Investment Strategy  

18/12/2015

ANLAGESTRATEGIE – 1. QUARTAL 2016: USA

Die US-Wirtschaft wächst nun schon seit sechs Jahren. Seit 1950 haben die Zyklen im Schnitt nur fünf Jahre gedauert. Deshalb ist anzunehmen, dass sich der Zyklus allmählich dem Ende zuneigt. Wir gehen jedoch nicht von einem sofortigen Ende aus: 2016 sollte das Wachstum erneut leicht über dem langfristigen Potenzialwachstum liegen und vom soliden Binnenkonsum angetrieben werden.

 

Auf einen Blick:

  • Der US-Konsument sitzt weiterhin unbeirrt am Steuer, was darauf deuten dürfte, dass sich der Zyklus 2016 fortsetzt.
  • Trotz der vom Federal Reserve (Fed) eingeläuteten Zinswende dürfte die Geldpolitik locker bleiben. Wir rechnen mit weniger Erhöhungen und einem niedrigeren endgültigen Zinssatz, als die US-Notenbank derzeit durchblicken lässt.
  • Zu den Risiken zählen der Zusammenbruch der Erdölpreise, eine Beschleunigung der Lohn-Preis-Spirale oder eine Reihe schlechter Nachrichten aus den Schwellenländern.

Hinter dem stabilen Gesamtwachstum sieht jedoch nicht alles in den USA rosig aus. Branchen, Regionen und Unternehmen koppeln sich ab. Im Energiesektor wird eine Konkurswelle wohl nicht zu vermeiden sein, die allerdings, vorausgesetzt es kommt nicht zu einer Rezession, die übrigen Branchen nicht anstecken dürfte. Der Druck auf dem verarbeitenden Gewerbe könnte ebenfalls anhalten, zumal die Weltwirtschaft und der Welthandel nur langsam wachsen, der US-Dollar stark ist und die Rohstoffpreise sinken, ganz zu schweigen von einem möglichen Gewinnrückgang infolge der steigenden Löhne und Zinssätze.

Obwohl nun endlich an der Zinsschraube gedreht wurde, ist mit sehr kleinen Zinsschritten zu rechnen. Wir erwarten weniger Zinserhöhungen pro Jahr, als die Bemerkungen der Fed-Vertreter derzeit vermuten lassen (insbesondere um die Aufwertung des US-Dollar zu beschränken). Die Fed Funds Rate dürfte erst im zweiten Halbjahr 2017 auf "nur" 2% klettern. Die weiterhin lockere Geldpolitik und die steigenden Löhne unterstützen wiederum den Binnenkonsum.

Die Erdölkurse stellen das grösste Risiko dar. Eine leichte Erholung mit einer Stabilisierung, die unserem Basisszenario entspricht, würde den Energiesektor entlasten, ohne dem Verbraucher zu schaden. Stürzen jedoch die Erdölkurse ins Bodenlose, würde der Schaden im Industriesektor ein solches Ausmass annehmen, dass der Konsum den Ausfall nicht mehr wettmachen kann. Eine mögliche Beschleunigung der Inflation, die zu einer steileren Zinserhöhung führen würde, oder unangenehme Überraschungen aus den Schwellenländern könnten ebenfalls riskant sein.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Rezessionen circa ein Jahr nach der Abflachung und Inversion der Renditekurve eintreten. Die Renditekurve für 2016 sendet keine Signale dieser Art.

Da die Energiepreise niedrig sind und der US-Dollar stark ist, kann ein Anstieg der Teuerung nur vom Arbeitsmarkt ausgelöst werden. Obwohl die Löhne etwas erhöht wurden, ist kein deutlicher Druck zu spüren. Eine Reihe von Faktoren sprechen auch dagegen: demografischer Wandel, langsame Produktivitätssteigerung, Arbeitsplatzschaffung vor allem in Niedriglohnbranchen, immer mehr Teilzeitarbeit, höherer Einsatz von Zeitarbeitern und Rückgang des Einflusses der Gewerkschaften.

WICHTIGE HINWEISE – ALLGEMEIN
Das vorliegende Dokument wurde von Bank Lombard Odier & Co AG oder einer Geschäftseinheit der Gruppe (nachstehend „Lombard Odier“) erarbeitet. Es ist weder für die Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung in Rechtsordnungen bestimmt, in denen eine solche Abgabe, Veröffentlichung oder Verwendung rechtswidrig wäre, noch richtet es sich an Personen oder Rechtsstrukturen, an die eine entsprechende Abgabe rechtswidrig wäre. Dieses Dokument wird ausschliesslich zu Informationszwecken ausgehändigt und stellt weder ein Angebot noch eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Es gibt die Einschätzungen der Lombard Odier Gruppe zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung wieder. Die darin enthaltenen Meinungen werden ohne Berücksichtigung der Umstände, Ziele oder Bedürfnisse der einzelnen Anleger abgegeben. Es wird keine Gewähr dafür übernommen, dass eine bestimmte Anlage oder Strategie für die Umstände des jeweiligen Anlegers angemessen oder zweckmässig ist oder dass eine bestimmte Anlage oder Strategie eine persönliche Empfehlung für den jeweiligen Anleger darstellt. Jeder Anleger hat seine Entscheidungen bezüglich der im vorliegenden Dokument erwähnten Wertpapiere oder Finanzinstrumente auf Grundlage seines eigenen Urteilsvermögens zu treffen. Bevor er eine Transaktion tätigt, sollte jeder Anleger die Angemessenheit der betreffenden Investition unter Berücksichtigung seiner speziellen Umstände prüfen und gegebenenfalls bei einem unabhängigen Fachberater Informationen über die damit zusammenhängenden Risiken sowie die etwaigen rechtlichen, regulatorischen, kreditspezifischen, steuerlichen und buchhalterischen Auswirkungen einholen.Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen und Analysen basieren auf Quellen, die wir als verlässlich erachten. Lombard Odier leistet jedoch keine Gewähr für deren Aktualität, Genauigkeit oder Vollständigkeit und haftet nicht für irgendwelchen Schaden oder Verlust, der aus der Verwendung dieses Dokuments entsteht. Sämtliche Informationen, Meinungen und Preisangaben können sich jederzeit ohne Vorankündigung ändern.
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