Familienunternehmen  

06/08/2015

Familienunternehmen im Wandel – Operation am offenen Herzen

Im Rahmen der Tagung „FiD - Familienunternehmen im Dialog“ zum Thema ErNEUerung hat die Universität St. Gallen und das Family Business Network Familienunternehmen aus dem deutschsprachigen Raum eingeladen. Wir hatten die Gelegenheit uns mit dem Initiator der Konferenz, Prof. Dr. Thomas Zellweger, Direktor des Center for Family Business an der Universität St. Gallen, zum Gespräch zu treffen.

Herr Prof. Zellweger, Sie sind Direktor des Center for Familiy Business an der Universität St. Gallen. Können Sie uns einen Einblick in die Tätigkeitsbereich und das Forschungsgebiet Ihres Instituts geben?

Wir sind in drei Bereichen aktiv. Der erste die Lehre an der Universität St. Gallen, wo wir die Studierenden in den Fächern Unternehmertum, Management von Familienunternehmen und Unternehmensnachfolge – das sind unseren Hauptthemengebiete - unterrichten. Ein weiterer Bereich sind die Weiterbildung und Transferleistungen für Vertreter von Familienunternehmen, dazu gehören vor allem Seminare und auch Austauschkreise. Der dritte Bereich ist die Forschung, die auf vier Themen fokussiert: Strategisches Management in Familienunternehmen, Unternehmensnachfolge, Unternehmertum und Innovation und Governance in Familienunternehmen.

Wir treffen uns hier an der Tagung „FiD – Familienunternehmen im Dialog“ zum Thema «ErNEUerung!». Warum das Thema Erneuerung?

Aus zwei Gründen: Zum einen leben wir in einer sehr dynamischen Welt, die sich auf Grund von Digitalisierung und Globalisierung ständig verändert. Und da stellt sich für uns die Frage, wie Familienunternehmen mit diesen Veränderungen umgehen. Was uns zum zweiten Grund bringt: Familienunternehmen haben besondere Fähigkeiten um mit dem Wandel umzugehen, sind aber auch mit sehr spezifischen Herausforderungen konfrontiert und gerade deshalb ist das Thema im aktuellen Umfeld besonders brisant.

Warum haben Sie diese Konferenz angestossen?

Es ist uns als Universität wichtig, mit der Praxis im Dialog zu sein und nicht nur im Elfenbeinturm zu sitzen. Deshalb suchen wir den aktiven Austausch mit den Firmen, die wir erforschen. Wir wollen Theorie und Praxis miteinander verbinden, um einerseits unsere Erkenntnisse zurückzuspielen, aber auch um zu erkennen, welches die für die Praxis relevanten Themen sind.

Was möchten Sie mit dieser Konferenz erreichen?

Wir möchten Familienunternehmen eine Plattform für den Austausch von familienspezifischen Themen bieten, die man andern Orten nicht diskutieren kann. Die Konferenz ist eine einzigartige Gelegenheit für Inhaber sich mit ihresgleichen auszutauschen. Weiter geht es auch darum voneinander zu lernen und sich inhaltlich mit Vertretern der Universität auszutauschen.

Welchen Stellenwert haben Familienunternehmen für die Schweizer Wirtschaft?

Rein zahlenmässig sind 88% der Schweizer Unternehmen in Familienhand. Viele davon sind kleine und mittlere Unternehmen, aber auch einige grosse Unternehmen sind familienkontrolliert. Damit sind diese Unternehmen nicht nur das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft, sondern sie verkörpern auch die menschliche Seite unserer Wirtschaft.

Die ständige Erneuerung und Weiterentwicklung ist für Familienunternehmen überlebenswichtig. Mit welchen Herausforderungen sehen sich Familienunternehmen diesbezüglich heute konfrontiert?

Es gibt verschiedene Ebenen der Erneuerung. Auf der Ebene Firma sehen wir die grosse Herausforderung darin, mit dem schnellen Wandel umzugehen. Die Inhaber dieser Firmen sind oftmals sehr traditionell bezüglich der Firmenführung und emotional mit dem Geschäft, aber auch mit den Mitarbeitenden des Unternehmens verbunden. Da sind die Bereitschaft zu erkennen, dass die Dynamik des Wettbewerbs ständig Anpassungen verlangt und der Mut, den Wandel anzustossen, gefragt.

Auf einer weiteren Ebene muss dem Wandel im Bereich Familie und Eigentümerschaft begegnet werden, den Veränderungen bezüglich der familiären Führungsstruktur im Verlauf der Generationen. Hier sind Anpassungsfähigkeit und Lösungen im Bereich Governance, das heisst bezüglich des Einbezugs der Familie in die Firma, gefragt. Eigentumsverhältnisse, Verwaltungsratsmandate oder die Mitarbeit von Familienmitgliedern in der Firma müssen klar geregelt werden. Dass der Wandel in diesem Bereich richtig gestaltet wird, ist oftmals essentiell für das weitere Bestehen eines Familienunternehmens.

Wie haben sich diese Herausforderungen in den vergangen Jahren verändert?

Die Herausforderungen sind eigentlich die altbekannten: Wie geht man auf Ebene Firma und Governance mit Veränderungen um. Was sich verändert hat ist, dass sich in den letzten Jahren eine enorme Beschleunig gezeigt hat. Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen wird immer brennender und nur Familienunternehmen, die effizient damit umgehen und klare Strukturen schaffen, haben eine Überlebenschance.

Ein zentrales Thema für Familienunternehmen ist sicher die Nachfolgeplanung. Welchen Stellenwert hat diese Frage für Ihre Forschung?

Die Nachfolgeplanung ist für uns ein zentrales Thema. Spannend ist, dass es sehr vielschichtig ist und man das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln angehen kann wie Unternehmensstrategie, Rechtliche Rahmenbedingungen, Steuerliche Aspekte und Governance. Unter Berücksichtigung dieser Parameter versuchen wir Struktur in den Prozess der Nachfolgeplanung zu bringen, die Erfolgsfaktoren zu definieren und daraus konkrete Handlungsanweisungen für die Praxis abzuleiten.

In Familienunternehmen spielen emotionale Aspekte oft eine grosse Rolle. Wie fliessen diese in  Ihre Forschungstätigkeit ein?

Der emotionale Aspekt ist für uns einer der spannendsten Faktoren im Forschungsfeld Familienunternehmen. Diese Firmen haben quasi zwei Herzen in ihrer Brust . Auf der einen Seite steht das rational-ökonomisch Herz, das weiss, dass Erfolg für das Fortbestehen unabdingbar ist. Demgegenüber stehen weichen Faktoren, wie die Identität und die Reputation der Firma zu schützen, die persönlichen Beziehungen zu den Mitarbeitenden oder der Wunsch der Familie, die Kontrolle über die Firma zu behalten – alles wichtige nichtfinanzielle Ziele, die das strategische Verhalten einer Firma stark beeinflussen.

Wie können Sie und das Center for Family Business Familienunternehmen in der Praxis unterstützen?

Es gibt verschiedene Wege: einerseits über unsere Forschungsergebnisse, die wir praxisnah aufbereiten; zudem unser bereits erwähntes Weiterbildungsangebot für Unternehmerfamilien und schliesslich über selektives Coaching von einzelnen Firmen.

Was interessiert Sie persönlich am Thema Familienunternehmen?

Es fasziniert mich, dass es in diesem Bereich nicht nur um technische Fragen geht, sondern vor allem um Menschen, um ihre Wünsche, Ziele, Ängste und Hoffnungen, Wir sind nah am Menschen dran und beschäftigen uns nicht einfach nur mit abstrakten und rein technischen Businessplänen. Es geht immer darum zwei Welten, die betriebswirtschaftliche und die emotionale, zu verbinden und in Einklang zu bringen.

Thomas Zellweger ist Direktor des Center for Family Business an der Universität St. Gallen, wo er auch ordentlicher Professor für Familienunternehmen und Unternehmertum ist. Er hat an der Universität St. Gallen und an der Université Catholique de Louvain (Belgien) studiert. Nach zwei Jahren im Investment Banking, Doktorat an der Universität St. Gallen im 2006. Er war Research Fellow am Babson College, Boston, Gastprofessor an der University of British Columbia in Vancouver, Kanada, und ist ständiger Gastprofessor an der Universität Witten / Herdecke. Seine Forschungsarbeiten wurden in führenden Fachzeitschriften publiziert und mehrfach international ausgezeichnet. Thomas Zellweger ist Mitglied dreier Verwaltungsräte mittelständischer Familienunternehmen. Er berät Familienunternehmen in ihrer Governance und Eignerstrategie. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder im Primarschulalter.

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