Streitigkeiten entwickeln sich zum Handelskrieg

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Streitigkeiten entwickeln sich zum Handelskrieg

Charles St-Arnaud - Senior Investment Strategist

Charles St-Arnaud

Senior Investment Strategist

Das Risiko eines ausgewachsenen Handelskrieges ist hoch, denn beide Seiten sehen sich im Recht. Unseres Erachtens hat sich die Auseinandersetzung bereits auf die Risikotoleranz der Anleger ausgewirkt und zu einer Underperformance vieler Risikoanlagen geführt. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass Vergeltungsmaßnahmen auf beiden Seiten bevorstehen.

US-Präsident Trump hat seinen nächsten Zug bereits angedeutet: Zölle auf Autoimporte in die Vereinigten Staaten. Falls es dazu käme, wären hauptsächlich Kanada, Japan, Mexiko, Deutschland und Korea betroffen. Am stärksten würden wahrscheinlich Kanada, Mexiko und Japan beeinträchtigt sein, da Autoexporte in die USA einen Anteil von 11%, 7% bzw. 6% ihrer Gesamtexporte ausmachen.1

Für die kanadische Wirtschaft wäre der Schock besonders schwerwiegend und das Land könnte in eine Rezession abrutschen. Ähnlich schmerzhafte Auswirkungen wären in Mexiko zu erwarten, wobei das Land nicht ganz so stark gefährdet ist wie Kanada. Für die deutsche Wirtschaft ist der Automobilsektor zwar enorm wichtig, allerdings ist der direkte Handel mit den USA vergleichsweise unbedeutend, was die Auswirkungen auf die Bundesrepublik etwas abschwächen könnte.

Bezogen auf das Wirtschaftswachstum ist der direkte Einfluss von bisher umgesetzten Zöllen noch moderat. Trotzdem entstehen Risiken durch bedrohliche Signale, die in die Märkte gesendet werden und eine schwerwiegende Eskalation andeuten. Anleger müssen ihr Engagement in Risikoanlagen sorgfältig beobachten, insbesondere in Aktien und Schwellenländer.

Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass die zugrundeliegenden Fundamentaldaten vieler Segmente in Schwellenländern wesentlich stärker als im Jahr 2013 sind. Falls sich die externen Risiken stabilisieren, erwarten wir daher eine starke Erholung von Risikoanlagen und zwar sowohl auf Basis von Bewertungen als auch Fundamentaldaten. Aus strategischer Sicht spricht weiterhin viel für ein Engagement in Schwellenländern.

Auf dem NATO-Gipfel im Juli hat US-Präsident Trump die Gelegenheit, mit seinen Amtskollegen ins Gespräch zu kommen. Für die Märkte wird es ausschlaggebend sein, ob sich das Zerwürfnis des letzten G7-Gipfels wiederholt oder ein versöhnlicherer Ton angeschlagen wird.

 

Bedeutung für Kapitalanlagen

  • Die Märkte beginnen sich auf die Möglichkeit einer ernsthaften Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und deren Handelspartner einzurichten.
  • Anleger müssen ihr Engagement in Risikoanlagen sorgfältig beobachten, was insbesondere für Aktien und Vermögenswerte in Schwellenländern gilt.
  • Falls die USA ihre angedrohten Zölle auf Automobilimporte umsetzen, wären Kanada und Mexiko wahrscheinlich am stärksten betroffen. Wir halten es für möglich, dass beiden Ländern eine Rezession drohen könnte.
  • Unserer Meinung nach besteht das Risiko, dass sich die Handelsbeziehungen weiter verschlechtern und den globalen Handel sowie die Weltwirtschaft schädigen.
  • Falls sich ein Kompromiss andeuten sollte, erwarten wir jedoch eine starke Erholung von Risikoanlagen sowohl auf Basis von Bewertungen als auch Fundamentaldaten.

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1Source: UN Comtrade

 

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