Investment Strategy  

18/12/2015

ANLAGESTRATEGIE – 1. QUARTAL 2016 : EUROPA

„Wie gehabt“ ist deshalb wohl auch das Motto in Europa, wo der Aufschwung noch nicht so lang dauert wie in den USA. 2016 dürfte das reale BIP im Euroraum um 1,5% steigen und damit das zweite Jahr in Folge das Potenzialwachstum übertreffen.

Auf einen Blick:

  • Mit rund 1,5% sollte die Wirtschaft 2016 im Euroraum über dem Potenzial wachsen, vor allem aufgrund der verbesserten Kreditvergabe, der dauerhaft lockeren Geldpolitik und eines Umfelds, das den Konsum fördert.
  • In Europa sind die Hauptrisiken eher politisch als wirtschaftlich: In Grossbritannien, Frankreich und Deutschland stehen 2017 wichtige Wahlen an.
  • In der Schweiz sind die Aussichten eher düster, zumal die negativen Zinsen die Kreditvergabe hemmen.

Im Vergleich zur jüngsten Vergangenheit und den Erwartungen der Anleger ist der Euroraum eindeutig gut aufgestellt, in erster Linie aufgrund einer beträchtlichen Verbesserung der Kreditvergabe, einer lockeren Geldpolitik bis mindestens 2017 und eines Umfelds, das den Verbrauch fördert. Die Kernländer und die Staaten an der Peripherie haben ihre Haushalte in den letzten drei Jahren saniert, was bedeutet, dass die zuständigen Instanzen auf Unionsebene höhere Ausgaben dulden könnten. So ist die Europäische Kommission bereit, eventuellen vorübergehenden Abweichungen von den Regeln des Stabilitäts- und Wachstumspakts aufgrund ungewöhnlicher Bedingungen zuzustimmen.

Obwohl fehlende Investitionen, mangelnde Strukturreformen und hohe Arbeitslosigkeit nach wie vor einen Hemmschuh darstellen, dürften die Hauptrisiken in Europa nicht wirtschaftlich, sondern eher politisch sein. Im kommenden Jahr ist der Wahlkalender zwar relativ leer, aber schon 2017 stehen drei wichtige Termine an: die Volksabstimmung über den Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union, die französischen Präsidentschaftswahlen im April gefolgt von den Parlamentswahlen im Juni sowie die deutschen Bundestagswahlen im Herbst. Alle Wahlen versprechen, spannende Rennen zu werden, die wahrscheinlich zu Marktturbulenzen führen.

In Grossbritannien sind die Meinungen derzeit geteilt. In Frankreich ist der Sieg des Front National zwar unwahrscheinlich, aber die Märkte müssen sich auf die Möglichkeit einer populistischen Regierung vorbereiten, die sich klar für die Abschaffung des Euroraums ausspricht. Angela Merkel geniesst immer noch sehr hohes persönliches Ansehen, aber ihre Entscheidungen in der Flüchtlingskrise haben sie viel politisches Kapital gekostet.

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