Die Landwirtschaft zählt wegen der Abholzung, Wasservergeudung und Treibhausgasen zu den klimaschädlichsten Branchen.

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Von Bertrand Gacon, Head of Impact Office, Lombard Odier

Die Landwirtschaft zählt wegen der Abholzung, Wasservergeudung und Treibhausgasen zu den klimaschädlichsten Branchen. Wie kann sie noch mehr produzieren und gleichzeitig den Klimawandel dämpfen? 

Die kritische Einstellung von Donald Trump zur globalen Erderwärmung hat paradoxerweise den Klimawandel wohl weit stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt als alles andere. Man kann kaum noch in die Zeitung blicken, soziale Medien durchstöbern oder den Fernseher anschalten, ohne mit grünen Strategien konfrontiert zu werden. Kaum jemand wird Ihnen widersprechen, wenn Sie das Weisse Haus als grösste Gefahr für die Klimarettung bezeichnen. Doch die wirkliche Gefahr lauert anderswo – in der Viehwirtschaft mit ihren Abermillionen von Kühen.

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Die für Wirtschaft und Gesellschaft bedrohlichen Kohlenstoffemissionen wurden angegangen, die Vorschriften geändert. Die Finanzmärkte haben sich angepasst. 223 Länder haben sich 2016 – ein Meilenstein auf dem Weg zur Verringerung der Treibhausgase – verpflichtet, den Pariser Klimavertrag zu ratifizieren. Dieser soll die Erderwärmung auf weniger als 2°C begrenzen. Gerade bei der Energienutzung setzte darauf ein Umdenken ein. Im Alltag ist dies bereits spürbar: Versorger setzen intelligente Messtechnik ein; Plastiktüten im Supermarkt sind nicht mehr umsonst erhältlich und Schulen lassen Kinder während der Pause nicht mehr draussen spielen, wenn die Luftbelastung zu hoch ist.

Das drückt sich auch in den Anlageportfolios aus. So werden fossile Brennstoffförderer aus Angst vor „verlorenen Investitionen“ wie Erdölvorkommen in ihren Bilanzen, die nach Ratifizierung des Pariser Abkommens unwirtschaftlich werden, mittlerweile mit anderen Augen gesehen. Manche Anleger haben sich sogar komplett von diesem kohlenstoffintensiven Sektor abgewendet.

Doch, selbst wenn die Menschheit keine einzige zusätzliche Einheit fossiler Energie konsumiert, würden wir die Zweigradgrenze des Pariser Klimaabkommens spätestens 2030 brechen. Warum? Wegen Flora, Berta und Bella, oder wie unsere Kühe sonst noch heissen.

Die Viehhaltung produziert gemäss der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen  (FAO) 18% der Treibhausgase in CO2-Äquivalenten. Andere Schätzungen sehen dies weit weniger optimistisch. World Watch rechnete bereits 2009 in einem Bericht vor, dass Vieh für 51% der jährlichen Treibhausgasemissionen  verantwortlich ist, wenn der Lebenszyklus, die Lieferkette und die Nebenprodukte der Viehhaltung mitberücksichtigt werden. Die Abholzung, der bereits 50% der Wälder auf der Erde zum Opfer fielen, verursacht etwa 11% der menschgemachten Emissionen, was in etwa dem Gesamtausstoss aller Privat- und Nutzfahrzeuge auf dem Planeten entspricht . Und jährlich werden grössere Flächen abgeholzt, um Weideland und dem Anbau für den wachsenden Welthunger Platz zu machen.

Die Viehzucht verbraucht auch andere lebenswichtige Ressourcen wie Wasser in grossen Mengen. Schätzungsweise 3'000 Liter Wasser werden für einen einzigen Hamburger benötigt. Menschen sollten täglich 2 Liter Wasser trinken, der Burger entspricht also der Trinkwasserration für 1'500 Tage oder 4,1 Jahre.

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Wächst die Weltbevölkerung erwartungsgemäss bis 2050  um weitere 32%, dürften der Viehbestand und dessen Treibhausgasemissionen sich verdoppeln. Der Gasausstoss unterliegt immer strengeren Vorschriften und die Rohstoffe für die Lebensmittelproduktion – Wasser und Land – werden immer knapper. Wir müssen als Erdenbürger in punkto Lebensmittelproduktion und Landwirtschaft also unweigerlich umdenken.

Die für eine klimaschonendere Landwirtschaft erforderlichen Umwälzungen eröffnen Privatanlegern aber erhebliche Chancen. Das Weltwirtschaftsforum schätzt, dass eine Begrenzung der Erderwärmung auf 2°C zusätzliche Investitionen in eine kohlenstoffarme Wirtschaft von USD 700 Milliarden erfordert, jährlich. Massgeblich hierfür wird die Reduktion der Treibhausgasemission in der Agrarwirtschaft sein.

Die besten Anlagen zur Dämpfung des Klimawandels oder zur Anpassung daran sind jene, die auch aus wirtschaftlicher Warte Sinn machen. Dieses neue Regime wird innovative Gewinner hervorbringen – all jene, deren Produkte und Dienstleistungen Klimarisiken mindern und die Brennstoffeffizienz erhöhen. Denn solche Neuerungen können die Betriebskosten senken und die Erträge steigern. Dies wiederum erhöht beispielsweise die Anlagerendite und mindert die Bonitätsrisiken. Dies gilt für die Landwirtschaft ebenso wie für den Energiesektor oder jede andere Branche.

Der wirtschaftliche Nutzen dieser neuen Gilde von Gewinnern wird die Auswirkungen der präsidialen Einstellung von Donald Trump zum Klimawandel abfedern. Die globalen Entwicklungen deuten in die Gegenrichtung.

Man denke nur an die Klimaanleihen (Climate Bonds). Bezüglich historischer Rendite und Bonitätsprofil entsprechen sie herkömmlichen Investment-Grade-Anleihen, ihre Mittel sind jedoch zweckgebunden und für umweltfreundliche Projekte vorgesehen. Damit fördern sie etwa die Energieeffizienz, die Infrastruktur für erneuerbare Energien und eine nachhaltige sowie klimaresistentere Landwirtschaft. Im Jahr 2016 wurden weltweit Green Bonds im Umfang von USD 80 Mrd. emittiert . Besonders sticht die Nachfrage nach umweltfreundlicher Finanzierung in China, dem Land mit der höchsten Bevölkerungsdichte der Erde, hervor. China ist auch der grösste Emittent solcher Anleihen. Werden mit Green Bonds etwa bessere Bewässerungs-, integrierte Schädlingsbekämpfungs- und klimaschonende Bewirtschaftungssysteme finanziert, würde dies die Nahrungsmittelsicherheit dort erhöhen, wo extreme (Wetter-)Ereignisse bereits heute die Ernte gefährden. Schliesslich wächst die Weltbevölkerung ungebrochen weiter.

Doch Anlagen in Klimaanleihen werfen nur dann höhere Renditen ab als herkömmliche Investment-Grade-Anleihen, wenn sie klug und kundig verwaltet werden.

Mehr Wert erzielt man, wenn neben ausgewiesenen grünen Anleihen auch inoffizielle Green Bonds berücksichtigt werden. Der Emittentenbonität und Prüfung der Umweltbilanz kommt dabei grosse Bedeutung zu. Lombard Odier hat als eines der ersten Finanzinstitute Anlagelösungen angeboten, welche die sozialen und ökologischen Werte der Kunden vollumfänglich berücksichtigen. Wir engagieren uns nach wie vor für umwelt- und sozialverträgliche Anlagen mit positiver Wirkung und können nachhaltige Anlageideen in jede Strategie aufnehmen. 2016 sind wir eine Partnerschaft mit dem Anleihenspezialisten für Impact Investing, Affirmative Investment Management, eingegangen. Der Marktführer für Klimaanleihen bietet hochwirksame neue Produkte an, die unseren hohen Anforderungen gerecht werden. So wird Impact Investing von seinem Nischendasein befreit und kann sich voll entfalten.

Wollen wir die Erderwärmung auf höchstens 2°C begrenzen, muss Impact Investing zum Normalfall werden. Wir müssen die Funktionsweise der Wirtschaftszweige komplett überdenken, sollen sie nachhaltig sein. Dies gilt ganz besonders für die Landwirtschaft mit ihrem hohen Ressourcenverbrauch, Gasausstoss und Abholzungszwang, um den steigenden Nahrungsmittelbedarf zu decken. Die Bewirtschaftungsmethoden werden in den nächsten Jahren wohl umgekrempelt und strengen neuen Vorschriften unterworfen. Daraus entstehen gute Anlagechancen für Privatanleger, die ihre Haltung zum Klimawandel (und zum Entrecôte auf dem Teller?) überdenken.

1Livestock’s Long Shadow, Food and Agriculture organisation of the United Nations (FAO), 2006
2Livestock and Climate Change, World Watch, 2009
3Conservation International
4World Population Prospects The 2015 Revision, Department for Economic and Social Affairs, 2015
5China Green Bond Market 2016, The Climate Bond Initiative, January 2017

 

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