzeugenden wissenschaftlichen Beweise für einen Zusammenhang zwischen COVID-19 und klimabedingten Herausforderungen unserer Weltgesellschaft lenken den Fokus nachdrücklich auf die Notwendigkeit einer nachhaltigen Erholung.

Der Druck der Konsumenten und Anleger, die von Unternehmen mehr Verantwortung verlangen, lässt sich bereits identifizieren und unterstreicht die wachsende Bedeutung eines dreifachen Ansatzes: Unternehmen sollen sich genauso auf die Menschen und den Planeten fokussieren – nicht nur auf Profit.

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Vermögensverwalter sollten sich daher auf Veränderungen in den Mustern des Wirtschaftswachstums einstellen. Wir erwarten eine beschleunigte Entwicklung der schlankeren, effizienteren und kreislauforientierten Fertigungs- und Lieferketten. Die erweiterten Möglichkeiten, die sich aus der zunehmenden Konnektivität und Digitalisierung ergeben, eröffnet Unternehmen ein neues erfolgreiches Kapitel. Viele dieser Veränderungen waren bereits vor der Pandemie im Gange. Doch hat die Krise die Notwendigkeit mit sich gebracht, sich auf Anpassung und Widerstandsfähigkeit zu konzentrieren. Dass diesen Werkzeugen in Zukunft noch mehr Bedeutung zukommen wird, verdeutlicht die COVID-19-Krise fraglos.


Wachstum ohne negative Auswirkungen

Der globale Lockdown hat weltweit zu einem drastischen Rückgang an Emissionen geführt. Dieser Rückgang entspricht allerdings nur dem, was bis 2050 jährlich erforderlich ist, um die anspruchsvollen Klimaziele des Pariser Abkommens zu erreichen.

Wird die Welt nach dem Lockdown wieder zu „Business as usual“ zurückkehren? Und gehen wir dann von der Krise zurück zur Klima-Krise? Das ist möglich. Allerdings erwarten wir eine signifikante Verhaltensänderung in vielen Branchen und einen neuen Normalzustand.

Wir erwarten einen Rückgang der Transportnachfrage, einen Anstieg der Nachfrage nach virtuellen Technologien und eine Neuausrichtung auf grüne Basistechnologien. Mit der richtigen Politik und Fortschritten in Technologie bei erneuerbaren Energien und Batterien, die sauberer und gleichzeitig preisgünstiger werden, sind wir überzeugt, dass der globale Notstand die Chance bietet, die Nachhaltigkeitsrevolution zu beschleunigen.

Wird die Welt wieder zu einem „Business as usual“ zurückkehren und die Emissionen ansteigen lassen? Vielleicht. Wir aber erwarten eine deutliche Verhaltensänderung in zahlreichen Branchen und eine neue Normalität.

Innerhalb weniger Wochen stürzten die Benzinpreise auf historische Werte ab. Wir bei Lombard Odier sind der Meinung, dass die Befürwortung seitens der Verbraucher von saubererer Mobilität, einem bewussterem Konsum und nachhaltigen Transportsystemen jedoch stark genug sind, um die Attraktivität niedriger Benzinpreise abzuschwächen. Unseres Erachtens bietet der Übergang zu sauberem Transport, umweltfreundlichen Gebäuden, dematerialisierter Fertigung, kürzeren Lieferketten und nachhaltigeren Energiequellen daher attraktive Anlagechancen. Wir glauben auch, dass eine zukunftsorientierte, qualitative Analyse von wesentlicher Bedeutung ist. Damit lassen sich Unternehmen ermitteln, die am besten in der Lage sind, den Wandel erfolgreich zu vollziehen.


Grünes Wachstum vorantreiben

Die gegenwärtige Pandemie ist ebenso Ausdruck des Klimawandels wie extreme Klimaereignisse. Sie erfordert eine starke regulatorische Antwort, damit uns nach der Krise ein Wiederaufbau zum Besseren hin gelingt. Die ersten Sofortmassnahmen zur Bewältigung der Krise konzentrierten sich wenig auf Nachhaltigkeit. Das bedeutet nicht, dass sie von der politischen Agenda gestrichen wurde – im Gegenteil. Wir gehen davon aus, dass Nachhaltigkeit auf dem Radar der Investoren und Konsumenten deutlich sichtbar sein wird – noch vor dem regulatorischen Impuls.

Die zweite Runde der Konjunkturpakete dürfte einen Schub für grüne Infrastrukturen und Technologien bringen. Wir sind davon überzeugt, dass alle Konjunkturprogramme, die zum Aufbau einer gesünderen, widerstandsfähigeren Wirtschaft mit Netto-Null-Emissionen beitragen, zu nachhaltigem wirtschaftlichem Wohlstand führen werden.

Wir sind überzeugt, dass alle Konjunkturprogramme, die zum Aufbau einer gesünderen, widerstandsfähigeren Wirtschaft mit Netto-Null-Emissionen beitragen, nachhaltig zu wirtschaftlichem Wohlstand führen wird.

In einer kürzlich publizierten Studie der Oxford Smith School of Enterprise and the Environment wird argumentiert, dass die aus der Krise resultierenden Förderpakete „einen signifikante Einfluss darauf haben werden, ob die weltweit vereinbarten Klimaziele erreicht werden.“ Andernfalls bleiben wir in der Logik ebendieser Märkte gefangen. Was wir der Studie zufolge tun müssen ist Kapital von Subventionen für fossile Brennstoffe in erneuerbare Energien umschichten. Denn: «Grüne Projekte schaffen mehr Arbeitsplätze, generieren im Vergleich zu traditionellen Konjunkturpaketen kurzfristig höhere Erträge je ausgegebenem Dollar und führen langfristig zu grösseren Kosteneinsparungen», so die Studie.

Die Strategie von Lombard Odier für die Klimawende argumentiert, dass wir den Knoten der fossilen Brennstoffe, der sich in allen Regionen der Weltwirtschaft verflochten hat, lösen müssen. Wir müssen Kapital nicht nur Anbietern CO2-armer Lösungen bereitstellen, sondern auch kohlenstoffintensiven Sektoren, deren Emissionen schwer einzudämmen sind. Diese Branchen werden für das künftige Wirtschaftswachstum benötigt, müssen aber dringend zu einem nachhaltigeres Modell übergehen.

Wir müssen Kapital nicht nur für klimafreundliche Unternehmen bereitstellen, sondern auch für kohlenstoffintensive, schwer abzubauende Industrien. Denn werden sie für das zukünftige Wirtschaftswachstum genauso benötigt, müssen aber dringend zu einem nachhaltigeren Modell übergehen.

Auf Chancen setzen

Wir sind überzeugt, dass das Ausmass, die Grösse und die Dringlichkeit der Klimawende trotz der derzeitigen Krise zahlreiche Anlagechancen bieten.

Die Wende hin zu einer Wirtschaft, die CO2-arm und widerstandsfähiger gegen Klimaherausforderungen ist, hat längst begonnen. Zugleich werden heute Marktkräfte als Treiber des Wandels wichtiger als die Regulation politischer Entscheidungsträger. Technologische Innovation beschleunigt diesen Wandel.

Das wiederum veranlasst Anleger, die Chancen im Klimabereich besser zu erkennen. Zugleich ändern sich Verbraucherpräferenzen und lenken die Kaufkraft hin zu Unternehmen und Lebensstilen mit mehr Nachhaltigkeit. Zusätzlich lenkt die zunehmenden Performance von Unternehmen mit den am stärksten ergebnisorientierten ESG-Kennzahlen den Anlagefokus noch stärker auf die Nachhaltigkeitsrevolution.

Indem wir Unternehmen ermitteln, die in der Lage sind ihr Geschäftsmodell zu ändern oder an Nachhaltigkeitsstandards anzupassen, können wir Branchen und Unternehmen ausfindig machen, die in der Zukunft erhebliche Renditen erwirtschaften dürften. Wir bei Lombard Odier setzen dabei auf Unternehmen, die sich in Richtung Digitalisierung, Virtualisierung und Robotisierung der Wirtschaft bewegen – nicht nur im IT-Sektor, sondern in allen Bereichen.

Technology ist die Schlüsselspiele des Wandels. Sie wird der Wegbereiter sein, wenn es darum geht, die Konnektivität für die Fernarbeit zu optimieren, damit die Transportsysteme immense Nachfrageschwankungen besser bewältigen können und eine künftige Ausbreitung des Virus überwacht werden kann.

Digitalisierung: Treiber des Wandels

Nachhaltigkeit dürfte nach der Krise in vielen Unternehmen neu betrachtet werden. Das könnte Chancen haben für die agilsten Unternehmen, die nun rasch Massnahmen ergriffen haben, darunter auch für Firmen aus dem Technologiesektor.

Die Technologie wird der Wegbereiter sein, wenn es darum geht, die Konnektivität bei der Arbeit an entfernten Standorten zu verbessern, damit die Transportsysteme in die Lage versetzt werden, immense Nachfrageschwankungen besser zu bewältigen und eine zukünftige Ausbreitung des Virus zu überwachen.

Ferner spielen digitale Technologien und FinTech eine Schlüsselrolle bei der Förderung der finanziellen Inklusion und Kosteneffizienz in aufstrebenden Märkten.

Die Digitalisierung erachten wir, solange ihr Wachstum entkoppelt gesteuert wird, als einen unumkehrbaren Trend von übergeordneter Bedeutung. Denn dieser ermöglicht zukünftiges Wirtschaftswachstum und treibt die Nachhaltigkeitsrevolution weiter voran.

Wichtige Hinweise.

Die vorliegende Marketingmitteilung wurde von der Bank Lombard Odier & Co AG oder einer Geschäftseinheit der Gruppe (nachstehend “Lombard Odier”) herausgegeben. Sie ist weder für die Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung in Rechtsordnungen bestimmt, in denen eine solche Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung rechtswidrig wäre, noch richtet sie sich an Personen oder Rechtsstrukturen, an die eine entsprechende Abgabe rechtswidrig wäre.

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