Strategy Bulletin  

16/05/2014

Schwellenmärkte: Zeit für Differenzierungen

In Kürze

Nach einem Rückgang von beinahe 30% (in USD) zwischen Ende April und Ende September 2011 tendierte der MSCI Emerging Markets (EM) Aktienindex seitwärts, ohne eine eindeutige Richtung erkennen zu lassen. Es besteht seither Konsens darüber, eine Untergewichtung der Anlageklasse zu behalten. Diese Einschätzung wurde verstärkt durch das sogenannte „Taper Tantrum“ im letzten Jahr, das heisst die Angst, die Verlangsamung der Anleihenkäufe durch das Fed würde Abflüsse aus den Schwellenmärkten auslösen und damit zu Ausverkäufen an ihren Devisen- und Finanzplätzen führen. Heute sprechen jedoch immer weniger Gründe gegen Schwellenmärkte innerhalb einer Aktienallokation.

In den vergangenen drei Jahren waren die Schwellenländer die Verlierer der globalen Neuorientierung, in deren Rahmen übermässige Investitionen in diese Volkswirtschaften sowie kräftige Exporte, die für die westliche Welt bestimmt waren, zurückgeschraubt wurden. Dies führte zu geringeren Wachstumsunterschieden zu den Industrieländern. Diese Bereinigung wirtschaftlicher Ungleichgewichte geht nun zu Ende, und die Rückstufung der Schwellenländeraktien gegenüber ihren Pendants aus den Industrieländern ist damit beinahe abgeschlossen (Grafik 1). Wenngleich der Zyklus der geldpolitischen Lockerung in den Industrieländern schon weit fortgeschritten ist und zugegebenermassen Ängste hervorruft, dass die geringere Liquidität im Westen sich negativ auf die Schwellenländer auswirken wird, dürfen wir auch nicht übersehen, dass der Zinserhöhungszyklus in den Schwellenländern ebenfalls weit fortgeschritten ist. Eine ausgewogene globale Neuorientierung verbunden mit einem weit fortgeschrittenen Zyklus der geldpolitischen Lockerung im Westen und einem weit fortgeschrittenen Zinserhöhungszyklus in den Schwellenländern spricht dafür, dass Schwellenländeranlagen innerhalb der Allokationen wieder auf neutral heraufgestuft werden. Wir würden allerdings abwarten, bis sich die Kapitalflüsse in die Region intensivieren und sich die Dynamik verstärkt, bevor wir zu einer Übergewichtung übergehen.

Dennoch erfordert die breite Streuung bei den Fundamentaldaten der Schwellenländer auch ein stark selektives Vorgehen. Unseres Erachtens gibt es drei wesentliche Merkmale, um zwischen besser und schlechter zu unterscheiden: i) die Fundamentaldaten der Zahlungsbilanz, ii) die Inflation und iii) die Abhängigkeit von der Erholung der Industrieländer.

In Bezug auf die Fundamentaldaten der Zahlungsbilanz ist die Leistungsbilanz ein faires und einfaches Barometer für die Verletzlichkeit einer Volkswirtschaft. Wie in Grafik 2 illustriert, machen von den 16 wichtigsten Schwellenländern Malaysia, die Philippinen und China einen robusten Eindruck, während Südafrika und die Türkei besonders schwach sind. Der zweite Faktor, die Inflation, wird in Grafik 3 dargestellt. Während Venezuela, Argentinien und die Türkei unter einer viel zu hohen Inflation leiden, verzeichnen andere Schwellenländer wie Polen, Kolumbien, Thailand, China, Malaysia, Chile, Mexiko und die Philippinen angemessene Preisanstiege.

Schliesslich suchen wir angesichts der Aussichten einer anhaltenden Erholung in den Industrieländern, insbesondere in den Vereinigten Staaten, auch nach den Ländern, denen eine Verbesserung des globalen Umfeldes am stärksten zugutekommen sollte. Entsprechend stufen wir die Länder danach ein, wie viel sie alleine in die USA exportieren und wie viel in die USA und die EU zusammen (Grafik 4). Anschliessend bereinigen wir diese Einstufung um die Tatsache, dass einige Länder eine sehr starke Rohstoffkonzentration in ihrer Exportbasis aufweisen (aufgrund unserer negativen Aussichten für Rohstoffe in diesem Jahr, z.B. Venezuela, Russland, Indonesien, Argentinien, Chile), sowie um die Tatsache, dass einige Länder besonders stark der Kapitalflussvolatilität ausgesetzt sind (da sie bei Zinserhöhungen in den USA unter Kapitalabflüssen leiden könnten, z.B. Argentinien, die Türkei, Russland, Malaysia, Thailand, Venezuela). Die Kombination dieser Kriterien zeigt, dass die Länder, die am stärksten von der Erholung in den USA (und in geringerem Masse in der EU) profitieren dürften, Mexiko, die Philippinen, China, Kolumbien, Indien und Polen sind.

Die Kombination all dieser Überlegungen liefert uns eine Einstufung der Schwellenländer nach wirtschaftlichen Fundamentaldaten, wie in Grafik 5 dargestellt. Natürlich sollte ein Bewertungs-Overlay angewendet werden, bevor über eine Anlage nachgedacht wird, da Aktienindizes in Ländern wie Mexiko, den Philippinen, Thailand und Malaysia teuer scheinen, während sie in China, Kolumbien, Chile und Russland günstig und in Polen, Indien, Indonesien, der Türkei und Brasilien näher an einem fairen Bewertungsniveau sind. Wirtschaftlich schwache und teure Länder wie Südafrika und Argentinien sollten gemieden werden. Insgesamt würden wir von den grösseren Regionen (angesichts der Schwierigkeit, in kleine Märkte mit begrenzter Liquidität zu investieren) daher Asien, und insbesondere China, bevorzugen, wo die Bewertungen günstig sind.

Nachrichten

Rethink Fixed Income with Climate Bonds

Thought leadership

29/05/2017

Rethinking “Next-Gen” Philanthropy

Thought leadership

24/05/2017

Gestion des fondations en transformation

Thought leadership

23/05/2017

The 100% Impact Investor

Thought leadership

19/05/2017

Asset Allocation – Weiterhin das Positive sehen

Quarterly Investment Strategy

18/05/2017

French Elections Investment Strategy

French Elections Investment Strategy

Investment Strategy Podcast

10/05/2017

French presidential elections

Investment Strategy

08/05/2017

Hedge funds and rising interest rates

Investment Strategy

01/05/2017

French Elections

French Elections

Investment Strategy Podcast

25/04/2017

French Presidential Elections

Investment Strategy

24/04/2017

Japan: Die Langlebigkeitsproblematik

Quarterly Investment Strategy

24/04/2017

Europa: Ist das Ende der Negativzinsen absehbar?

Quarterly Investment Strategy

21/04/2017

Le Pen, Frexit and the future of the EU

Investment Strategy

10/04/2017

Q2 2017 Investment Outlook

Q2 2017 Investment Outlook

Investment Strategy Podcast

03/04/2017

Le franc, refuge des élections en Europe

Nos experts dans la presse

16/03/2017

Rethinking sustainable cities with Monocle

Rethink everything

24/02/2017

Japan: Ein zufälliger Gewinner?

Quarterly Investment Strategy

29/12/2016

Europae: Immer noch viele politische Risiken am Horizont

Quarterly Investment Strategy

23/12/2016

USA: Eine müde Wirtschaft erhält bald eine Vitaminspritze

Quarterly Investment Strategy

22/12/2016

Das letzte Quartal ist politisch aufgeheizt

Quarterly Investment Strategy

21/12/2016

Investment outlook 2017

Investment outlook 2017

Investment Strategy Podcast

19/12/2016

Italiens Referendum: Klares „nein“

Investment Strategy

05/12/2016

OPEC rises from the ashes

OPEC rises from the ashes

Investment Strategy Podcast

04/12/2016

Post-US election investment outlook update

Post-US election investment outlook update

Investment strategy podcast

16/11/2016

Positioning portfolios for President Trump

Positioning portfolios for President Trump

Investment strategy podcast

10/11/2016

Donald Trump elected President

Investment Strategy

09/11/2016

US election update

US election update

Investment Strategy Podcast

24/10/2016

Q4 2016 Investment Outlook

Q4 2016 Investment Outlook

Investment Strategy Podcast

21/10/2016

Japan: Allein auf weiter Flur

Quarterly Investment Strategy

19/10/2016

Der Himmel hat sich aufgehellt – doch für wie lange?

Quarterly Investment Strategy

13/10/2016

Das letzte Quartal ist politisch aufgeheizt

Quarterly Investment Strategy

07/10/2016

Der Klimawandel verändert das Anlageumfeld

Investment Strategy

28/09/2016

Philanthropie im Wandel

Philanthropie

20/09/2016

DIE RÜCKKEHR DER 'BERÜCHTIGTEN BoJ'

Anlagestrategie Asia

09/08/2016

KANN GOLD WIRKLICH EINE ABSICHERUNG SEIN?

Investment Strategy Bulletin

22/07/2016

PARTNERSCHAFT MIT CHRISTIE‘S

Partnership

19/07/2016

MARKTAUSSICHTEN Q3 2016

MARKTAUSSICHTEN Q3 2016

Investment Strategy Podcast

13/07/2016

DIE ZUKUNFT VON IMPACT INVESTING

Impact Investing

07/07/2016

KANN GELD FLIEGEN?

Investment Strategy Bulletin

01/06/2016

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH VAE

Corporate

09/05/2016

MARKTAUSSICHTEN

MARKTAUSSICHTEN

Investment Strategy Podcast

29/04/2016

JAPAN : BLÜHENDE KIRSCHBÄUME, SERBELNDE LÖHNE

Anlagestrategie 2. Quartal 2016

28/04/2016

EUROPA : AUF EINEN BLICK

Anlagestrategie

25/04/2016

USA : AUF EINEN BLICK

Quarterly Investment Strategy

21/04/2016

DAS ENDE DES KREDITZYKLUS

Investment insights

19/04/2016

DIE ANGST VOR EINEM BREXIT IST BERECHTIGT (TEIL II)

Investment Strategy Bulletin

18/04/2016

DIE ANGST VOR EINEM BREXIT IST BERECHTIGT (TEIL I)

Investment Strategy Bulletin

13/04/2016

ASSET ALLOCATION

Quarterly Investment Strategy

12/04/2016

SWISS FINTECH INNOVATION

Association

31/03/2016

DYNAMIK IN LATEINAMERIKA

Investment strategy bulletin

23/03/2016

AUF DEM WEG ZU NEGATIVEN ZINSEN

Investment strategy

24/02/2016

VON DER KUNST, DEN NUTZEN ZU MESSEN

Investment strategy

28/01/2016

ANLAGESTRATEGIE – 1. QUARTAL 2016 : JAPAN

Investment Strategy

21/12/2015

ANLAGESTRATEGIE – 1. QUARTAL 2016: USA

Investment Strategy

18/12/2015

ANLAGESTRATEGIE – 1. QUARTAL 2016 : EUROPA

Investment Strategy

18/12/2015

HAT RUSSLAND DAS SCHLIMMSTE ÜBERSTANDEN?

Strategy Bulletin

03/11/2015

WIE BEDENKLICH IST DIE LAGE BRASILIENS?

Strategy Bulletin

12/10/2015

ANLAGEN IN DAS „GOLDEN AGE“

Strategy Bulletin

28/09/2015

Expert view: The Fed holds its fire, again

Expert view: The Fed holds its fire, again

Investment Strategy Podcast

18/09/2015

FED IM FOKUS

Strategy Bulletin

30/07/2015

Q3 Investment Outlook from our European bank

Q3 Investment Outlook from our European bank

Investment Strategy Podcast

15/07/2015

Griechenland: Nach dem Referendum

Strategy Bulletin

06/07/2015

Rückkehr zu den Schwellenländer?

Strategy Bulletin

03/07/2015

Opportunities and risks in global markets

Opportunities and risks in global markets

Investment Strategy Podcast

19/05/2015

Unsere Q&A zu Griechenland

Strategy Bulletin

17/02/2015

Economic outlook 2015

Strategy Bulletin

17/12/2014

Schwere Zeiten für Südamerika

Strategy Bulletin

03/11/2014

Muss die SNB dem Beispiel der EZB folgen?

Strategy Bulletin

20/06/2014

Chinas Entschuldungsstrategie

Strategy Bulletin

24/04/2014

Welche optionen hat die EZB

Strategy Bulletin

13/02/2014