Innovation  

05/10/2016

Meet the Market Shapers: das Kräfteverhältnis zwischen Mensch und Maschine

Wir haben Olga Motovilova, Mitgründerin und COO des Schweizer Start-ups noonee AG, eingeladen, um gemeinsam das Kräfteverhältnis zwischen Mensch und Maschine bei der Identifizierung neuer Innovationswege zu diskutieren.  
 

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Wie kamen Sie zu der Entscheidung, ein Unternehmen zu gründen und den Chairless Chair® zu lancieren?
Ähnlich wie viele andere Start-ups haben wir unseren Weg in der akademischen Welt der ETH Zürich begonnen. Mein Geschäftspartner, CEO und Mitgründer der noonee AG Keith Gunura, arbeitete dort im Bio-Inspired Robotics Lab an Exoskeletten – eine Leidenschaft, die ihn seit Kindheitstagen umtreibt. Bei einem seiner Studentenjobs in einem Verpackungswerk wurde er erstmals mit der körperlichen Herausforderung konfrontiert, im Stehen arbeiten zu müssen. Ein paar Jahre später entwickelte er die Idee für den Chairless Chair®, eine tragbare Haltungsunterstützung für Fliessbandarbeiter, die ansonsten den ganzen Tag stehen müssten. Das Gerät, das weniger als 4 kg wiegt, kann überallhin mitgenommen werden – für ein flexibles Sitzen, ganz nach Bedarf. 

Wie würden Sie Innovation in diesem neuen digitalen Zeitalter beschreiben?
Viele Forschende verbringen ungeheuer viel Zeit damit, ein Produkt zu perfektionieren, anstatt sich auf die Bedürfnisse ihrer potenziellen Kunden zu konzentrieren. So stellt auch der Chairless Chair® sicher nicht den ersten Versuch dar, eine tragbare Haltungsunterstützung zu konstruieren. Derzeit ist es jedoch der einzige, der es geschafft hat, in Serie zu gehen. Dass wir einen Schritt schneller waren, hängt mit unserer Philosophie zusammen, den Kunden von Anfang an und so früh wie möglich einzubeziehen. In der ersten Anlaufphase teilten wir unsere Idee mit Zielkunden wie Audi und BMW. Damals hatten wir noch nicht einmal den ersten Prototyp gebaut. Wir hatten nur eine Konzeptzeichnung. Zu unserer Überraschung erhielten wir Einladungen, um unsere Idee persönlich vorzustellen. Wir legten die Präsentationen zeitlich so fest, dass Keith gerade noch den allerersten Prototyp des Chairless Chair® erstellen konnte, der wirklich noch sehr unhandlich und alles andere als bequem aussah. 

Dieser Prototyp war aber der notwendige erste Schritt, um Feedback von den potenziellen Kunden zu erhalten und ihre Bedürfnisse zu verstehen. Als unser Prototyp in den Werken ausprobiert wurde, bekamen wir die ersten Rückmeldung von echten Nutzern an echten Fertigungsstrassen. Wir konnten uns ein Bild von der starken Arbeitsbelastung machen und kommunizierten intensiv mit den Beschäftigten, um das Produkt für sie zu optimieren. Bei einer Reihe von Pilotuntersuchungen erkannten wir schliesslich, dass einige besonders innovativen Produkteigenschaften nutzlos waren. Wenn unsere neuen Produkte von den Nutzern akzeptiert werden sollen, müssen wir die Innovationen so einfach wie möglich gestalten. 

EIN NEUER MARKT

Wie ist es Ihnen gelungen, neue Wege zu eröffnen?
Der Chairless Chair® ist an sich dem Exoskelettmarkt zuzuordnen. Im Zuge der Entwicklung unseres Unternehmens und unserer Produkte wurde uns jedoch immer stärker bewusst, dass wir eigentlich einen neuen Markt kreieren. Genauer gesagt: Wir haben mit Exoskeletten angefangen, aber letztendlich ein tragbares, ergonomisch gestaltetes mechatronisches Gerät – Wearable Ergonomic Mechatronics Device, kurz WEMD – geschaffen. Exoskelette werden üblicherweise in der Rehabilitation zur Unterstützung des Bewegungsapparats eingesetzt, damit die Betroffenen beispielsweise schwere Gegenstände heben oder schneller laufen können.  Wir hingegen liefern ein tragbares Gerät, das Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates und damit Fehlzeiten reduziert und so die Effizienz am Arbeitsplatz erhöht. 

Als unsere Ausrichtung feststand, lernten wir auch mehr über unsere Kunden. Der Markt, den wir bedienen, setzt sich aus Unternehmen zusammen, die Fertigungsstrassen betreiben. Die Beschäftigten bauen einzelne Komponenten ein, wobei sie im Stehen immer dieselbe Arbeit verrichten. Aus diesem Grund interessieren sich unsere Kunden für Lösungen zur Optimierung der automatisierten Fertigungsstrassen.

Welche Folgen hat die fortschreitende Automatisierung für die Beschäftigten in Ihrer Zielbranche?
Obwohl die Automatisierung in immer mehr Lebensbereiche vordringt, unterschätzen wir häufig den Wert des Faktors Mensch. Die Einbindung des Menschen in Fertigungsstrassen erhöht die Flexibilität bei der Lancierung neuer Produkte und deren Anpassung an individuelle Kundenbedürfnisse, wodurch wir wiederum in der Lage sind, grössere Anteile an einem differenzierten Produktmarkt zu erobern. Es ist somit wichtig, das Gleichgewicht zwischen Mensch und Maschine zu wahren. Ausgehend von unseren Beobachtungen dürften Menschen noch längere Zeit aktiv an der Fliessbandfertigung teilnehmen. Dafür benötigen sie ein ergonomischer und effizienter gestaltetes Arbeitsumfeld. 

Die Ergonomie am Arbeitsplatz spielt eine wichtige Rolle, zumal zufriedene Mitarbeitende in der Regel zu höherer Produktivität und Produktqualität führen. Wir gehen davon aus, dass Humankapital insgesamt von wesentlicher Bedeutung bleiben wird, Menschen aber künftig stärker mit Robotern am Fliessband kooperieren werden. Solche „Cobots“ (kollaborative Roboter) haben in den Fertigungsstrassen unserer Kunden bereits Einzug gehalten. Innovation sollte sich also nicht ausschliesslich oder in abstrakter Weise auf die Visionen potenzieller Zukunftstrends konzentrieren, sondern auch darauf, die realen Probleme in unserer heutigen realen Welt zu lösen.


Die noonee AG führt derzeit den Chairless Chair® auf dem Markt ein. Wir wollen unseren Kunden ein breites Spektrum von WEMDs anbieten und die Schweiz zum weltweit führenden Standort für diese Geräte machen.


 

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